{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:151118BIXZR61.18.0","court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2018-11-15","aktenzeichen":"IX ZR 61/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZR 61/18\nvom\n\n15. November 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:151118BIXZR61.18.0\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nProf. Dr. Kayser, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Prof. Dr. Pape, Grupp und die\nRichterin Möhring\n\nam 15. November 2018\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil\ndes 15. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 21. Februar 2018 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.\n\nDer Streitwert wird auf 25.657,73 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 1. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1\nZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert die\nFortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung\neine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).\n\n2 Die geltend gemachten Verletzungen von Verfahrensgrundrechten hat\nder Senat geprüft, aber nicht für durchgreifend erachtet. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, weil sie\nnicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist.\n\n3 2. Im Übrigen ist die Sache zutreffend entschieden.\n\n4 a) Mit Recht hat das Vordergericht Schadensersatzansprüche aus fremdem Recht der D. GmbH als verjährt erachtet. Gemäß\n§§ 195, 199 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BGB ist infolge der Schadensentstehung im\nJahre 2012 und der Kenntnis der anspruchsbegründenden Umstände von einem Beginn der Verjährung am 1. Januar 2013 und einem Ablauf mit dem\n31. Dezember 2015 auszugehen.\n\n5 aa) Durch die im Jahr 2012 gegen die D. GmbH\nerhobenen Klagen von Anlegern wurde die Verjährung in Lauf gesetzt.\n\n6 Manifestiert sich die Pflichtverletzung in einer unklaren Vertragsgestaltung, so entsteht der Schaden, sobald der Vertragsgegner aus dem Vertrag\nRechte gegen seinen Vertragspartner herleitet (BGH, Urteil vom 19. Mai 2009\n- IX ZR 43/08, WM 2009, 1376 Rn. 28). Bei dieser Sachlage entstanden Schäden der D. GmbH, die in der fehlerhaften rechtlichen Prüfung der Prospekte durch die Beklagte wurzeln sollen, mit der ihr bekannten\nInanspruchnahme durch einzelne Anleger im Jahr 2012.\n\n7 bb) Der aus einem bestimmten Verhalten erwachsende Schaden ist in\nder Regel als ein Ganzes aufzufassen. Es gilt daher eine einheitliche Verjährungsfrist, wenn schon beim Auftreten des ersten Schadens bei verständiger\nWürdigung mit weiteren wirtschaftlichen Nachteilen gerechnet werden kann\n(BGH, Urteil vom 23. April 2015 - IX ZR 176/12, WM 2015, 2064 Rn. 20). Nach\ndiesen Grundsätzen der Schadenseinheit, an denen weiter festzuhalten ist (vgl.\nkürzlich BGH, Urteil vom 26. Juli 2018 - I ZR 274/16, WM 2018, 1591 Rn. 26),\nbegann die Verjährungsfrist im Jahr 2012 mit der erstmaligen Inanspruchnahme\nder D. GmbH durch Anleger für sämtliche Folgeschäden\nzu laufen. Ohne Erfolg beruft sich die Beschwerde darauf, die Klagewelle aus\ndem Jahr 2012 habe nicht auch die vorliegende Anlage betroffen. Nach den\n\nmangels Einlegung eines Tatbestandsberichtigungsantrags (§ 320 ZPO) bindenden tatbestandlichen Feststellungen des Vordergerichts (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Juli 2014 - IX ZR 287/13, ZInsO 2014, 1661 Rn. 8) richteten\nsich die im Jahre 2012 erhobenen Klagen gegen sämtliche Fonds.\n\n8 b) Eigene Ansprüche aus Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter\nsind nicht begründet. Die Gegenläufigkeit der Interessen der Anleger und der\nD. GmbH steht einem Drittschutz im Blick auf die Beauftragung der Beklagten mit der rechtlichen Prüfung des Prospektinhalts entgegen (vgl. BGH, Urteil vom 23. April 2009 - IX ZR 167/07, WM 2009, 1249\nRn. 42; Beschluss vom 21. September 2017 - IX ZR 12/17, Rn. 2).\n\nKayser Gehrlein Pape\n\nGrupp Möhring\n\nVorinstanzen:\nLG Landshut, Entscheidung vom 20.06.2017 - 81 O 629/17 -\nOLG München, Entscheidung vom 21.02.2018 - 15 U 2276/17 Rae -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-11-15/ix-zr-61-18","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 195","ref_norm":"195","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 199","ref_norm":"199","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 320","ref_norm":"320","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-11-15/ix-zr-61-18","retrieved":"2026-10-24 08:01:05.289818+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-11-15/ix-zr-61-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. 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