{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:121217BXIZR769.16.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2017-12-12","aktenzeichen":"XI ZR 769/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 769/16\n\nvom\n\n12. Dezember 2017\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2017:121217BXIZR769.16.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. Dezember 2017 durch\nden Vizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Dr. Joeres und\nDr. Matthias sowie die Richterinnen Dr. Menges und Dr. Dauber\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 16. Zivilsenats des Oberlandesgerichts\nDüsseldorf vom 25. November 2016 wird zurückgewiesen, weil die\nRechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).\n\nDie vom Senat nach Erlass des Berufungsurteils entschiedene\nFrage, ob eine an den gesetzlichen Vorgaben orientierte Sammelbelehrung grundsätzlich auch dann zulässig sei, wenn verbundene\nVerträge nicht vorliegen (Senatsurteil vom 21. Februar 2017\n- XI ZR 467/15, WM 2017, 906 Rn. 49 ff.; Senatsbeschluss vom\n24. Januar 2017 - XI ZR 66/16, WM 2017, 370 Rn. 9 ff.), ist für\nden Rechtsstreit nicht entscheidungsrelevant. Das Berufungsgericht hat in den Gründen des Berufungsurteils festgestellt, die Beklagte habe unter der Überschrift \"Finanzierte Geschäfte\" die beiden Varianten des § 358 Abs. 3 Satz 3 BGB in der bis zum\n12. Juni 2014 geltenden Fassung durch die Konjunktion \"und\" und\nnicht durch die Konjunktion \"oder\" verbunden. Diese Feststellung\nist nicht wegen einer konkreten Bezugnahme auf anderslautende\nAktenteile als widersprüchlich unbeachtlich (BGH, Urteile vom\n12. Mai 2015 - VI ZR 102/14, WM 2015, 1562 Rn. 48 und vom\n\n22. Dezember 2015 - VI ZR 101/14, juris Rn. 49 mwN). Das Zitat\n\"Bl. 5 ff. d. A.\" des Landgerichts betrifft nur den Vertragsschluss\nals solchen, so dass auch die Bezugnahme des Berufungsgerichts\ngemäß § 540 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO \"auf die tatsächlichen Feststellungen des landgerichtlichen Urteils\" nicht zu einem beachtlichen Widerspruch führt. Die Beweiskraft des Tatbestands ist weder durch das Sitzungsprotokoll entkräftet noch hat die Beklagte\ndie Feststellung des Berufungsgerichts zu der Fassung der Widerrufsbelehrung unter der Überschrift \"Finanzierte Geschäfte\" mit einem Tatbestandsberichtigungsantrag angegriffen. Damit ist in dritter Instanz davon auszugehen, die Beklagte habe die Kläger durch\neinen fehlerhaften Zusatz unwirksam über ihr Widerrufsrecht belehrt (vgl. Senatsurteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM\n2009, 1497 Rn. 17).\n\nDie Ausführungen des Berufungsgerichts zur Frage der Verwirkung des Widerrufsrechts lassen hinreichend erkennen, dass es\nsich sowohl an der ihm bereits bekannten Rechtsprechung des\nSenats orientieren wollte als auch die besonderen Umstände des\nEinzelfalls hinreichend in den Blick genommen hat. Soweit das\nBerufungsgericht in ersichtlich ungewolltem Widerspruch zu dem\nSenatsurteil vom 12. Juli 2016 (XI ZR 564/15, BGHZ 211, 123\nRn. 37; vgl. auch Senatsurteile vom 11. Oktober 2016 - XI ZR\n482/15, BGHZ 212, 207 Rn. 30 und vom 14. März 2017 - XI ZR\n442/16, WM 2017, 849 Rn. 27) für das Zeitmoment nicht auf den\nZeitpunkt des Vertragsschlusses abgestellt hat, sind seine Ausführungen, weil es schon das Umstandsmoment verneint hat, nicht\ntragend.\n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2\nHalbsatz 2 ZPO abgesehen.\n\nDie Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens\n(§ 97 Abs. 1 ZPO).\n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt bis\n30.000 €.\n\nEllenberger Joeres Matthias\n\nMenges Dauber\n\nVorinstanzen:\nLG Wuppertal, Entscheidung vom 26.11.2015 - 4 O 274/15 -\nOLG Düsseldorf, Entscheidung vom 25.11.2016 - I-16 U 5/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-12-12/xi-zr-769-16","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 540","ref_norm":"540","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-12-12/xi-zr-769-16","retrieved":"2026-10-24 08:02:01.451200+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-12-12/xi-zr-769-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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