{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:050718B1STR171.17.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2018-07-05","aktenzeichen":"1 StR 171/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 171/17\n\nvom\n5. Juli 2018\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Steuerhinterziehung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2018:050718B1STR171.17.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2018 gemäß\n§ 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:\n\nDie Revision der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Paderborn vom 16. Dezember 2016 wird mit der\nMaßgabe als unbegründet verworfen, dass von der verhängten Gesamtfreiheitsstrafe ein weiterer Monat, mithin\ninsgesamt fünf Monate als vollstreckt gelten.\n\nDie Beschwerdeführerin hat die Kosten des Rechtsmittels\nzu tragen.\n\nGründe:\n\n1 1. Wegen der Verletzung des Gebots zügiger Verfahrenserledigung\n(Art. 6 Abs. 1 Satz 1 MRK, Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 3 GG) durch die\nDauer des Revisionsverfahrens war der Angeklagten eine angemessene Kompensation zu gewähren. Um die Verfahrensverzögerung auszugleichen, stellt\nder Senat fest, dass ein weiterer Monat der erkannten Gesamtfreiheitsstrafe als\nvollstreckt gilt.\n\n2 2. Die gegen die Verurteilung insgesamt gerichtete Revision hat nur einen geringen Teilerfolg, so dass es nicht unbillig ist, die Beschwerdeführerin mit\nden gesamten Kosten und Auslagen ihres Rechtsmittels zu belasten (§ 473\nAbs. 1 und 4 StPO).\n\n3 3. Die von dem Generalbundesanwalt beantragte Einstellung des Verfahrens gemäß § 154 Abs. 2 StPO hinsichtlich des Tatvorwurfs gemäß § 266a\n\nStGB für den Beitragsmonat Oktober 2010 bleibt dem Landgericht vorbehalten.\nDem Senat war eine entsprechende Entscheidung verwehrt, da das Verfahren\ninsoweit noch beim Landgericht anhängig ist, weil dieses hierüber keine Entscheidung getroffen hat (vgl. BGH, Beschluss vom 23. November 2017 – 1 StR\n150/17, BGHR StGB § 47 Abs. 1 Umstände 9 Rn. 12 mwN). Eine Erledigung\ndieser Tat durch Einstellungsbeschluss gemäß § 154 Abs. 2 StPO hat der\nSenat den Sachakten nicht entnehmen können. Das Landgericht wird, um seiner Kognitionspflicht (§ 264 Abs. 1 StPO) zu entsprechen, über diese Tat daher\nnoch zu entscheiden haben (vgl. BGH, Beschluss vom 27. April 2017 – 1 StR\n26/17 Rn. 3).\n\nRaum Jäger Bellay\n\nFischer Hohoff","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-07-05/1-str-171-17","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 266a","ref_norm":"266a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 264","ref_norm":"264","n":1},{"jurabk":"EMRK","ref":"Art 6","ref_norm":"6","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-07-05/1-str-171-17","retrieved":"2026-10-24 07:52:16.809822+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-07-05/1-str-171-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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