{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-09_NA_2017-06-22_IX_ZR_99_16_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:220617BIXZR99.16.0","court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2017-06-22","aktenzeichen":"IX ZR 99/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZR 99/16\n\nvom\n\n22. Juni 2017\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2017:220617BIXZR99.16.0\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nProf. Dr. Kayser, die Richterin Lohmann, die Richter Prof. Dr. Pape,\nDr. Schoppmeyer und Meyberg\n\nam 22. Juni 2017\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Beklagten gegen den Senatsbeschluss\nvom 20. April 2017 wird, soweit sie sich gegen die Zurückweisung\nder Nichtzulassungsbeschwerde richtet, als unzulässig verworfen.\nIm Übrigen wird sie zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Die Anhörungsrüge gegen die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde ist mangels Einlegung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt unzulässig. Im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde\nbesteht Anwaltszwang (§ 78 Abs. 1 ZPO). Dies gilt auch für eine in diesem Verfahren erhobene Anhörungsrüge (BGH, Beschluss vom 25. April 2012 - IX ZR\n126/10).\n\n2 Davon abgesehen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet. Die Gerichte sind nach Art. 103 Abs. 1 GG verpflichtet, das Vorbringen der Parteien\nzur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. Hingegen ist es nicht er-\n\nforderlich, alle Einzelpunkte des Parteivortrags in den Gründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu bescheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f). Der Senat hat\ndie Ausführungen des Beklagten in vollem Umfang daraufhin geprüft, ob sie\neinen Zulassungsgrund ergeben, und hat die Beanstandungen sämtlich für\nnicht durchgreifend erachtet. Von einer weiterreichenden Begründung wird in\nentsprechender Anwendung des § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.\nWeder aus § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO noch unmittelbar aus dem Verfassungsrecht ergibt sich eine Verpflichtung zu einer weitergehenden Begründung der\nEntscheidung (BVerfG, NJW 2011, 1497). Nach der Gesetzesbegründung kann\neine Anhörungsrüge gegen die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwerde nicht dazu eingelegt werden, eine Ergänzung der Begründung herbeizuführen (vgl. BT-Drucks. 15/3706 S. 16).\n\n3 2. Die auf § 69a GKG gestützte und ausdrücklich als solche bezeichnete\nAnhörungsrüge des Beklagten gegen die Festsetzung des Streitwertes für das\nVerfahren der Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet. Die behauptete\n\"Verböserung\" gegenüber den Vorinstanzen liegt schon nicht vor.\n\n4 Im Übrigen besteht auch kein Anlass zur Abänderung des vom Senat für\ndas Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde in eigener Zuständigkeit gemäß\n§ 47 Abs. 3 GKG festgesetzten Gebührenstreitwerts. Dieser bestimmt sich nach\nden Wertvorschriften, die für das Revisionsverfahren gelten. Der Beklagte\nwandte sich mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde in der Hauptsache gegen\ndie Verurteilung auf Herausgabe einer näher bezeichneten Urkunde, indes nicht\nmehr gegen die Unzulässigerklärung der Vollstreckung aus dieser Urkunde.\nInsoweit war der Streitwert gegenüber den Vorinstanzen auf 66.500 € zu ermäßigen, was rund 20 v.H. der in der Urkunde titulierten Forderung entspricht.\nSoweit sich der Beklagte mit seiner Beschwerde über die Nichtzulassung der\nRevision hilfsweise gegen die Abweisung seiner Widerklage wandte, worüber\n\nder Senat ebenfalls zu entscheiden hatte, war der Streitwert wie in den Vorinstanzen auf 6.258.203,63 € festzusetzen. Sachliche Einwände hiergegen trägt\nauch die Anhörungsrüge nicht vor.\n\nKayser Lohmann Pape\n\nSchoppmeyer Meyberg\n\nVorinstanzen:\nLG München I, Entscheidung vom 21.09.2015 - 34 O 6307/15 -\nOLG München, Entscheidung vom 14.04.2016 - 8 U 3581/15 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-06-22/ix-zr-99-16","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 69a","ref_norm":"69a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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