{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-08_NA_2018-08-21_VIII_ZR_75_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:210818BVIIIZR75.18.0","court":"BGH","senate":"8. Zivilsenat","decided":"2018-08-21","aktenzeichen":"VIII ZR 75/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVIII ZR 75/18\n\nvom\n\n21. August 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:210818BVIIIZR75.18.0\n\nDer VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. August 2018 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Milger, die Richterin Dr. Hessel sowie die Richter\nDr. Bünger, Kosziol und Dr. Schmidt\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag der Beklagten auf Beiordnung eines Notanwalts für\ndas Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren wird zurückgewiesen.\n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten gegen das Urteil\nder 4. Zivilkammer des Landgerichts Dresden vom 14. Februar\n2018 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.\n\nDer Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren beträgt bis zu\n40.000 €.\n\nGründe:\n\n1 1. Der Antrag der Beklagten auf Beiordnung eines Rechtsanwalts nach\n§ 78b Abs. 1 ZPO ist unbegründet.\n\n2 Nach § 78b Abs. 1 ZPO hat das Gericht, soweit eine Vertretung durch\nAnwälte geboten ist, einer Partei auf ihren Antrag einen Notanwalt beizuordnen,\nwenn sie einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht findet und die\nRechtsverfolgung nicht mutwillig oder aussichtslos erscheint.\n\n3 Die Voraussetzungen hierfür sind nur erfüllt, wenn die Partei zumutbare\nAnstrengungen unternommen und ihre vergeblichen Bemühungen, einen zu\n\nihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt zu finden, dem Gericht substantiiert dargelegt sowie gegebenenfalls nachgewiesen hat (BGH, Beschluss vom\n17. Januar 2018 - XII ZB 500/17, juris Rn. 3).\n\n4 a) Hat die Partei - wie hier - zunächst einen zu ihrer Vertretung bereiten\nRechtsanwalt gefunden und entsprechend mandatiert, so kommt im Falle einer\nspäteren Mandatsniederlegung die Beiordnung eines Notanwalts nur dann in\nBetracht, wenn die Partei die Beendigung des Mandats nicht zu vertreten hat.\nDabei hat die Partei darzulegen, dass die Beendigung des Mandats nicht auf ihr\nVerschulden zurückzuführen ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 5. Juni 2018\n- XI ZR 610/17, juris Rn. 3; vom 18. Dezember 2013 - III ZR 122/13, NJW-RR 2014, 378 Rn. 9; vom 24. Juni 2014 - VI ZR 226/13, NJW 2014, 3247 Rn. 2;\njeweils mwN). Dies hat innerhalb der laufenden Rechtsmittelbegründungsfrist\nzu geschehen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 15. November 2017 - IV ZR 131/17,\njuris Rn. 7; vom 18. Dezember 2012 - VIII ZB 239/12, NJW 2013, 1011 Rn. 3).\n\n5 Hieran fehlt es. Die Beklagte hat nichts dazu vorgetragen, warum das\nMandat mit den Prozessbevollmächtigten Rechtsanwälten Dr. M. und\nPartner nicht weiter fortgeführt und beendet worden ist.\n\n6 b) Zudem muss die Partei im Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesgerichtshof substantiiert darlegen und nachweisen, sich ohne Erfolg an eine ausreichende Zahl bei dem Bundesgerichtshof zugelassener Rechtsanwälte gewandt zu haben (BGH, Beschlüsse vom 12. März 2018 - V ZA 51/17, juris Rn. 2\nmwN, sowie vom 27. April 2018 in demselben Verfahren, juris Rn. 3 f.).\n\n7 Auch daran fehlt es hier. Zwar hat die Beklagte in ihrem am 27. Juni\n2018 und damit am letzten Tag der Begründungsfrist für die Nichtzulassungsbeschwerde eingegangenen Antrag sechs namentlich bezeichnete, am Bun-\n\ndesgerichtshof zugelassene Rechtsanwälte benannt. Dem Antrag waren jedoch\nkeinerlei Nachweise beigefügt.\n\n8 2. Die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten ist als unzulässig zu\nverwerfen, da die Frist zu deren Begründung verstrichen ist. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist zwar form- und fristgerecht eingelegt, jedoch nicht innerhalb der von der Vorsitzenden bis zum 27. Juni 2018 verlängerten Frist durch\neinen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt begründet worden.\n\nDr. Milger Dr. Hessel Dr. Bünger\n\nKosziol Dr. Schmidt\n\nVorinstanzen:\nAG Dresden, Entscheidung vom 21.02.2014 - 141 C 5656/10 -\nLG Dresden, Entscheidung vom 14.02.2018 - 4 S 178/14 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-08-21/viii-zr-75-18","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78b","ref_norm":"78b","n":2}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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