{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-3_NA_2017-11-02_3_StR_414_17_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:021117B3STR414.17.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2017-11-02","aktenzeichen":"3 StR 414/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 414/17\nvom\n2. November 2017\nin der Strafsache\ngegen\n\nalias:\n\nwegen besonders schwerer Brandstiftung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2017:021117B3STR414.17.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung der Beschwerdeführerin und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am\n2. November 2017 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\n1. Auf die Revision der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Trier vom 24. Mai 2017 im Adhäsionsausspruch aufgehoben; von einer Entscheidung über den Adhäsionsantrag wird\nabgesehen.\n\n2. Die weitergehende Revision der Angeklagten wird verworfen.\n\n3. Die durch das Adhäsionsverfahren entstandenen gerichtlichen\nAuslagen werden der Staatskasse auferlegt. Die sonstigen\ndurch das Adhäsionsverfahren entstandenen Auslagen trägt\njeder Beteiligte selbst.\n\nDie Beschwerdeführerin hat die verbleibenden Kosten ihres\nRechtsmittels zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat die Angeklagte wegen besonders schwerer Brandstiftung und Betruges zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs\nMonaten sowie darüber hinaus verurteilt, an die Adhäsionsklägerin einen Betrag in Höhe von 8.060,55 € nebst Zinsen in Höhe von 5 % über dem Basiszinssatz ab dem 3. Januar 2017 zu zahlen. Dagegen wendet sich die Angeklagte mit ihrer auf die Rüge der Verletzung formellen Rechts und die Sachrüge\ngestützten Revision. Das Rechtsmittel hat den aus der Entscheidungsformel\n\nersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349\nAbs. 2 StPO.\n\n2 Die Entscheidung über den Adhäsionsantrag der Nebenklägerin begegnet durchgreifenden rechtlichen Bedenken. Es fehlen Ausführungen dazu, um\nwelche Kosten es sich konkret handelt und wodurch diese entstanden sind. Die\nAusführungen auf UA S. 37 erlauben dem Senat nicht die Nachprüfung, ob der\ninsoweit zuerkannte Anspruch auf materiellen Schadensersatz dem Grunde\nund der Höhe nach rechtsfehlerfrei bestimmt worden (vgl. auch BGH, Beschluss vom 22. Dezember 2011 - 4 StR 600/11, juris Rn. 4) und gegebenenfalls nach § 116 SGB X bzw. § 86 VVG auf einen Versicherungsträger übergegangen ist. Dies hat die Aufhebung des Adhäsionsausspruchs zur Folge. Da\ndie Zurückverweisung der Sache allein wegen des zivilrechtlichen Teils des angefochtenen Urteils nicht in Betracht kommt, sieht der Senat gemäß § 406\nAbs. 1 Satz 3, Abs. 3 Satz 3 StPO von einer Entscheidung über den Adhäsionsantrag ab (vgl. BGH, Beschlüsse vom 8. Januar 2014 - 3 StR 372/13, juris\nRn. 6 mwN; vom 27. März 2014 - 3 StR 33/14, juris Rn. 2 und vom 10. Januar\n2017 - 3 StR 496/16, NStZ-RR 2017, 223, 224).\n\n3 Der geringfügige Erfolg des Rechtsmittels bietet keinen Anlass, die Verfahrenskosten oder die notwendigen Auslagen der Angeklagten auch nur teilweise der Staatskasse aufzuerlegen (§ 473 Abs. 4 StPO). Die Kosten- und\nAuslagenentscheidung des Adhäsionsverfahrens folgt aus § 472a Abs. 2 StPO.\n\nBecker Schäfer Gericke\n\nTiemann Hoch","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-11-02/3-str-414-17","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1},{"jurabk":"VVG 2008","ref":"§ 86","ref_norm":"86","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 472a","ref_norm":"472a","n":1},{"jurabk":"SGB 10","ref":"§ 116","ref_norm":"116","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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