{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:121217BIIZB25.16.0","court":"BGH","senate":"2. Zivilsenat","decided":"2017-12-12","aktenzeichen":"II ZB 25/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nII ZB 25/16\n\nvom\n\n12. Dezember 2017\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2017:121217BIIZB25.16.0\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. Dezember 2017 durch die\nRichterin Grüneberg als Einzelrichterin\n\nbeschlossen:\n\nDie Erinnerung des Klägers gegen den Kostenansatz vom\n10. Juli 2017 gemäß Kostenrechnung vom 24. Juli 2017,\nKassenzeichen: 780017136766, wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 I. Der Kläger hat in dem Verfahren 48 C 114/15 AG Hamburg die Bewilligung von Prozesskostenhilfe für eine Klage auf Auszahlung von Baugenossenschaftsanteilen beantragt. Das Amtsgericht hat den Antrag mit Beschluss vom\n21. Oktober 2015 abgelehnt, die dagegen erhobene sofortige Beschwerde ist\nnach Nichtabhilfe und Vorlage durch das Amtsgericht mit Beschluss des Landgerichts vom 18. Januar 2016 zurückgewiesen worden.\n\n2 Am 4. Februar 2016 hat der Kläger mit der Begründung, er habe eine im\nNichtabhilfebeschluss des Amtsgerichts erwähnte Stellungnahme der Beklagten\nnicht erhalten, beim Landgericht die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand\nbeantragt. Das Landgericht hat diesen Antrag mit Beschluss vom 11. Februar\n2016, dem Kläger zugestellt am 17. Juni 2016, zurückgewiesen; das Oberlandesgericht hat die dagegen erhobene sofortige Beschwerde des Klägers nach\n\nNichtabhilfe und Vorlage durch das Landgericht mit Beschluss vom\n29. November 2016 (Az. 10 W 12/16), dem Kläger zugestellt am 3. Dezember\n2016, als unzulässig verworfen.\n\n3 Gegen diesen Verwerfungsbeschluss hat der Kläger am 30. Dezember\n2016 Rechtsbeschwerde eingelegt und die Bewilligung von Prozesskostenhilfe\nfür das Beschwerdeverfahren beantragt. Auf den Hinweis der Rechtspflegerin,\ndass eine Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss gemäß § 574 Abs. 1 ZPO\nnicht statthaft sei, die Bewilligung von Prozesskostenhilfe daher nicht in Betracht komme und die Beschwerde im Fall einer Entscheidung kostenpflichtig\nverworfen werden müsste, hat der Kläger seine Rechtsbeschwerde mit Schreiben vom 17. Juni 2017 aufrecht erhalten.\n\n4 Mit Beschluss vom 30. Juni 2017 hat der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs den Prozesskostenhilfeantrag des Klägers mangels hinreichender\nErfolgsaussicht abgelehnt und die Rechtsbeschwerde des Klägers gegen den\nBeschluss des Landgerichts vom 29. November 2016 auf seine Kosten als unzulässig verworfen.\n\n5 Mit Schreiben vom 28. Juli 2017 und e-mail vom 3. September 2017 hat\nder Kläger sich gegen den Ansatz der Gerichtskosten für das Rechtsbeschwerdeverfahren gemäß Kostenrechnung vom 24. Juli 2017 (Kassenzeichen:\n780017136766) gewandt. Die Kostenbeamtin hat die Eingaben als Erinnerung\nnach § 66 GKG gewertet und dieser nicht abgeholfen.\n\n6 II. Die Eingaben des Klägers vom 28. Juli 2017 und vom 3. September\n2017 sind als Erinnerung gegen den Kostenansatz auszulegen. Über die Erinnerung hat gemäß § 1 Abs. 5, § 66 Abs. 6 GKG der Einzelrichter zu entschei-\n\nden (vgl. BGH, Beschluss vom 23. April 2015 - I ZB 73/14, NJW 2015, 2194\nRn. 7; Beschluss vom 8. Juni 2015 - IX ZB 52/14, NJW-RR 2015, 1209 Rn. 1).\n\n7 III. Die zulässige, insbesondere statthafte (§ 66 Abs. 1 GKG) Erinnerung\ndes Klägers hat keinen Erfolg.\n\n8 1. Die in der Kostenrechnung angesetzte Gebühr gemäß Kostenverzeichnis Nr. 1826 der Anlage 1 zum GKG ist in der angegebenen Höhe von\n120 € angefallen, da die Rechtsbeschwerde des Klägers mit dem Beschluss\ndes II. Zivilsenats vom 30. Juni 2017 als unzulässig verworfen worden ist. Diese\nGebühr ist nach der Kostenentscheidung des Senats im Beschluss vom\n30. Juni 2017 vom Kläger zu tragen.\n\n9 2. Der Kläger wendet sich mit der Erinnerung auch nicht gegen die Entstehung und Höhe der Gerichtskosten als solche, sondern vielmehr gegen die\ndem zugrunde liegende Entscheidung des Senats über die Verwerfung der\nRechtsbeschwerde und die Verpflichtung des Klägers zur Tragung der Kosten\ndes Rechtsbeschwerdeverfahrens, die er als Rechtsbeugung und Verletzung\nseines Grundrechts auf Eigentum aus Art. 14 Abs. 1 GG ansieht.\n\n10 Diese Einwendungen betreffend die inhaltliche Richtigkeit der dem Kostenansatz zugrunde liegenden Entscheidung in der Sache und die Richtigkeit\nder Kostengrundentscheidung können jedoch im Erinnerungsverfahren nach\n§ 66 GKG grundsätzlich nicht geltend gemacht werden. Der Rechtsbehelf der\nErinnerung nach § 66 GKG kann sich vielmehr nur gegen die Verletzung des\nKostenrechts und nicht gegen die Kostenbelastung der Partei als solche richten\n(vgl. BGH, Beschluss vom 20. September 2007 - IX ZB 35/07, JurBüro 2008, 43\nRn. 3; Beschluss vom 6. Juni 2013 - I ZR 8/06, juris Rn. 5 mwN). Einwendun-\n\ngen wegen Verletzung des Kostenrechts hat der Kläger indes - zu Recht - nicht\nerhoben.\n\n11 IV. Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei (§ 66 Abs. 8 GKG).\n\nGrüneberg\n\nVorinstanzen:\nLG Hamburg, Entscheidung vom 11.02.2016 - 311 T 72/15 -\nOLG Hamburg, Entscheidung vom 29.11.2016 - 10 W 12/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-12-12/ii-zb-25-16","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":6},{"jurabk":"GG","ref":"Art 14","ref_norm":"14","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-12-12/ii-zb-25-16","retrieved":"2026-10-24 07:57:37.101973+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-12-12/ii-zb-25-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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