{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:131117BNOTZ.BRFG.4.16.0","court":"BGH","senate":"Senat für Notarsachen","decided":"2017-11-13","aktenzeichen":"NotZ (Brfg) 4/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nNotZ(Brfg) 4/16\n\nvom\n13. November 2017\n\nin der verwaltungsrechtlichen Notarsache\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2017:131117BNOTZ.BRFG.4.16.0\n\nDer Senat für Notarsachen des Bundesgerichtshofs hat am 13. November 2017\ndurch den Vorsitzenden Richter Galke, den Richter Prof. Dr. Radtke und die\nRichterin Dr. Roloff sowie die Notare Dr. Strzyz und Dr. Hahn\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Klägers vom 4. Juli 2017 wird auf seine\nKosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Der Senat hatte mit Beschluss vom 21. November 2016 auf einen entsprechenden Antrag des Beklagten zu 2) dessen Berufung gegen das Urteil\ndes Senats für Notarsachen des Oberlandesgerichts München vom 21. April\n2016 zugelassen. Mit Urteil vom 13. März 2017, auf das wegen der näheren\nBegründung verwiesen wird, hat er auf die Berufung des Beklagten zu 2) das\nvorgenannte Urteil des Oberlandesgerichts in näher bezeichnetem Umfang\naufgehoben und die Klage auch insoweit abgewiesen. Hiergegen wendet sich\nder Kläger mit seiner Anhörungsrüge.\n\n2 Die zulässige Anhörungsrüge hat in der Sache keinen Erfolg. Das Urteil\ndes Senats vom 13. März 2017 verletzt das Recht des Klägers auf Gewährung\nrechtlichen Gehörs nach Art. 103 Abs. 1 GG nicht. Der Senat hat kein zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen des Klägers übergangen und sein rechtliches Gehör auch nicht in sonstiger Weise verkürzt.\n\n3 1. Die Gerichte sind nach Art. 103 Abs. 1 GG zwar verpflichtet, das Vorbringen der Parteien zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. Ein\nVerstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG wird jedoch nicht dadurch begründet, dass\nder Senat die Rechtsauffassung des Klägers nicht teilt (vgl. BVerfGE 64, 1, 12).\nAuch gewährt Art. 103 Abs. 1 GG keinen Schutz gegen Entscheidungen, die\nden Sachvortrag eines Beteiligten aus Gründen des formellen oder materiellen\nRechts teilweise oder ganz unberücksichtigt lassen (st. Rspr.; vgl. BVerfGE 21,\n191, 194; 70, 288, 294). Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein Gericht\ndas von ihm entgegengenommene Vorbringen der Beteiligten zur Kenntnis genommen und in Erwägung gezogen hat (st. Rspr.; siehe nur BVerfG, Beschluss\nvom 24. Februar 2009 - 1 BvR 189/09 Rn. 9). Das Gericht braucht nicht jedes\nVorbringen der Beteiligten in den Gründen der Entscheidung ausdrücklich zu\nbescheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f.).\n\n4 2. Gemessen an diesem Maßstab ist eine Verletzung des Rechts auf\nGewährung rechtlichen Gehörs durch das angegriffene Senatsurteil nicht festzustellen.\n\n5 Der Senat hat bei der Überprüfung des dem Beklagten zu 2) durch § 52\nAbs. 2 Satz 1 BNotO eingeräumten Ermessens über die vom Kläger begehrte\nGestattung, die Amtsbezeichnung \"Notar\" mit dem Zusatz \"außer Dienst (a.D.)\"\nzu führen, maßgeblich auf die Bedeutung der Rücknahme- bzw. Widerrufsgründe aus § 52 Abs. 3 Satz 1 BNotO abgestellt und dabei an die Vermögensverhältnisse des Klägers angeknüpft (§ 52 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. § 50 Abs. 1\nNr. 6 BNotO). Diese sind nicht nur in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat erörtert, sondern auch bereits während des gesamten Verwaltungsverfahrens von dem Beklagten zu 2) - neben weiteren Erwägungen - zum Gegenstand seiner Ermessensausübung gemacht worden. Der Senat hat seinem Ur-\n\nteil gerade diejenigen Umstände über den Verlauf des 2001 eröffneten Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Klägers und den Stand noch offener\nForderungen zugrunde gelegt, die vom Kläger selbst vorgetragen worden sind.\nDass der Senat diesen tatsächlichen Umständen eine andere rechtliche Bedeutung zumisst, als der Kläger dies für rechtlich geboten erachtet, begründet gerade keine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör.\n\n6 3. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs folgt auch nicht aus dem Zeitraum bis zum Eingang des mit allen Unterschriften einschließlich derjenigen der\nnotariellen Beisitzer versehenen Urteils auf der Geschäftsstelle. Vor Ablauf einer fünfmonatigen Frist ist nicht zu besorgen, dass die Erinnerung der Richter\nan den Inhalt der mündlichen Verhandlung und der Beratung nicht mehr hinreichend verlässlich ist (vgl. Gemeinsamer Senat der obersten Gerichtshöfe des\nBundes, Beschluss vom 27. April 1993 - GmS-OBG 1/92, BVerwGE 92,\n367 ff.).\n\nGalke Radtke Roloff\n\nStrzyz Hahn\n\nVorinstanz:\nOLG München, Entscheidung vom 21.04.2016 - VA-Not 2/14 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-11-13/notz-brfg-4-16","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":4},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":2},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 50","ref_norm":"50","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-11-13/notz-brfg-4-16","retrieved":"2026-10-24 07:51:48.111366+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-11-13/notz-brfg-4-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Notarsachen","date":"2017-11-13","dockets":["NotZ (Brfg) 4/16"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:131117BNOTZ.BRFG.4.16.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:131117BNOTZ.BRFG.4.16.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 13.11.2017 – NotZ (Brfg) 4/16","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-11-13/notz-brfg-4-16","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Anhörungsrüge des Klägers vom 4. 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