{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:201218BIIIZR42.18.0","court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2018-12-20","aktenzeichen":"III ZR 42/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIII ZR 42/18\n\nvom\n\n20. Dezember 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:201218BIIIZR42.18.0\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Dezember 2018 durch\nden Vorsitzenden Richter Dr. Herrmann, die Richter Tombrink, Dr. Remmert\nund Reiter sowie die Richterin Dr. Böttcher\n\neinstimmig beschlossen:\n\nDie Revision der Klägerin gegen das Urteil des Landgerichts\nKarlsruhe - Zivilkammer XIX - vom 2. Februar 2018 wird gemäß\n§ 552a ZPO auf ihre Kosten zurückgewiesen.\n\nStreitwert: 4.117,12 €\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die vom Berufungsgericht zugelassene Revision der Klägerin ist gemäß\n§ 552a ZPO zurückzuweisen, weil die Voraussetzungen für die Zulassung der\nRevision nicht (mehr) vorliegen und das Rechtsmittel auch keine Aussicht auf\nErfolg hat (§ 552a Satz 1 ZPO). Der Senat nimmt insoweit in vollem Umfang auf\ndie Gründe des Beschlusses vom 30. August 2018 Bezug, mit dem er auf die\nbeabsichtigte Zurückweisung hingewiesen hat.\n\nII.\n\n2 Die Ausführungen in der mit Schriftsatz vom 9. November 2018 vorgelegten Verfassungsbeschwerde der Klägerin vom 29. Juni 2018 geben dem Senat\n\nkeine Veranlassung zu einer abweichenden Beurteilung. Ein Grund für die Zulassung der Revision ist auch weiterhin nicht erkennbar. Der Senat hat die\nmaßgeblichen rechtlichen Grundsätze in seinem Urteil vom 17. Mai 2018 (III ZR\n195/17, BeckRS 2018, 10540, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen) im\nEinzelnen dargelegt, an denen festzuhalten ist.\n\n3 1. Danach erfasst § 17 Abs. 1 Satz 5 KHG auch eine vorbestehende Privatklinik. Durch die Anordnung einer Entgeltbindung für verbundene Privatkliniken\nsoll - unabhängig von der Reihenfolge der Betriebsaufnahme - generell verhindert werden, dass Krankenhausträger von nicht GKV-Versicherten, die in einer\nmit einem Plankrankenhaus räumlich und organisatorisch verbundenen Einrichtung behandelt werden, für allgemeine Krankenhausleistungen (deutlich) höhere Entgelte verlangen können als für gesetzlich Krankenversicherte, die im\nPlankrankenhaus behandelt werden. Gleichzeitig soll einer im Bereich der Krankenhausfinanzierung systemwidrigen Querfinanzierung entgegengewirkt und\nauch vermieden werden, dass von der staatlichen Förderung von Plankrankenhäusern räumlich und organisatorisch damit verbundene Einrichtungen profitieren, ohne ihrerseits den Reglementierungen des Pflegesatzrechts zu unterliegen (aaO Rn. 46).\n\n4 2. Soweit die Klägerin eine Verletzung des Grundrechts auf Berufsfreiheit\n(Art. 12 Abs. 1 GG) rügt, hat der Senat ausführlich dargelegt, dass sie trotz der\nBegrenzung der Entgelthöhe gemäß § 17 Abs. 1 Satz 5 KHG in der Lage ist,\neine ihrer beruflichen Tätigkeit angemessene Vergütung zu erzielen (aaO\nRn. 56). Anhaltspunkte für eine Existenzgefährdung oder -vernichtung vermag\nder Senat angesichts des Umstands, dass der Geschäftsbetrieb der Klägerin\nmehr als sechs Jahre nach dem Inkrafttreten der Regelung weiterhin intakt ist,\nnicht zu erkennen.\n\n5 3. § 17 Abs. 1 Satz 5 KHG verstößt ferner nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG. Es\nist unter dem Gesichtspunkt des allgemeinen Gleichheitssatzes sachlich gerechtfertigt, dass eine mit einem öffentlich geförderten Plankrankenhaus verbundene Privatklinik keine staatliche Investitionskostenförderung erhält. Verzichtet die Privatklinik bewusst darauf, einen Antrag auf Aufnahme in den Krankenhausplan zustellen (um in den Genuss der staatlichen Investitionskostenförderung zu kommen) und ermöglicht sie stattdessen den Betrieb eines organisatorisch verbundenen Plankrankenhauses in unmittelbarer Nähe, entscheidet sie\nsich für eine Vorgehensweise, die im Hinblick auf die Investitionskosten keines\nbesonderen Schutzes bedarf (aaO Rn. 49-51).\n\nHerrmann Tombrink Remmert\n\nReiter Böttcher\n\nVorinstanzen:\nAG Pforzheim, Entscheidung vom 29.06.2017 - 2 C 314/16 -\nLG Karlsruhe, Entscheidung vom 02.02.2018 - 19 S 140/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-12-20/iii-zr-42-18","cited_norms":[{"jurabk":"KHG","ref":"§ 17","ref_norm":"17","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 552a","ref_norm":"552a","n":3},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 12","ref_norm":"12","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-12-20/iii-zr-42-18","retrieved":"2026-10-24 07:58:16.621272+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-12-20/iii-zr-42-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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