{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:110517BIZB126.16.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2017-05-11","aktenzeichen":"I ZB 126/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZB 126/16\nvom\n\n11. Mai 2017\n\nin der Rechtsbeschwerdesache\n\nECLI:DE:BGH:2017:110517BIZB126.16.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 11. Mai 2017 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Büscher, die Richter Prof. Dr. Schaffert,\nDr. Kirchhoff, Dr. Löffler und die Richterin Dr. Schwonke\n\nbeschlossen:\n\nDas Ablehnungsgesuch des Klägers gegen den Vorsitzenden\nRichter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Büscher, die Richter am\nBundesgerichtshof Prof. Dr. Schaffert, Dr. Kirchhoff, Dr. Löffler\nund die Richterin am Bundesgerichtshof Dr. Schwonke wegen Besorgnis der Befangenheit wird als unzulässig verworfen.\n\nDie vom Kläger gegen den Senatsbeschluss vom 19. Januar 2017\nerhobene Anhörungsrüge wird als unzulässig verworfen, soweit\nsie sich gegen die Verwerfung der Rechtsbeschwerde wendet.\nSoweit sich die Anhörungsrüge gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe wendet, wird sie zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Verfahrens.\n\nDer Antrag des Klägers auf Nichterhebung von Gerichtskosten\nwird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 I. Der Senat ist in der eingangs genannten Besetzung zur Entscheidung\nüber das Ablehnungsgesuch berufen. Er entscheidet abweichend von § 45\nAbs. 1 ZPO in seiner ursprünglichen Besetzung unter Mitwirkung der abgelehnten Richter.\n\n2 1. In klaren Fällen eines unzulässigen oder missbräuchlichen Ablehnungsgesuchs sind die abgelehnten Richter nicht an einer weiteren Mitwirkung\ngehindert. Ein Ablehnungsgesuch ist unzulässig, wenn seine Begründung zu\nseiner Rechtfertigung völlig ungeeignet ist. Ein in dieser Weise begründetes\nAblehnungsgesuch steht rechtlich einer Richterablehnung gleich, die keinerlei\nBegründung aufweist. In diesem Sinne völlig ungeeignet ist eine Begründung,\nwenn sie die angebliche Befangenheit ohne nähere Prüfung und losgelöst von\nden konkreten Umständen des Einzelfalls von vornherein nicht belegen kann,\nwenn also für die Verwerfung als unzulässig jedes Eingehen auf den Gegenstand des Verfahrens oder das eigene Verhalten des abgelehnten Richters\nselbst entbehrlich ist (BGH, Beschluss vom 15. August 2013 - I ZA 2/13, juris\nRn. 4 mwN).\n\n3 2. Die vom Kläger vorgetragene Begründung ist von vornherein völlig\nungeeignet, die angebliche Befangenheit der abgelehnten Richter zu begründen, ohne dass es dafür einer näheren Prüfung oder eines Eingehens auf die\nkonkreten Umstände des Einzelfalls bedarf. Das Vorbringen des Klägers erschöpft sich darin, dass er die abgelehnten Richter \"weiter für befangen hält\".\n\n4 II. Die vom Kläger erhobene Anhörungsrüge gemäß § 321a Abs. 1 ZPO\nist unzulässig, soweit sie sich gegen die Verwerfung der Rechtsbeschwerde\ndurch den Senat richtet, weil die Anhörungsrüge nicht von einem beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden ist. Im Rechtsbeschwerdeverfahren besteht Anwaltszwang. Dies gilt auch für eine in diesem\nVerfahren erhobene Anhörungsrüge (BGH, Beschluss vom 16. Dezember 2014\n- I ZB 63/14, juris Rn. 1 mwN).\n\n5 III. Soweit sich die Anhörungsrüge gegen die Ablehnung der Gewährung\nvon Prozesskostenhilfe wendet, ist sie unbegründet. Mit der Anhörungsrüge\nkönnen nur neue und eigenständige Verletzungen des Art. 103 Abs. 1 GG\ndurch das Rechtsmittelgericht gerügt werden (BGH, Beschluss vom 16. De-\n\nzember 2014 - I ZB 63/14, juris Rn. 2 mwN). Derartige Verstöße liegen ersichtlich nicht vor.\n\n6 IV. Keinen Erfolg hat auch der Antrag des Klägers, von der Erhebung\nvon Gerichtskosten gemäß § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG abzusehen. Eine für die\nAnwendung dieser Vorschrift erforderliche unrichtige Sachbehandlung liegt\nnicht vor.\n\nBüscher Schaffert Kirchhoff\n\nLöffler Schwonke\n\nVorinstanzen:\nLG Karlsruhe, Entscheidung vom 15.06.2016 - 19 T 13/15 -\nOLG Karlsruhe, Entscheidung vom 07.09.2016 - 15 W 81/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-05-11/i-zb-126-16","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-05-11/i-zb-126-16","retrieved":"2026-10-24 07:57:11.961433+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-05-11/i-zb-126-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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