{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-11_NA_2018-02-21_XI_ZR_547_17_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:210218BXIZR547.17.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2018-02-21","aktenzeichen":"XI ZR 547/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 547/17\n\nvom\n\n21. Februar 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:210218BXIZR547.17.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. Februar 2018 durch den\nVizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Maihold und Dr. Matthias\nsowie die Richterinnen Dr. Menges und Dr. Dauber\n\nbeschlossen:\n\nDie Gehörsrüge des Klägers gegen den Beschluss des Senats\nvom 9. Januar 2018 wird auf dessen Kosten zurückgewiesen.\n\nDer erneute Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und der Antrag des Klägers auf vorläufige Einstellung der\nZwangsvollstreckung werden zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Die als Anhörungsrüge aufzufassende \"Beschwerde\" des Klägers in\ndem am 6. Februar 2018 als Telefax eingegangenen, unzutreffend auf den\n\"2. September 2017\" datierten Schreiben ist unbegründet, weil der Senat den\nAnspruch des Klägers auf Gewährung rechtlichen Gehörs nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 321a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 4 Satz 3\nZPO). Der Senat hat das Vorbringen des Klägers umfassend geprüft und für\nnicht durchgreifend erachtet.\n\n2 2. Der gleichzeitig erneut gestellte Antrag des Klägers auf Bewilligung\nvon Prozesskostenhilfe ist zurückzuweisen, da die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg hat. Die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers gegen das Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom\n\n31. Juli 2017 ist mit Beschluss vom 9. Januar 2018 als unzulässig verworfen\nworden.\n\n3 Umstände, die eine Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde (§ 233 ZPO) rechtfertigen könnten, liegen nicht vor. Dazu hätte innerhalb der auf Antrag des Klägers bis zum\n4. Dezember 2017 verlängerten Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde neben dem Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe auch eine\nErklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Partei\nnebst den erforderlichen Nachweisen (vgl. § 117 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4\nZPO) vorgelegt werden müssen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 18. Januar 2012\n- IX ZB 285/11, juris Rn. 5, vom 5. Februar 2013 - XI ZA 13/12, WuM 2013, 377\nRn. 4, vom 27. August 2014 - XII ZB 394/13, juris Rn. 16, vom 14. Juli 2015\n- II ZA 29/14, juris Rn. 2, vom 18. August 2015 - VI ZA 13/15, juris Rn. 2 und\nvom 12. April 2016 - XI ZR 479/15, juris Rn. 4, jeweils mwN). Das ist nicht geschehen. Formblatt und Unterlagen, die mit dem am 6. Februar 2018 eingegangenen Telefax nachgereicht worden sind, können diese Frist nicht wahren.\n\n4 Es begründet auch keinen die Wiedereinsetzung rechtfertigenden Hinderungsgrund nach § 233 ZPO, dass der Kläger nach seinem - nicht glaubhaft\ngemachten - Vortrag eine Entscheidung seiner Rechtsschutzversicherung über\neine Deckungszusage habe abwarten wollen. Denn eine Partei, die mangels\nDeckungszusage der Rechtsschutzversicherung mittellos und deswegen nicht\nin der Lage ist, ein Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren auf eigene Kosten\ndurchzuführen, ist gehalten, innerhalb der zu wahrenden Frist einen diesen Umstand umfassenden, den beschriebenen Anforderungen entsprechenden Antrag\nauf Bewilligung von Prozesskostenhilfe einzureichen (vgl. BGH, Beschlüsse\nvom 24. November 2015 - VI ZR 567/15, WM 2016, 286 Rn. 2 und vom 20. Juli\n2016 - VIII ZR 114/16, juris Rn. 4).\n\n5 3. Der weiter gestellte Antrag des Klägers auf einstweilige Einstellung der\nZwangsvollstreckung ist unzulässig, weil der Kläger dabei entgegen § 78 Abs. 1\nSatz 3 ZPO nicht von einem bei dem Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt vertreten wird (vgl. Senatsbeschluss vom 22. Februar 2012 - XI ZA\n12/11, MDR 2012, 1432 Rn. 2). Unabhängig davon kann eine Einstellung der\nZwangsvollstreckung auch sachlich nicht gewährt werden, weil - wie ausgeführt - die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers verworfen worden ist und\neine Wiedereinsetzung in die versäumte Begründungsfrist nicht in Betracht\nkommt, sodass die Nichtzulassungsbeschwerde keine Aussicht auf Erfolg hat\n(vgl. BGH, Beschlüsse vom 11. Oktober 2016 - VIII ZR 203/16, juris Rn. 5 und\nvom 26. Juli 2017 - XI ZR 295/17, juris Rn. 2).\n\nEllenberger Maihold Matthias\n\nMenges Dauber\n\nVorinstanzen:\nLG Münster, Entscheidung vom 22.10.2015 - 14 O 119/15 -\nOLG Hamm, Entscheidung vom 31.07.2017 - I-5 U 142/15 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-02-21/xi-zr-547-17","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 233","ref_norm":"233","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-02-21/xi-zr-547-17","retrieved":"2026-10-24 08:02:01.911623+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-02-21/xi-zr-547-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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