{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:260418BIZR191.17.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2018-04-26","aktenzeichen":"I ZR 191/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 191/17\nvom\n\n26. April 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:260418BIZR191.17.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. April 2018 durch die\nRichter Prof. Dr. Koch, Prof. Dr. Schaffert, Prof. Dr. Kirchhoff, Dr. Löffler und die\nRichterin Dr. Schwonke\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem\nUrteil des 24. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom\n9. November 2017 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.\n\nDer Streitwert wird auf 26.728,92 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 I. Der Kläger macht mit der Nichtzulassungsbeschwerde geltend, die Zulassung der Revision sei geboten, weil das Berufungsgericht seiner Entscheidung einen von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs abweichenden\nObersatz zugrunde gelegt habe. Danach gelte der Grundsatz, dass der Geschädigte im Falle einer Aufklärungspflichtverletzung seines Maklers auch berechtigt ist, seinen Schadensersatzanspruch in der Weise geltend zu machen,\ndass er an dem vermittelten Vertrag festhält und als Ersatz des negativen Interesses den Betrag verlangt, um den er den Kaufgegenstand vom Verkäufer zu\nteuer erworben hat (BGH, Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, NJW 2006,\n3139 Rn. 21 f.). Das Berufungsgericht habe angenommen, dieser Grundsatz\nbetreffe nur Fälle, in denen der Anspruch auf Ersatz des negativen Interesses\ngegen den Verkäufer gerichtet ist und nicht - wie hier - gegen einen nicht am\nvermittelten Vertrag beteiligten Dritten. Diese Annahme widerspreche der\n\nRechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Danach gelte dieser Grundsatz auch\nin Fällen, in denen sich der Anspruch auf Ersatz des negativen Interesses gegen einen nicht am vermittelten Vertrag beteiligten Dritten - nämlich den vermittelnden Makler - richte (BGH, Urteil vom 28. September 2000 - III ZR 43/99,\nNJW 2000, 3642 Rn. 13).\n\n2 II. Damit hat die Nichtzulassungsbeschwerde keinen Erfolg. Der Kläger\nhat die Beklagte im vorliegenden Rechtsstreit auf Erstattung der gezahlten Maklerprovision in Anspruch genommen. Das Landgericht hat dem Kläger diesen\nAnspruch zugesprochen, sein Urteil ist insoweit rechtskräftig. Der dem Kläger\nrechtskräftig zuerkannte Anspruch setzt voraus, dass er den Vertrag bei pflichtgemäßem Verhalten der Beklagten nicht geschlossen hätte. Die Revisionserwiderung macht zutreffend geltend, dass es dem Kläger, der sein Wahlrecht zwischen den beiden einander ausschließenden Arten der Schadensberechnung\nausgeübt hat, verwehrt ist, einen weiteren Schaden auf der Grundlage eines\nFesthaltens am vermittelten Vertrag zu berechnen. Die von der Nichtzulassungsbeschwerde gerügte Divergenz ist danach nicht entscheidungserheblich.\n\n3 III. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2\nHalbsatz 2 ZPO abgesehen.\n\n4 IV. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.\n\nKoch Schaffert Kirchhoff\n\nLöffler Schwonke\n\nVorinstanzen:\nLG Köln, Entscheidung vom 28.02.2017 - 21 O 565/16 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 09.11.2017 - 24 U 53/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-04-26/i-zr-191-17","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-04-26/i-zr-191-17","retrieved":"2026-10-24 07:57:14.241123+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-04-26/i-zr-191-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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