{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-01_NA_2018-05-17_I_ZR_196_15_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:170518BIZR196.15.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2018-05-17","aktenzeichen":"I ZR 196/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 196/15\n\nvom\n\n17. Mai 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:170518BIZR196.15.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 17. Mai 2018 durch die\nRichter Prof. Dr. Koch, Prof. Dr. Schaffert, Prof. Dr. Kirchhoff, Dr. Löffler und die\nRichterin Dr. Schwonke\n\nbeschlossen:\n\nDie Ablehnungsgesuche der Beklagten gegen den Vorsitzenden\nRichter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Büscher, die Richter am\nBundesgerichtshof Prof. Dr. Schaffert, Prof. Dr. Kirchhoff, Prof.\nDr. Koch, Dr. Löffler, die Richterin am Bundesgerichtshof\nDr. Schwonke, den Richter am Bundesgerichtshof Feddersen und\ndie Richterin am Bundesgerichtshof Dr. Schmaltz werden als unzulässig verworfen.\n\nGründe:\n\n1 I. Der Senat hat mit Beschluss vom 29. Juni 2017 die von der Beklagten\neingelegte Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen. Die Prozessbevollmächtigten der Beklagten haben danach das Mandat niedergelegt. Die Beklagte hat gegen den Senatsbeschluss vom 29. Juni 2017 persönlich eine Anhörungsrüge und eine Gegenvorstellung erhoben und außerdem einen Antrag auf\nBeiordnung eines Notanwalts gestellt. Der Senat hat die Anhörungsrüge und\ndie Gegenvorstellung mit Beschluss vom 14. Dezember 2017 als unzulässig\nverworfen; den Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts hat er zurückgewiesen\n(I ZR 195/15, juris).\n\n2 Die Beklagte hat mit Schreiben vom 5. Januar 2018 den Vorsitzenden\nRichter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Büscher, die Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Schaffert, Prof. Dr. Kirchhoff, Dr. Löffler und die Richterin am\n\nBundesgerichtshof Dr. Schwonke als befangen abgelehnt, mit Schreiben vom\n1. Februar 2018 auch die Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Koch,\nFeddersen und die Richterin am Bundesgerichtshof Dr. Schmaltz. Sie hat die\nBefangenheitsgesuche mit mehreren Schreiben begründet.\n\n3 II. Die Ablehnungsgesuche der Beklagten sind unzulässig, weil die\nRechtsmittelinstanz durch den Senatsbeschluss vom 29. Juni 2017 beendet ist.\nDas Ablehnungsrecht der Beklagten ist durch die von ihr erhobenen Rechtsbehelfe der Anhörungsrüge und der Gegenvorstellung nicht wieder aufgelebt, weil\ndiese Rechtsbehelfe unzulässig sind und damit nicht zu einer erneuten Sachprüfung durch den Senat führen können.\n\n4 1. Nach vollständigem Abschluss einer Instanz ist ein Ablehnungsgesuch\ngrundsätzlich nicht mehr zulässig, weil die beteiligten Richter ihre richterliche\nTätigkeit im konkreten Verfahren damit beendet haben; die getroffene Entscheidung kann von dem Gericht, dem die im Anschluss daran abgelehnten\nRichter angehören, nicht mehr geändert werden (BGH, Beschluss vom 11. Juli\n2007 - IV ZB 38/06, NJW-RR 2007, 1653 Rn. 5; Beschluss vom 29. Mai 2013\n- IX ZB 7/13, juris Rn. 3).\n\n5 2. Aus diesen Gründen führt eine von vornherein unzulässige Anhörungsrüge (§ 321a ZPO) nicht dazu, dass das durch eine abschließende Entscheidung untergegangene Ablehnungsrecht wieder auflebt. Bei einem unzulässigen Rechtsbehelf scheidet ein Eintritt in eine erneute Sachprüfung aus\n(BGH, Beschluss vom 29. Mai 2013 - IX ZB 7/13, juris Rn. 3, 5; Beschluss vom\n30. August 2016 - I ZB 10/15, juris Rn. 4). Auch eine gesetzlich nicht geregelte\nGegenvorstellung lässt das durch eine verfahrensabschließende Entscheidung\nbereits untergegangene Ablehnungsrecht nicht wieder aufleben (BGH, Beschluss vom 30. August 2016 - I ZB 10/15, juris Rn. 6 mwN).\n\n6 3. Die im vorliegenden Verfahren von der Beklagten erhobene Anhörungsrüge ist mangels Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO) unzulässig (BGH, Beschluss\nvom 30. August 2016 - I ZB 10/15, juris Rn. 5 mwN). Dies gilt entsprechend im\nHinblick auf die von der Beklagten erhobene Gegenvorstellung (§ 78 Abs. 1\nSatz 3 ZPO). Der Beklagten war auch kein Notanwalt beizuordnen, der für sie\neine Anhörungsrüge hätte erheben können. Insoweit wird auf den Senatsbeschluss vom 14. Dezember 2017 verwiesen. Die Anhörungsrüge und die Gegenvorstellung geben deshalb keinen Anlass für eine Fortführung des mit Beschluss vom 29. Juni 2017 beendeten Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens.\nDie damit verbundenen Ablehnungsgesuche erweisen sich damit ebenfalls als\nunzulässig.\n\nKoch Schaffert Kirchhoff\n\nLöffler Schwonke\n\nVorinstanzen:\nLG Berlin, Entscheidung vom 15.03.2011 - 16 O 84/10 -\nKG Berlin, Entscheidung vom 15.04.2015 - 5 U 60/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-05-17/i-zr-196-15","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-05-17/i-zr-196-15","retrieved":"2026-10-24 07:57:14.445252+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-05-17/i-zr-196-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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