{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-1_NA_2017-01-26_1_StR_671_16_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:260117B1STR671.16.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2017-01-26","aktenzeichen":"1 StR 671/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 671/16\n\nvom\n26. Januar 2017\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schweren Bandendiebstahls u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2017:260117B1STR671.16.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Januar 2017 gemäß § 44\nSatz 1, § 46 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\nDem Angeklagten wird auf seinen Antrag gegen die Versäumung\nder Frist zur Einlegung der Revision gegen das Urteil des Landgerichts Tübingen vom 28. Oktober 2016 auf seine Kosten Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.\n\nDie Frist zur Begründung der Revision beginnt mit der Zustellung\ndieses Beschlusses, frühestens jedoch mit der Zustellung des\nUrteils.\n\nGründe:\n\n1 Der Angeklagte ist durch in seiner Anwesenheit verkündetes Urteil des\nLandgerichts Tübingen vom 28. Oktober 2016 u.a. wegen zahlreicher Taten des\nschweren Bandendiebstahls zu einer mehrjährigen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden.\n\n2 Mit am 8. November 2016 bei dem Landgericht eingegangenem Schriftsatz seines Verteidigers hat er Revision gegen das vorgenannte Urteil eingelegt. Am darauffolgenden Tag ging ein weiteres Schreiben des Verteidigers ein,\n\nin dem dieser Wiedereinsetzung in die Revisionseinlegungsfrist beantragte und\n(erneut) Revision einlegte.\n\n3 Der Antrag auf Wiedereinsetzung in die Versäumung der Wochenfrist\ndes § 341 Abs. 1 StPO hat Erfolg. Dem Angeklagten war die Wiedereinsetzung\nzu gewähren, weil er ohne sein Verschulden an der rechtzeitigen Einlegung der\nRevision gehindert war (§ 44 Satz 1 StPO).\n\n4 1. Das Wiedereinsetzungsgesuch genügt den gesetzlichen Anforderungen aus § 45 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 und 2 StPO. Da die Einhaltung der\nWochenfrist des § 45 Abs. 1 StPO vorliegend nach Aktenlage offensichtlich ist,\nbedurfte es ausnahmsweise nicht des Vortrags und der Glaubhaftmachung,\nwann das der rechtzeitigen Vornahme der versäumten Handlung entgegenstehende Hindernis weggefallen ist und der Angeklagte davon Kenntnis erhalten\nhat (vgl. zu diesem Erfordernis BGH, Beschlüsse vom 13. Januar 2016 – 4 StR\n452/15 Rn. 2 [in NStZ-RR 2016, 86 nur redaktioneller Leitsatz]; vom 29. Januar\n2013 – 4 StR 320/12, NStZ 2013, 474; vom 8. Januar 2013 – 1 StR 621/12\nRn. 4 und vom 4. August 2010 – 2 StR 365/10 Rn. 3).\n\n5 2. Im Übrigen wird ein Verschulden der Kanzlei seines Verteidigers an\nder Fristversäumung glaubhaft gemacht, das dem Angeklagten nicht zuzurechnen ist. Es ist weiterhin vorgetragen und mittels anwaltlicher Versicherung\nglaubhaft gemacht, der Angeklagte habe den Verteidiger nach Urteilsverkündung mit der Erhebung der Revision beauftragt. Anhaltspunkte dafür, dass er\n\nmit der Fristversäumung seitens des Verteidigers hätte rechnen müssen (vgl.\nSchmitt in Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 59. Aufl., § 44 Rn. 18 mwN), sind nicht\nersichtlich.\n\nRaum Graf Bellay\n\nCirener Radtke","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-01-26/1-str-671-16","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 46","ref_norm":"46","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 341","ref_norm":"341","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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