{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:210217B5STR598.16.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2017-02-21","aktenzeichen":"5 StR 598/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 598/16\n\nvom\n21. Februar 2017\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schweren Bandendiebstahls\n\nECLI:DE:BGH:2017:210217B5STR598.16.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 21. Februar 2017\ngemäß § 349 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nNeuruppin vom 22. September 2016 wird als unbegründet verworfen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\n1. Auch im Fall II.12 der Urteilsgründe hält die Verurteilung wegen schweren\nBandendiebstahls gemäß § 244a Abs. 1 StGB im Ergebnis der rechtlichen\nÜberprüfung stand. Zwar handelte es sich bei dem Stehlgut um elektrische\nHaushaltsgroßgeräte im Gesamtwert von 1.600 Euro, die „für“ den Angeklagten\nund den Mitangeklagten M. gestohlen und anschließend zu ihnen transportiert wurden, während das Bandenmitglied E. später lediglich 75 Euro erhielt und das weitere Bandenmitglied S. „leer ausging“. Damit haben\ndie Bandenmitglieder hier anders als bei den übrigen (vollendeten) Taten, bei\ndenen in den Tatobjekten ganz überwiegend Bargeld gesucht und entwendet\nwurde, die Beute nicht zu gleichen Teilen unter sich aufgeteilt. Jedoch diente\nauch diese Tat zumindest für drei der Bandenmitglieder dazu, entsprechend\nder Bandenabrede „gemeinsam in Geschäftsräume einzubrechen, … um ihre\nfinanziellen Verhältnisse für die Zukunft aufzubessern“. Zudem wurde dieser\n\nEinbruchsdiebstahl von sämtlichen vier Mitgliedern der Bande verübt, und er\nwies dasselbe Tatmuster auf wie bei den übrigen 30 Diebstahlstaten. Angesichts dieser Umstände begegnet es keinen durchgreifenden Bedenken, dass\ndas Landgericht auch die Begehung der Tat 12 als Bandentat gewertet hat (vgl.\nzur Abgrenzung von Taten, die ausschließlich im Interesse einzelner an einer\nTat beteiligter Bandenmitglieder begangen wurden, BGH, Urteil vom 28. September 2011 – 2 StR 93/11 mwN; Beschlüsse vom 1. Februar 2011\n– 3 StR 432/10, NStZ 2011, 637, und vom 12. November 2015 – 3 StR 346/15,\nStV 2016, 556).\n\n2. Die knappen Feststellungen des Landgerichts im Fall II.16 der Urteilsgründe\nermöglichen dem Senat nicht die Prüfung, ob die Voraussetzungen der von der\nStrafkammer angenommenen Variante des „Einsteigens“ erfüllt sind (vgl. zu\nden Anforderungen BGH, Beschluss vom 10. März 2016 – 3 StR 404/15,\nBGHSt 61, 166, 169 ff. mwN). Auf einer etwa unzutreffenden rechtlichen Bewertung des Landgerichts beruht die Verurteilung im Fall II.16 jedoch nicht, da\nSchuldspruch und Strafrahmenwahl ohnehin wegen des auch hier rechtsfehlerfrei festgestellten Merkmals der Gewerbsmäßigkeit (§ 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3\nStGB) gemäß § 244a Abs. 1 StGB zu erfolgen hatten und das Landgericht im\nRahmen der konkreten Strafzumessung eine Verwirklichung eines zweiten Regelbeispiels des § 243 Abs. 1 Satz 2 StGB nicht strafschärfend berücksichtigt\nhat.\n\nMutzbauer Dölp König\n\nBerger Mosbacher","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-02-21/5-str-598-16","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 243","ref_norm":"243","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 244a","ref_norm":"244a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-02-21/5-str-598-16","retrieved":"2026-10-24 07:56:19.924665+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-02-21/5-str-598-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. Strafsenat","date":"2017-02-21","dockets":["5 StR 598/16"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:210217B5STR598.16.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:210217B5STR598.16.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 21.02.2017 – 5 StR 598/16","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-02-21/5-str-598-16","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"StGB/243","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"243","label":"§ 243 StGB","mentions":2},{"id":"StGB/244a","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"244a","label":"§ 244a StGB","mentions":2},{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:56:19.924665+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}