{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2017-01-26_5_StR_531_16_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:260117B5STR531.16.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2017-01-26","aktenzeichen":"5 StR 531/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 531/16\n\nvom\n26. Januar 2017\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2017:260117B5STR531.16.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Januar 2017 beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Neuruppin vom 18. Juli 2016 im Ausspruch über die\nEinziehung\n\na) dahin neugefasst, dass die sichergestellten 81,75 Gramm\nAmphetamin, 39,42 Gramm Kokain und 77,74 Gramm\nCannabis eingezogen werden;\n\nb) im Übrigen mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in 22 Fällen, davon in zehn Fällen in nicht geringer Menge, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt, eine\nVerfallsentscheidung getroffen und die Einziehung der „sichergestellten Mobiltelefone und Betäubungsmittel“ angeordnet. Die mit Verfahrensrügen und der\nSachrüge begründete, auf den Rechtsfolgenausspruch beschränkte Revision\nerzielt den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4\nStPO); im Übrigen ist sie aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO unbegründet.\n\n2 Die im Urteil ausgesprochene Einziehungsentscheidung ist fehlerhaft.\nNach ständiger Rechtsprechung müssen einzuziehende Gegenstände im Tenor\nso genau angegeben werden, dass bei allen Beteiligten und den Vollstreckungsorganen Klarheit über den Umfang der Einziehung besteht (vgl. BGH,\nBeschluss vom 10. November 2016 – 1 StR 453/16 mwN). Diesen Anforderungen wird die Kennzeichnung der Einziehungsgegenstände nicht gerecht.\n\n3 Soweit die Einziehung der „sichergestellten Betäubungsmittel“ angeordnet worden ist, bedarf es jedoch keiner Zurückverweisung. Die Urteilsgründe\nenthalten die bei Betäubungsmitteln erforderlichen Angaben über Art und Menge, so dass die konkrete Bezeichnung der einzuziehenden Gegenstände in\nentsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO vom Senat nachgeholt\nwerden kann (vgl. BGH, Beschlüsse vom 14. Mai 2014 – 3 StR 398/13,\nNStZ-RR 2015, 16, 17; und vom 23. November 2010 – 3 StR 393/10). Hinsichtlich der „sichergestellten Mobiltelefone“ kommt dies jedoch nicht in Betracht;\ndas Urteil enthält schon keine Bezeichnung zu ihrer Individualisierung. Ohnehin\nergeben die bisherigen Feststellungen keine hinreichenden Anhaltspunkte da-\n\nfür, dass Telefone zur Begehung der Taten verwendet worden sind, mithin die\nsachlich-rechtlichen Einziehungsvoraussetzungen vorliegen. Die Sache bedarf\ninsoweit neuer Verhandlung und Entscheidung.\n\nMutzbauer Sander Schneider\n\nDölp König","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-01-26/5-str-531-16","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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