{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:260417B5STR90.17.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2017-04-26","aktenzeichen":"5 StR 90/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 90/17\n\nvom\n26. April 2017\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schwerer Körperverletzung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2017:260417B5STR90.17.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 26. April 2017 gemäß\n§ 349 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nFrankfurt an der Oder vom 8. November 2016 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\n1. Entgegen der Auffassung des Landgerichts hat der Angeklagte nicht § 226\nAbs. 1 Nr. 2 StGB (dauernde Gebrauchsunfähigkeit eines wichtigen Körpergliedes), sondern insoweit § 226 Abs. 1 Nr. 3 StGB (Lähmung) erfüllt (vgl. BGH,\nBeschluss vom 3. Mai 1988 – 1 StR 167/88, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Lähmung 1). Das ändert aber nichts daran, dass ihm die Begehung von drei Varianten des § 226 Abs. 1 StGB angelastet werden durfte (außer der genannten\nzudem Verlust des Sehvermögens nach Absatz 1 Nr. 1 und geistige Behinderung nach Absatz 1 Nr. 3).\n\n2. Die Strafkammer hat zum Nachteil des Angeklagten gewichtet, dass es sich\nbei dem Opfer „noch um ein sehr junges Kind handelt, welches im Weiteren mit\nden Verletzungsfolgen zu leben hat“ (UA S. 17). Darin liegt – anders als die\nRevision meint – keine unzulässige Wertabstufung menschlichen Lebens (dazu\nBGH, Urteil vom 13. September 1995 – 3 StR 221/95, BGHR StGB § 46 Abs. 3\nTotschlag 1; LK-StGB/Theune, 12. Aufl., § 46 Rn. 148, jeweils mwN) bzw. der\nkörperlichen Unversehrtheit. Vielmehr hat das Landgericht rechtsfehlerfrei darauf abgestellt, dass das zur Tatzeit knapp neun Monate alte Kind voraussichtlich lange Zeit an den schweren Folgen der Tat wird leiden müssen.\n\nMutzbauer Sander Dölp\n\nKönig Mosbacher","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-04-26/5-str-90-17","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 226","ref_norm":"226","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-04-26/5-str-90-17","retrieved":"2026-10-24 07:56:20.537017+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-04-26/5-str-90-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. Strafsenat","date":"2017-04-26","dockets":["5 StR 90/17"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:260417B5STR90.17.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:260417B5STR90.17.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 26.04.2017 – 5 StR 90/17","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-04-26/5-str-90-17","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"StGB/226","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"226","label":"§ 226 StGB","mentions":3},{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:56:20.537017+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}