{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-3_NA_2016-07-26_3_StR_182_16_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:260716B3STR182.16.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2016-07-26","aktenzeichen":"3 StR 182/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 182/16\nvom\n26. Juli 2016\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen versuchten Totschlags u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2016:260716B3STR182.16.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 26. Juli 2016 gemäß\n§ 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 26. Januar 2016 im Gesamtstrafenausspruch aufgehoben; jedoch werden die zugehörigen Feststellungen aufrechterhalten.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in\nTateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Sachbeschädigung\nzu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Seine auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision hat lediglich den aus der Beschlussformel\nersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349\nAbs. 2 StPO.\n\n2 Der Gesamtstrafenausspruch hält rechtlicher Prüfung nicht stand. Der\nGeneralbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift hierzu ausgeführt:\n\n\"Indes kann der Gesamtstrafenausspruch keinen Bestand haben, weil\nsich den Urteilsgründen hinsichtlich der Verurteilung des Angeklagten\ndurch das Amtsgericht Kleve vom 31. August 2015 wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 10 Euro (UA\nS. 5) weder der Zeitpunkt der zugrunde liegenden Tat noch der Vollstreckungsstand entnehmen lässt. Läge der Tatzeitpunkt nach der Verurteilung des Amtsgerichts Düsseldorf vom 6. März 2015 (UA S. 4) und\nsollte die Vollstreckung der Geldstrafe im Zeitpunkt der Verkündung\ndes angefochtenen Urteils noch nicht erledigt gewesen sein, so wäre\n- da der Angeklagte die beiden verfahrensgegenständlichen Taten am\n2. Juni 2015 sowie 23. August 2015 und mithin vor der Verurteilung des\nAmtsgerichts Kleve vom 31. August 2015 beging - von der Strafkammer\ngrundsätzlich eine Gesamtstrafe mit den von ihr verhängten verfahrensgegenständlichen Einzelstrafen zu bilden und andernfalls ein Härteausgleich vorzunehmen gewesen (vgl. BGH, Beschluss vom 5. März\n2013 - 3 StR 525/12). Insbesondere im Hinblick auf den zeitlichen Ablauf und die festgestellten schlechten finanziellen Verhältnisse des Angeklagten ist nicht auszuschließen, dass die Vollstreckung der Geldstrafe aus der Verurteilung des Amtsgerichts Kleve eventuell durch den\nVollzug von Ersatzfreiheitsstrafe erledigt ist; in diesem Fall wäre der\nAngeklagte dann auch beschwert. Die neu zu treffende Entscheidung\nüber den Gesamtstrafenausspruch kann nicht gemäß § 354 Abs. 1b\nStPO dem Beschlussverfahren nach §§ 460, 462 StPO überlassen\nwerden, weil die möglicherweise zu treffende Entscheidung über einen\nHärteausgleich nicht in den Regelungsbereich dieser Vorschriften fällt;\nsie ist vielmehr dem Tatgericht nach Durchführung einer Hauptverhandlung vorbehalten (vgl. Beschluss vom 10. Juni 2014 - 3 StR 246/14).\"\n\n3 Dem schließt sich der Senat an. Die der Gesamtstrafenbildung zugrundeliegenden, rechtsfehlerfrei getroffenen bisherigen Feststellungen werden von\nder Aufhebung nicht erfasst (§ 353 Abs. 2 StPO). Das neue Tatgericht kann\nergänzende Feststellungen treffen, die zu den bisherigen nicht in Widerspruch\ntreten.\n\nBecker Schäfer Gericke\n\nSpaniol Tiemann","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-07-26/3-str-182-16","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 353","ref_norm":"353","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 460","ref_norm":"460","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 462","ref_norm":"462","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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