{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-05_NA_2017-06-01_V_ZB_56_17_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:010617BVZB56.17.0","court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2017-06-01","aktenzeichen":"V ZB 56/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZB 56/17\nvom\n\n1. Juni 2017\n\nin der Transitaufenthaltssache\n\nECLI:DE:BGH:2017:010617BVZB56.17.0\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 1. Juni 2017 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Stresemann, die Richterinnen Prof. Dr. Schmidt-Räntsch\nund Dr. Brückner, den Richter Dr. Göbel und die Richterin Haberkamp\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde der beteiligten Behörde gegen den\nBeschluss der 29. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am\nMain vom 16. Februar 2017 wird als unzulässig verworfen.\n\nGerichtskosten werden nicht erhoben. Die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Auslagen des Betroffenen in\nder Rechtsbeschwerdeinstanz werden der Bundesrepublik\nDeutschland auferlegt.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt\n5.000 €.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Auf Antrag der beteiligten Behörde hat das Amtsgericht im Wege der\neinstweiligen Anordnung mit Beschluss vom 28. Juli 2015 den Aufenthalt des\nBetroffenen im Transitbereich des Flughafens Frankfurt am Main bis zum\n8. September 2015 angeordnet. Mit Schriftsatz vom 28. August 2015 hat sein\nVerfahrensbevollmächtigter beantragt, den Beschluss des Amtsgerichts aufzuheben und festzustellen, dass der angefochtene Beschluss den Betroffenen seit\nStellung des Haftaufhebungsantrages in seinen Rechten verletzt. Am\n\n2. September 2015 wurde der Betroffene aus der Haft entlassen. Das Amtsgericht hat den Feststellungsantrag zurückgewiesen. Auf die Beschwerde hat das\nLandgericht festgestellt, dass die Haftanordnung den Betroffenen in seinen\nRechten verletzt hat, soweit Haft vom 28. August bis zum 2. September 2015\nangeordnet worden war. Dagegen wendet sich die beteiligte Behörde mit ihrer\nRechtsbeschwerde, deren Zurückweisung der Betroffene beantragt.\n\nII.\n\n2 Nach Ansicht des Beschwerdegerichts ist die Aufrechterhaltung der\nHaftanordnung jedenfalls ab dem Haftaufhebungsantrag vom 28. August 2015\nrechtswidrig und hat den Betroffenen in seinen Rechten verletzt, weil die beteiligte Behörde gegen das in Haftsachen zu beachtende Beschleunigungsgebot\nverstoßen habe.\n\nIII.\n\n3 1. Die Rechtsbeschwerde ist bereits deshalb unzulässig, weil sie sich\nnicht gegen einen Beschluss richtet, durch den eine freiheitsentziehende Maßnahme abgelehnt oder zurückgewiesen worden ist (vgl. § 70 Abs. 3 Satz 3\nFamFG). Unabhängig davon fehlt es an dem gemäß § 62 FamFG erforderlichen berechtigten Interesse der Behörde an der Feststellung, dass die Entscheidung sie in ihren Rechten verletzt hat (vgl. Senat, Beschluss vom 22. Oktober 2015 - V ZB 169/14, FGPrax 2016, 34, Rn. 9 ff.; Beschluss vom\n2. März 2017 - V ZB 142/16, juris Rn. 3 mwN). Schließlich steht der Zulässigkeit\n§ 70 Abs. 4 FamFG entgegen. Nach dieser Vorschrift sind die im Wege einer\neinstweiligen Anordnung nach § 427 FamFG ergangenen Beschlüsse über vorläufige Freiheitsentziehungen von der Rechtsbeschwerde ausgenommen. Dies\ngilt auch für Beschlüsse, die - wie hier - im Verfahren über die Aufhebung einer\n\neinstweiligen Anordnung ergangen sind (Senat, Beschluss vom 16. März 2017\n- V ZB 147/16, juris Rn. 8).\n\n4 2. Die Kostentscheidung beruht auf §§ 84, 430 FamFG, Art. 5 EMRK\nanalog. Die Festsetzung des Gegenstandswerts richtet sich nach § 36 Abs. 3\nGNotKG.\n\nStresemann Schmidt-Räntsch Brückner\n\nGöbel Haberkamp\n\nVorinstanzen:\nAG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 08.03.2016 - 934 XIV 1073/15 -\nLG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 16.02.2017 - 2-29 T 88/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-06-01/v-zb-56-17","cited_norms":[{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 70","ref_norm":"70","n":2},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 84","ref_norm":"84","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 430","ref_norm":"430","n":1},{"jurabk":"GNotKG","ref":"§ 36","ref_norm":"36","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 62","ref_norm":"62","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 427","ref_norm":"427","n":1},{"jurabk":"EMRK","ref":"Art 5","ref_norm":"5","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-06-01/v-zb-56-17","retrieved":"2026-10-24 07:59:19.990017+00:00"},"card":{"id":"bgh/2017-06-01/v-zb-56-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. Zivilsenat","date":"2017-06-01","dockets":["V ZB 56/17"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:010617BVZB56.17.0","ids":{"doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-05_NA_2017-06-01_V_ZB_56_17_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2017:010617BVZB56.17.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 01.06.2017 – V ZB 56/17","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2017-06-01/v-zb-56-17","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Rechtsbeschwerde der beteiligten Behörde gegen den\nBeschluss der 29. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am\nMain vom 16. Februar 2017 wird als unzulässig verworfen.\n\nGerichtskosten werden nicht erhoben. Die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Auslagen des Betroffenen in\nder Rechtsbeschwerdeinstanz werden der Bundesrepublik\nDeutschland auferlegt.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt\n5.000 €.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"FamFG/70","law":"FamFG","abbreviation":"FamFG","ref":"70","label":"§ 70 FamFG","mentions":2},{"id":"FamFG/84","law":"FamFG","abbreviation":"FamFG","ref":"84","label":"§ 84 FamFG","mentions":1},{"id":"FamFG/430","law":"FamFG","abbreviation":"FamFG","ref":"430","label":"§ 430 FamFG","mentions":1},{"id":"GNotKG/36","law":"GNotKG","abbreviation":"GNotKG","ref":"36","label":"§ 36 GNotKG","mentions":1},{"id":"FamFG/62","law":"FamFG","abbreviation":"FamFG","ref":"62","label":"§ 62 FamFG","mentions":1},{"id":"FamFG/427","law":"FamFG","abbreviation":"FamFG","ref":"427","label":"§ 427 FamFG","mentions":1},{"id":"EMRK/5","law":"EMRK","abbreviation":"EMRK","ref":"5","label":"Art 5 EMRK","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:59:19.990017+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}