{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Anwaltsenat_NA_2018-06-05_NA_AnwZBrfg_8_17_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:050618BANWZ.BRFG.8.17.0","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2018-06-05","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 8/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 8/17\n\nvom\n\n5. Juni 2018\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Widerrufs der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft\n\nECLI:DE:BGH:2018:050618BANWZ.BRFG.8.17.0\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Vorsitzenden\nRichter Prof. Dr. Kayser, die Richter Dr. Bünger und Dr. Remmert sowie den\nRechtsanwalt Dr. Lauer und die Rechtsanwältin Merk\n\nam 5. Juni 2018\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag der Klägerin auf Zulassung der Berufung gegen das\nUrteil des 1. Senats des Anwaltsgerichtshofs des Landes Nordrhein-Westfalen vom 16. Dezember 2016 wird als unzulässig verworfen.\n\nDie Klägerin hat die Kosten des Zulassungsverfahrens zu tragen.\n\nDer Streitwert des Zulassungsverfahrens wird auf 50.000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Beklagte widerrief mit Bescheid vom 24. August 2016 die Zulassung\nder Klägerin zur Rechtsanwaltschaft wegen Fehlens der vorgeschriebenen Berufshaftpflichtversicherung (§ 14 Abs. 2 Nr. 9 BRAO). Die hiergegen gerichtete\nKlage hat der Anwaltsgerichtshof mit Urteil vom 16. Dezember 2016 als unzulässig verworfen, da es aufgrund des in dem Verfahren AnwZ (Brfg) 61/15 bereits bestandskräftig erfolgten Widerrufs der Anwaltszulassung wegen Vermö-\n\ngensverfalls (§ 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO) an einem Rechtsschutzinteresse im vorliegenden Verfahren fehle.\n\n2 Mit Schriftsatz vom 11. Februar 2017 hat die Klägerin die Zulassung der\nBerufung sowie Prozesskostenhilfe für das Zulassungs- und das Berufungsverfahren beantragt. Hilfsweise für den Fall der Unzulässigkeit des von ihr selbst\nverfassten Zulassungsantrags wegen fehlender Postulationsfähigkeit hat die\nKlägerin die Gewährung von Prozesskostenhilfe für einen nach deren Bewilligung nachzuholenden wirksamen Antrag auf Zulassung der Berufung durch\neinen ihr beizuordnenden Rechtsanwalt beantragt.\n\n3 Der Senat hat durch Beschluss vom 20. März 2018 den vorbezeichneten\nProzesskostenhilfeantrag der Klägerin abgelehnt, da die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 112c Abs. 1 Satz 1\nBRAO, § 166 VwGO, § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Auf die Gründe dieses Beschlusses wird wegen der Einzelheiten Bezug genommen.\n\nII.\n\n4 Der Antrag der Klägerin auf Zulassung der Berufung ist unzulässig, da er\ndem Vertretungszwang unterliegt und daher von einem Prozessbevollmächtigten hätte gestellt werden müssen. Hierauf ist die Klägerin durch den Senat hingewiesen worden.\n\n5 Der Bundesgerichtshof tritt bei verwaltungsrechtlichen Anwaltssachen im\nBerufungsverfahren an die Stelle des Oberverwaltungsgerichts (§ 112e Satz 2\nBRAO). Nach § 112e Satz 2 BRAO, § 125 Abs. 1 Satz 1, § 67 Abs. 4 Satz 1\nVwGO müssen sich die Beteiligten in einem solchen Verfahren, außer im Prozesskostenhilfeverfahren, durch Prozessbevollmächtigte vertreten lassen. Dies\n\ngilt gemäß § 67 Abs. 4 Satz 2 VwGO - worauf die Klägerin in der Rechtsmittelbelehrung des angegriffenen Urteils des Anwaltsgerichtshofs hingewiesen worden ist - auch für Prozesshandlungen, durch die ein Verfahren eingeleitet wird.\nBei dem hier in Rede stehenden Antrag auf Zulassung der Berufung nach\n§ 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 4 VwGO handelt es sich um eine solche einleitende Prozesshandlung (Senatsbeschluss vom 20. März 2018 - AnwZ (Brfg)\n8/17, juris Rn. 5 mwN).\n\n6 Hiervon ausgehend konnte die Klägerin im vorliegenden Verfahren einen\nAntrag auf Zulassung der Berufung nicht wirksam selbst stellen. Denn ihre Zulassung zur Rechtsanwaltschaft war mit dem im Verfahren AnwZ (Brfg) 61/15\nergangenen Beschluss des Senats vom 9. November 2016 (veröffentlicht in\njuris) bestandskräftig widerrufen. Es hätte daher im vorliegenden Verfahren der\nVertretung durch einen Prozessbevollmächtigten (§ 112e Satz 2 BRAO, § 125\nAbs. 1 Satz 1, § 67 Abs. 4 Satz 3, Abs. 2 Satz 1 VwGO) bedurft. Daran fehlt es\nhier.\n\nIII.\n\n7 Die Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154\nAbs. 2 VwGO, die Festsetzung des Streitwerts auf § 194 Abs. 2 Satz 1 BRAO.\n\nKayser Bünger Remmert\n\nLauer Merk\n\nVorinstanz:\nAGH Hamm, Entscheidung vom 16.12.2016 - 1 AGH 85/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-06-05/anwz-brfg-8-17","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":4},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112c","ref_norm":"112c","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 67","ref_norm":"67","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 194","ref_norm":"194","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 166","ref_norm":"166","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-06-05/anwz-brfg-8-17","retrieved":"2026-10-24 07:51:15.426512+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-06-05/anwz-brfg-8-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2018-06-05","dockets":["AnwZ (Brfg) 8/17"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:050618BANWZ.BRFG.8.17.0","ids":{"doknr":"CEBGH-BGH_Anwaltsenat_NA_2018-06-05_NA_AnwZBrfg_8_17_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:050618BANWZ.BRFG.8.17.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 05.06.2018 – AnwZ (Brfg) 8/17","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-06-05/anwz-brfg-8-17","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Antrag der Klägerin auf Zulassung der Berufung gegen das\nUrteil des 1. 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