{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-04_NA_2017-05-10_IV_ZR_309_15_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:100517BIVZR309.15.0","court":"BGH","senate":"4. Zivilsenat","decided":"2017-05-10","aktenzeichen":"IV ZR 309/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIV ZR 309/15\nvom\n10. Mai 2017\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2017:100517BIVZR309.15.0\n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Vorsitzende\nRichterin Mayen, den Richter Felsch, die Richterin Harsdorf-Gebhardt,\nden Richter Lehmann und die Richterin Dr. Bußmann\n\nam 10. Mai 2017\n\nbeschlossen:\n\nDer Senat beabsichtigt, die Revision des Klägers gegen\ndas Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts\nKarlsruhe vom 19. Mai 2015 gemäß § 552a Satz 1 ZPO\nauf dessen Kosten zurückzuweisen.\n\nDer Senat beabsichtigt weiter, den Streitwert für die Revision des Klägers auf 6.000 €, für die Revision der B eklagten auf 3.000 € festzusetzen und der Beklagten die\nKosten ihrer übereinstimmend für erledigt erklärten Revision aufzuerlegen (§ 91a ZPO).\n\nDie Parteien erhalten Gelegenheit, hierzu binnen\n\neines Monats\n\nStellung zu nehmen.\n\nGründe:\n\n1 I. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision des Klägers\nim Sinne von § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO liegen nicht mehr vor, und das\nRechtsmittel hat auch keine Aussicht auf Erfolg (§ 552a Satz 1 ZPO).\n\n2 Die von der Revision des Klägers aufgeworfenen Rechtsfragen hat\nder Senat überwiegend bereits vor Erlass des Berufungsurteils geklärt\n(vgl. die Nachweise in den Senatsurteilen vom 25. Januar 2017 - IV ZR\n229/15, BetrAV 2017, 181 und IV ZR 409/15, juris), im Übrigen - nach\nZulassung der Revision im vorliegenden Verfahren - in den Senatsurteilen vom 25. Januar 2017 im Sinne des Berufungsgerichts entschieden\nund die dortigen, auf vergleichbare rechtliche Erwägungen wie im Streitfall gestützten Revisionen der Versicherten der Versorgungsanstalt des\nBundes und der Länder zurückgewiesen. Ergänzend wird auf die Entscheidungsgründe der vorgenannten Senatsurteile Bezug genommen.\nSie lassen sich auf den Streitfall übertragen. Damit sind auch die im\nZeitpunkt der Entscheidung des Berufungsgerichts gegebenen Zula ssungsgründe entfallen. Die grundsätzliche Klärung entscheidungserhe blicher Rechtsfragen erst nach Einlegung der vom Berufungsgericht zug elassenen Revision steht einer Revisionszurückweisung durch Beschluss\nnach § 552a ZPO nicht im Wege (Senatsbeschluss vom 19. Oktober\n2016 - IV ZR 71/16, juris Rn. 3 m.w.N.).\n\n3 Das gilt auch für den von der Revision des Klägers vorgebrachten\nGesichtspunkt, die Beklagte habe angesichts des Verbots geltungserhaltender Reduktion unwirksamer allgemeiner Geschäftsbedingungen und\nder gesetzlichen Wertungen des § 315 Abs. 3 BGB und des § 164 Abs. 1\nVVG keinen Anspruch auf weitere Nachbesserung mehr und der Senat\n\nmüsse die Neuregelung der Startgutschriften selbst treffen. Ein Rückgriff\nauf AGB-rechtliche Vorschriften scheidet im Streitfall bereits deswegen\naus, weil - wie der Senat betreffend die Satzung der Versorgungsanstalt\ndes Bundes und der Länder (Senatsurteil vom 14. November 2007 - IV\nZR 74/06, BGHZ 174, 127 Rn. 32 m.w.N.) bereits entschieden hat - die\nRegelung der Startgutschriften auch in der Satzung der Beklagten auf\neiner maßgeblichen Grundentscheidung der Tarifpartner beruht und deshalb der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle entzogen ist. Es bleibt danach\ndabei, dass die gebotene Neuregelung nicht der Beklagten allein im Sa tzungsänderungsverfahren, sondern mit Blick auf die Tarifautonomie nach\nArt. 9 Abs. 3 GG den Tarifvertragsparteien vorbehalten ist (vgl. Senatsurteil vom 14. November 2007 - IV ZR 74/06 aaO Rn. 150). Dementsprechend ist für einen Rückgriff auf die Wertungen der § 315 Abs. 3 BGB\nund § 164 Abs. 1 VVG, die jeweils eine Vertragsanpassung durch die\nVertragspartei betreffen, kein Raum.\n\n4 II. Aus den vorstehenden und in den vorgenannten Senatsentscheidungen im Einzelnen dargelegten Erwägungen hat die Revision de s\nKlägers auch in der Sache keine Aussicht auf Erfolg.\n\nMayen Felsch Harsdorf-Gebhardt\n\nLehmann Dr. Bußmann\n\nVorinstanzen:\nLG Karlsruhe, Entscheidung vom 29.08.2014 - 6 O 561/13 -\nOLG Karlsruhe, Entscheidung vom 19.05.2015 - 12 U 411/14 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-05-10/iv-zr-309-15","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 552a","ref_norm":"552a","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 315","ref_norm":"315","n":2},{"jurabk":"VVG 2008","ref":"§ 164","ref_norm":"164","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 9","ref_norm":"9","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 91a","ref_norm":"91a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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