{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:100718BXIZR613.17.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2018-07-10","aktenzeichen":"XI ZR 613/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 613/17\n\nvom\n\n10. Juli 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:100718BXIZR613.17.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 10. Juli 2018 durch den\nVizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Maihold und Dr. Matthias\nsowie die Richterinnen Dr. Derstadt und Dr. Dauber\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts\nBraunschweig vom 7. September 2017 wird auf seine Kosten als\nunzulässig verworfen.\n\nStreitwert: 11.547,43 €\n\nGründe:\n\n1 Die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers ist unzulässig, weil der\nWert der mit einer Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000 € nicht\nübersteigt (§ 26 Nr. 8 EGZPO, §§ 544, 97 Abs. 1 ZPO).\n\n2 Im Falle eines wirksamen Widerrufs ist das Schuldverhältnis gemäß\n§ 357 Abs. 1 Satz 1 BGB in der bis zum 12. Juni 2014 geltenden Fassung nach\nden §§ 346 ff. BGB rückabzuwickeln, so dass für den Wert der Beschwer, wenn\nauf Feststellung geklagt wird, dass sich der Darlehensvertrag in ein Rückgewährschuldverhältnis umgewandelt hat, die Leistungen maßgeblich sind, die\nder Darlehensnehmer gemäß §§ 346 ff. BGB beanspruchen zu können meint\n(Senatsbeschluss vom 12. Januar 2016 - XI ZR 366/15, WM 2016, 454\nRn. 6 f.). Maßgeblich sind im Falle einer solchen Feststellungsklage die Zins-\n\nund Tilgungsleistungen bis zum Widerruf (Senatsbeschlüsse vom 4. März 2016\n- XI ZR 39/15, BKR 2016, 204 Rn. 2, vom 25. Oktober 2016 - XI ZR 6/16, WM\n2016, 2299 Rn. 5, vom 10. Januar 2017 - XI ZB 17/16, juris und vom\n21. Februar 2017 - XI ZR 398/16, juris Rn. 2).\n\n3 Demgegenüber bemisst sich der Wert der Beschwer im Falle eines - wie\nhier - vom Darlehensnehmer nach dem Widerruf seiner Vertragserklärung und\nder Saldierung der sich aus §§ 346 ff. BGB ergebenden wechselseitigen Rückgewähr- und Herausgabeansprüche aufgrund einer konkludenten Aufrechnung\nallein noch erhobenen Anspruches auf Zahlung des sich zu seinen Gunsten\nergebenden Saldos nach der bezifferten Höhe dieses Saldos (§§ 3, 4 Abs. 1\nHalbs. 1 ZPO).\n\n4 Aus dem Beschluss des Senats vom 25. Oktober 2016 (XI ZR 6/16, WM\n2016, 2299 f.) ergibt sich nichts anderes (aA Lechner, WM 2017, 737, 744;\nOLG München, Beschluss vom 1. Februar 2017 - 19 W 2119/16, juris\nRn. 15 ff.), denn auch dieser Entscheidung lag ein Fall zu Grunde, in dem die\ndortigen Kläger die Feststellung begehrt hatten, ihren Darlehensvertrag \"wirksam widerrufen\" zu haben. Der daneben von ihnen begehrten negativen Feststellung, der dortigen Beklagten nicht mehr als einen von ihnen aufgrund des\nRückgewährschuldverhältnisses errechneten Saldo zu schulden, hat der Senat\nkeinen eigenständigen, darüber hinausgehenden Wert beigemessen (Senatsbeschluss vom 25. Oktober 2016 - XI ZR 6/16, aaO Rn. 3, 5). Einen Leistungsantrag hatten die dortigen Kläger hingegen nicht gestellt.\n\n5 Damit ist der vorliegende Fall nicht vergleichbar, denn hier hat der Kläger\nzwar in beiden Vorinstanzen den Antrag angekündigt, festzustellen, dass der\nvon den Parteien geschlossene Darlehensvertrag durch die Erklärung des Klägers wirksam widerrufen wurde und sich in ein Rückgewährschuldverhältnis\n\numgewandelt hat. In beiden Vorinstanzen hat der Kläger diesen Feststellungsantrag jedoch nicht gestellt (§ 137 Abs. 1 ZPO), sondern sein Klagebegehren\njeweils vor der mündlichen Verhandlung in ein Zahlungsbegehren in Höhe des\nvon ihm aufgrund des Rückgewährschuldverhältnisses errechneten Saldos\nnebst Zinsen geändert. Nur über diesen Leistungsantrag ist in den Vorinstanzen\njeweils entschieden worden, so dass der Kläger durch dessen Abweisung seitens des Berufungsgerichts auch nur in dessen Höhe im Sinne von § 26 Nr. 8\nEGZPO beschwert ist.\n\nEllenberger Maihold Matthias\n\nDerstadt Dauber\n\nVorinstanzen:\nLG Braunschweig, Entscheidung vom 12.12.2016 - 8 O 863/16 -\nOLG Braunschweig, Entscheidung vom 07.09.2017 - 8 U 7/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-07-10/xi-zr-613-17","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 346","ref_norm":"346","n":3},{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 137","ref_norm":"137","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-07-10/xi-zr-613-17","retrieved":"2026-10-24 08:02:04.088973+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-07-10/xi-zr-613-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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