{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-02_NA_2017-06-20_II_ZR_123_16_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:200617BIIZR123.16.0","court":"BGH","senate":"2. Zivilsenat","decided":"2017-06-20","aktenzeichen":"II ZR 123/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nII ZR 123/16\n\nvom\n\n20. Juni 2017\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2017:200617BIIZR123.16.0\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Juni 2017 durch den\nRichter Prof. Dr. Drescher als Vorsitzenden, die Richter Wöstmann, Born und\nDr. Bernau sowie die Richterin Grüneberg\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung\nder Revision in dem Beschluss des 23. Zivilsenats des\nOberlandesgerichts München vom 11. April 2016 wird auf\nihre Kosten als unzulässig verworfen.\n\nStreitwert: bis 19.000 €\n\nGründe:\n\n1 I. Der Kläger nimmt die Beklagte wegen seiner Beteiligung an der E.\nP. M. GmbH & Co. KG IV aus Prospekthaftung im weiteren\nSinne in Anspruch und verlangt - soweit für die Festsetzung des Werts der mit\nder Revision geltend zu machenden Beschwer von Bedeutung - die Zahlung\nvon 10.388,88 € sowie die Feststellung der Freistellung von sämtlichen Verpflichtungen, die ihm durch die Zeichnung seiner Beteiligung entstanden sind\nund noch entstehen werden.\n\n2 Der Kläger beteiligte sich mit Beitrittserklärung vom 9. November 2005\nals Treugeber mit der Mindesteinlage von 20.000 € zzgl. Agio i.H.v. 3 % an der\nKommanditgesellschaft. Er zahlte lediglich 50 % der Einlage, mithin also\n10.000 €, ein und leistete am 11. Dezember 2012 eine weitere Zahlung in Höhe\n\nvon 388,88 € für den Rückkauf einer Inhaberschuldverschreibung. Die Beklagte\nwar bis zum 1. August 2011 Mittelverwendungskontrolleurin und Treuhandkommanditistin.\n\n3 Das Landgericht hat die Beklagte weitgehend antragsgemäß verurteilt.\nDie hiergegen gerichtete Berufung der Beklagten hat das Berufungsgericht im\nBeschlusswege zurückgewiesen.\n\n4 II. Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision ist unzulässig. Der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer liegt nicht\nüber dem gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO erforderlichen Mindestbetrag von 20.000 €.\nDie Nichtzulassungsbeschwerde hat innerhalb der Beschwerdebegründungsfrist keinen höheren Wert glaubhaft gemacht.\n\n5 1. Es obliegt grundsätzlich dem Beschwerdeführer, darzulegen und\nglaubhaft zu machen, dass er mit der beabsichtigten Revision die Abänderung\ndes Berufungsurteils in einem Umfang erstreben will, der die Wertgrenze von\n20.000 € übersteigt. Maßgebend für die Bewertung der Beschwer der Nichtzulassungsbeschwerde ist der Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung vor\ndem Berufungsgericht (BGH, Beschluss vom 25. Februar 2014 - II ZR 156/13,\nNZI 2014, 357 Rn. 9). Der Senat ist an die Streitwertfestsetzung des Berufungsgerichts nicht gebunden (BGH, Beschluss vom 8. November 2016\n- II ZR 8/16, juris Rn. 5; Beschluss vom 6. Dezember 2010 - II ZR 99/09, juris\nRn. 3).\n\n6 2. Durch die Verurteilung zur Zahlung ist die Beklagte in Höhe von\n10.388,88 € beschwert. Der Wert der Beschwer durch die Feststellung der Freistellungsverpflichtung beträgt nicht mehr als 8.480 €.\n\n7 a) Bei dem Freistellungsantrag handelt es sich um einen (positiven)\nFeststellungsantrag. Entscheidend für die Bemessung seines Werts ist, in welcher Höhe die Beklagte mit einer (späteren) Inanspruchnahme durch den Kläger rechnen muss. Sodann ist nach ständiger Rechtsprechung ein Abschlag in\nHöhe von 20 % vorzunehmen (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Oktober 2016\n- III ZR 300/15, juris Rn. 10).\n\n8 b) Nach der Behauptung des Klägers bestehen aufgrund der Beteiligung\ngegen ihn gerichtete Forderungen in Höhe der noch ausstehenden 50 % der zu\nerbringenden Einlage zuzüglich Agio, mithin in Höhe von maximal 10.600 €. Nur\nbis zu dieser Höhe muss der Kläger mit einer Inanspruchnahme rechnen, sei es\ndurch die Fondsgesellschaft zur Aufbringung der hälftig ausstehenden Einlage\nzzgl. Agio, oder sei es durch Gesellschaftsgläubiger gemäß § 171 Abs. 1 HGB.\nEventuelle Zahlungen an Gesellschaftsgläubiger kämen im Ergebnis einer Einlageleistung gleich (vgl. BGH, Urteil vom 29. September 2015 - II ZR 403/13,\nBGHZ 207, 54 Rn. 24; siehe auch Staub/Thiessen, HGB, 5. Aufl. § 171\nRn. 99 ff. mwN). Nach Abzug von 20 % verbleiben 8.480 €. Eine darüber hin-\n\nausgehende Beschwer der Beklagten aus der Feststellung ihrer Verpflichtung,\nden Kläger freizustellen, hat die Nichtzulassungsbeschwerde nicht dargelegt.\n\nDrescher Wöstmann Born\n\nBernau Grüneberg\n\nVorinstanzen:\nLG München I, Entscheidung vom 16.10.2015 - 3 O 11195/15 -\nOLG München, Entscheidung vom 11.04.2016 - 23 U 4187/15 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-06-20/ii-zr-123-16","cited_norms":[{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":1},{"jurabk":"HGB","ref":"§ 171","ref_norm":"171","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-06-20/ii-zr-123-16","retrieved":"2026-10-24 07:57:36.299727+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-06-20/ii-zr-123-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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