{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:111217BXIZB17.15.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2017-12-11","aktenzeichen":"XI ZB 17/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZB 17/15\n\nvom\n\n11. Dezember 2017\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2017:111217BXIZB17.15.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 11. Dezember 2017 durch\nden Vizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Maihold und Dr. Matthias\nsowie die Richterinnen Dr. Derstadt und Dr. Dauber\n\nbeschlossen:\n\nDie Gehörsrüge des Musterklägers und des Rechtsbeschwerdeführers zu 2 gegen den Senatsbeschluss vom 19. September\n2017 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Mit Beschluss vom 19. September 2017 hat der Senat die Rechtsbeschwerden des Musterklägers und des Rechtsbeschwerdeführers zu 2 gegen\nden Musterentscheid des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 22. April\n2015 mangels ordnungsgemäßer Rechtsbeschwerdebegründung (§ 20 Abs. 1\nSatz 1 KapMuG i.V.m. § 575 Abs. 3 Nr. 3 ZPO) insoweit als unzulässig verworfen, als sie sich gegen die Zurückweisung der Anträge zum \"Feststellungsziel 3\"\nhinsichtlich der in den Buchstaben a bis r aufgelisteten Aussagen sowie hinsichtlich der Darstellung der \"Laufenden Gebühr\" im Anhang D des Konditionenblatts gerichtet haben. Dagegen wenden sich der Musterkläger und der\nRechtsbeschwerdeführer zu 2 mit einer Gehörsrüge. Sie sind der Ansicht, der\nSenat habe es unter Verstoß gegen § 139 ZPO und Art. 103 Abs. 1 GG unterlassen, bei ihnen nachzufragen, ob diese Punkte in der Rechtsbeschwerde weiterhin zur Entscheidung gestellt seien. Hätte der Senat auf Bedenken hinsicht-\n\nlich des Anfechtungsumfangs hingewiesen, hätten sie klargestellt, dass die\nAussagen in den Buchstaben a bis r und im Anhang D nicht Gegenstand des\nRechtsmittels sind.\n\nII.\n\n2 Die Gehörsrüge ist unbegründet, weil der Senat den Anspruch des\nMusterklägers und des Rechtsbeschwerdeführers zu 2 auf Gewährung rechtlichen Gehörs nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 321a\nAbs. 1 Satz 1, Abs. 4 Satz 3 ZPO). Der Senat hatte keine Veranlassung, den\nAnfechtungsumfang mittels eines Hinweises gemäß § 139 ZPO zu klären. Mit\ndem in der Rechtsbeschwerde formulierten Hauptantrag haben die Rechtsbeschwerdeführer eindeutig zum Ausdruck gebracht, das \"Feststellungsziel 3\" in\nvollem Umfang weiter zu verfolgen. Sie haben wie in der Vorinstanz weiterhin\nbeantragt festzustellen, dass das Konditionenblatt \"insbesondere\" hinsichtlich\nder im Folgenden unter a bis r - über vier Seiten - konkret ausformulierten Aussagen unrichtige und/oder unvollständige Angaben enthält und in der Begründung ihre Rechtsauffassung bekräftigt, auf Grundlage der Formulierung \"insbesondere durch folgende Aussagen\" sei umfassend zu prüfen, ob das Konditionenblatt fehlerhaft sei. Entgegen dem Vorbringen der Gehörsrüge lässt sich die\numfassende Antragstellung auch nicht durch eine bei Einlegen der Rechtsbeschwerde bestehende Unsicherheit zum Umfang des Streitgegenstands im Kapitalanleger-Musterverfahren erklären. Auch innerhalb eines einheitlichen\nStreitgegenstands, von dem die Rechtsbeschwerdeführer ausgegangen sein\n\nwollen, hätte es ihnen frei gestanden, die Zurückweisung des \"Feststellungsziels 3\" nur teilweise anzufechten. Mit dem Verbot, in der Rechtsbeschwerdeinstanz neue Anträge zu stellen, hat das nichts zu tun.\n\nEllenberger Maihold Matthias\n\nDerstadt Dauber\n\nVorinstanzen:\nLG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 27.09.2013 - 2-12 OH 4/13 -\nOLG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 22.04.2015 - 23 Kap 1/13 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-12-11/xi-zb-17-15","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 139","ref_norm":"139","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 575","ref_norm":"575","n":1},{"jurabk":"KapMuG 2012","ref":"§ 20","ref_norm":"20","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-12-11/xi-zb-17-15","retrieved":"2026-10-24 08:02:01.362511+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-12-11/xi-zb-17-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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