{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-05_NA_2016-10-27_V_ZB_101_15_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:271016BVZB101.15.0","court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2016-10-27","aktenzeichen":"V ZB 101/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZB 101/15\nvom\n\n27. Oktober 2016\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2016:271016BVZB101.15.0\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Oktober 2016 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Stresemann, die Richterin Dr. Brückner und den\nRichter Dr. Kazele, die Richterin Haberkamp und den Richter Dr. Hamdorf\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsbeschwerde des Klägers wird der Beschluss der\n1. Zivilkammer des Landgerichts Dortmund vom 10. Juni 2015\naufgehoben.\n\nDie Sache wird zur erneuten Verhandlung und Entscheidung,\nauch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das\nBerufungsgericht zurückverwiesen.\n\nGerichtskosten für das Rechtsbeschwerdeverfahren werden nicht\nerhoben.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt\n5.970 €.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Das Landgericht hat die Berufung des Klägers gegen ein amtsgerichtliches Urteil mangels Postulationsfähigkeit des Klägers als unzulässig verworfen.\nHiergegen wendet sich der Kläger mit der Rechtsbeschwerde.\n\nII.\n\n2 Das nach § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO\nstatthafte und auch im Übrigen zulässige Rechtsmittel führt zur Aufhebung des\nangefochtenen Urteils und zur Zurückverweisung der Sache an das Berufungsgericht.\n\n3 Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen Beschlüsse, die der Rechtsbeschwerde unterliegen, den für die Entscheidung\nmaßgeblichen Sachverhalt wiedergeben (vgl. Senat, Beschluss vom\n9. Juni 2016 - V ZB 17/15, juris Rn. 6; Beschluss vom 20. November 2014\n- V ZB 204/13, ZWE 2015, 97 Rn. 4; Beschluss vom 17. Juli 2014\n- V ZB 157/13, juris Rn. 3; Beschluss vom 15. Mai 2012 - V ZB 282/11, WuM\n2012, 404 Rn. 3; Beschluss vom 7. Mai 2009 - V ZB 180/08, JurBüro 2009, 442\nf.; Beschluss vom 11. Mai 2006 - V ZB 70/05, FamRZ 2006, 1030, jeweils\nmwN). Diese Anforderungen gelten auch für Beschlüsse, mit denen das Berufungsgericht die Berufung als unzulässig verwirft. Denn nach § 577 Abs. 2 Satz\n4, § 559 ZPO hat das Rechtsbeschwerdegericht grundsätzlich von dem Sachverhalt auszugehen, den das Berufungsgericht festgestellt hat. Fehlen tatsächliche Feststellungen, ist es zu einer rechtlichen Überprüfung nicht in der Lage.\nAusführungen des Berufungsgerichts, die eine solche Überprüfung nicht ermöglichen, sind keine Gründe im verfahrensrechtlichen Sinne. Sie begründen einen\nVerfahrensmangel, der von Amts wegen zu berücksichtigen ist und die Aufhebung der Beschwerdeentscheidung nach sich zieht (vgl. Senat, Beschluss vom\n20. November 2014 - V ZB 204/13, ZWE 2015, 97 Rn. 4 mwN).\n\n4 So liegt es hier. Eine Sachdarstellung fehlt. Ausreichende tatsächliche\nAngaben lassen sich dem Beschluss auch nicht im Übrigen entnehmen. Er ent-\n\nhält hinsichtlich der tatsächlichen Feststellungen weder eine Bezugnahme auf\ndas Urteil des Amtsgerichts noch auf andere (konkret bezeichnete) Aktenbestandteile, aus denen sich mit hinreichender Sicherheit erschließen könnte,\nwelchen Sachverhalt das Berufungsgericht seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat. Dies gilt auch für die in Bezug genommene Hinweisverfügung, die ihrerseits keine hinreichenden Angaben enthält, insbesondere keine Darstellung\ndes Verfahrensgegenstandes, des Verfahrensablaufs und des genauen Gegenstandes und Inhalts des offenbar in einem Parallelverfahren eingeholten Gutachtens.\n\nIII.\n\n5 Die Entscheidung über die Nichterhebung von Gerichtskosten beruht auf\n§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG. Mangels tatsächlicher Feststellungen zum Sach- und\nStreitstand hat der Senat den Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens nach der Wertfestsetzung des Berufungsgerichts bestimmt.\n\nStresemann Brückner Kazele\n\nHaberkamp Hamdorf\n\nVorinstanzen:\nAG Marl, Entscheidung vom 15.12.2014 - 34 C 2/12 -\nLG Dortmund, Entscheidung vom 10.06.2015 - 1 S 38/15 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-10-27/v-zb-101-15","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 522","ref_norm":"522","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 559","ref_norm":"559","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-10-27/v-zb-101-15","retrieved":"2026-10-24 07:59:18.159876+00:00"},"card":{"id":"bgh/2016-10-27/v-zb-101-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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