{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-01_NA_2018-09-20_I_ZR_196_15_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:200918BIZR196.15.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2018-09-20","aktenzeichen":"I ZR 196/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 196/15\n\nvom\n\n20. September 2018\n\nin dem Kostenansatzverfahren\n\nECLI:DE:BGH:2018:200918BIZR196.15.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. September 2018\ndurch die Richterin Dr. Schwonke als Einzelrichterin\n\nbeschlossen:\n\nDie Erinnerung der Beklagten gegen den Kostenansatz des Bundesgerichtshofs vom 7. Juli 2017 (Kassenzeichen 780017133491)\nwird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Der Senat hat die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten durch\nBeschluss vom 29. Juni 2017 zurückgewiesen und ihr die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt. Gegen den Kostenansatz vom 7. Juli 2017 wendet sich die Beklagte mit der Erinnerung vom 24. Juli 2017. Sie begründet diese\nErinnerung damit, sie habe gegen den Senatsbeschluss vom 29. Juni 2017\nRechtsbehelfe eingelegt und außerdem beim Berufungsgericht eine Restitutionsklage erhoben.\n\n2 2. Die gemäß § 66 Abs. 1 Satz 1 GKG zulässige Erinnerung, über die\ngemäß § 1 Abs. 5, § 66 Abs. 6 Satz 1 Halbs. 1 GKG grundsätzlich der Einzelrichter entscheidet, nachdem der Kostenbeamte dieser nicht abgeholfen hat,\nhat keinen Erfolg.\n\n3 a) Im Verfahren der Erinnerung gegen den Kostenansatz können nur\nEinwendungen erhoben werden, die sich gegen den Kostenansatz selbst richten. Dieser setzt die Gerichtskosten, die durch die Zurückweisung der Be-\n\nschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision durch den Senatsbeschluss\nvom 29. Juni 2017 entstanden sind, zutreffend an (Kostenverzeichnis Nr. 1242\nder Anlage 1 zum GKG).\n\n4 b) Die gerichtliche Verfahrensgebühr für die erfolglose Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision wird spätestens in dem Zeitpunkt fällig, in\ndem der Bundesgerichtshof die Beschwerde zurückweist (vgl. § 6 Abs. 1 Satz 1\nund 2, § 9 Abs. 2 Nr. 1 GKG). Die Kostenpflicht der Beklagten für das vorliegende Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde aufgrund des Senatsbeschlusses vom 29. Juni 2017 steht fest. Der Senat hat die gegen den Senatsbeschluss vom 29. Juni 2017 gerichtete Anhörungsrüge und die Gegenvorstellung der Beklagten mit Beschluss vom 14. Dezember 2017 als unzulässig verworfen; ihren Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts hat er zurückgewiesen.\n\n5 c) Die von der Beklagten erhobene Verfassungsbeschwerde gegen den\nSenatsbeschluss vom 29. Juni 2017 hat keine aufschiebende Wirkung und hindert die Fälligkeit der Gerichtskosten nicht (BGH, Beschluss vom 11. Dezember\n2003 - V ZR 416/02, JurBüro 2004, 439; Beschluss vom 24. November 2014\n- IX ZB 63/14, juris Rn. 2; Beschluss vom 2. November 2016 - VIII ZA 22/16,\njuris Rn. 4; vgl. BFH/NV 2006, 561, 562). Deshalb könnte die Kostenforderung\ndes Bundes bei Absehen von einem Kostenansatz nach § 5 GKG verjähren\n(vgl. BGH, Beschluss vom 11. Dezember 2003 - V ZR 416/02, JurBüro 2004,\n439). Diese Kosten sind deshalb zu erheben.\n\n6 d) Die von der Beklagten erhobene Restitutionsklage ist kein Rechtsmittel, das den Eintritt der Rechtskraft der mit ihr angegriffenen Entscheidung hindert. Sie hat ebenso wenig wie die Verfassungsbeschwerde aufschiebende\nWirkung. Sie steht deshalb ebenfalls einem Ansatz der Gerichtskosten gegen\n\ndie Beklagte im vorliegenden Verfahren nicht entgegen (vgl. BFH/NV 2004,\n1539).\n\n7 e) Hierdurch wird die Beklagte nicht unangemessen benachteiligt. Sollte\ndie Verfassungsbeschwerde oder die Restitutionsklage gegen die die Kostentragungspflicht der Beklagten begründenden Entscheidungen Erfolg haben,\nwürde nach § 30 GKG die auf diesen Entscheidungen beruhende Zahlungspflicht erlöschen und wären bereits gezahlte Kosten zurückzuerstatten (vgl.\nhierzu Dörndorfer in Binz/Dörndorfer/Petzold/Zimmermann, GKG, FamGKG,\nJVEG, 3. Aufl., § 30 Rn. 2).\n\n8 3. Das Verfahren über die Erinnerung ist gebührenfrei; Kosten werden\nnicht erstattet (§ 66 Abs. 8 GKG).\n\nSchwonke\n\nVorinstanzen:\nLG Berlin, Entscheidung vom 15.03.2011 - 16 O 84/10 -\nKG Berlin, Entscheidung vom 15.04.2015 - 5 U 60/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-09-20/i-zr-196-15","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":3},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 30","ref_norm":"30","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 9","ref_norm":"9","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-09-20/i-zr-196-15","retrieved":"2026-10-24 07:57:15.091353+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-09-20/i-zr-196-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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