{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:210916BIZR153.15.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2016-09-21","aktenzeichen":"I ZR 153/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 153/15\n\nvom\n\n21. September 2016\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2016:210916BIZR153.15.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. September 2016\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Büscher, die Richter Prof. Dr. Schaffert,\nDr. Kirchhoff, Dr. Löffler und die Richterin Dr. Schwonke\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 28. Juli\n2016 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die gemäß § 321a ZPO statthafte und auch im Übrigen zulässige Anhörungsrüge hat in der Sache keinen Erfolg.\n\nI. Die Bestimmung des Art. 103 Abs. 1 GG garantiert den Beteiligten eines\n2 gerichtlichen Verfahrens, dass sie Gelegenheit erhalten, sich zu dem einer gerichtlichen Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt vor Erlass der Entscheidung zu äußern, und dass das Gericht das Vorbringen zur Kenntnis nimmt\nund bei seiner Entscheidung in Erwägung zieht (BVerfGE 86, 133, 144; BVerfG,\nNJW-RR 2004, 1710, 1712). Die Partei hat jedoch keinen Anspruch darauf,\ndass das Gericht sich in dem von ihr für richtig erachteten Sinn mit ihrem Vorbringen befasst (BGH, Beschluss vom 3. April 2014 - I ZR 137/12, MarkenR\n2014, 343 Rn. 2 - BAVARIA; Beschluss vom 18. Dezember 2014 - I ZR 228/12,\njuris Rn. 2; Beschluss vom 21. Januar 2016 - I ZR 159/14, juris Rn. 2).\n\n3 II. Der Senat hat bei seiner Entscheidung vom 28. Juli 2016 die Angriffe\nder Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers in vollem Umfang geprüft, jedoch\nsämtlich nicht für durchgreifend erachtet.\n\nIII. Soweit der Kläger mit der Anhörungsrüge seinen Vortrag aus der\n4 Nichtzulassungsbeschwerde wiederholt, kann die Anhörungsrüge damit nicht\nbegründet werden. Nach der vom Bundesverfassungsgericht gebilligten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können mit der Anhörungsrüge nur neue\nund eigenständige Verletzungen des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Rechtsmittelgericht gerügt werden (BVerfG, NJW 2008, 2635 f.; BGH, MarkenR 2014,\n343 Rn. 4 - BAVARIA).\n\n5 In der Anhörungsrüge wird eine primäre Gehörsverletzung durch den Senat nur pauschal behauptet, jedoch nicht dargelegt. Für die erforderliche Darlegung reicht es nicht aus, dass der Senat die Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen hat, auch soweit der Kläger den Zulassungsgrund der Sicherung\nder einheitlichen Rechtsprechung geltend gemacht hat. Eine Gehörsrüge gegen\ndie Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwerde kann nicht mit dem\nZiel eingelegt werden, eine Ergänzung der Begründung herbeizuführen (vgl.\nBGH, Beschluss vom 9. April 2013 - I ZR 100/11, juris Rn. 3; BGH, MarkenR\n2014, 343 Rn. 4 - BAVARIA).\n\n6 IV. In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist im Übrigen\ngeklärt, dass eine mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr anfechtbare letztinstanzliche gerichtliche Entscheidung von Verfassungs wegen regelmäßig keiner Begründung bedarf (BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 12). Das gilt auch für\nEntscheidungen des Bundesgerichtshofs, mit denen - wie hier - eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision nach § 544 Abs. 4 ZPO zurückge-\n\nwiesen worden ist (BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 12). Eine Begründung ist nur\ndann ausnahmsweise geboten, wenn vom eindeutigen Wortlaut einer Norm abgewichen wird und der Grund hierfür nicht ohne weiteres erkennbar ist, oder\nwenn ein im Zeitpunkt der Erhebung der Nichtzulassungsbeschwerde bestehender Zulassungsgrund vor der Entscheidung über diese wegfällt und deswegen eine Prüfung der Erfolgsaussichten auf der Grundlage anderer als der von\nder Vorinstanz als tragend angesehenen Gründe erforderlich ist (BVerfG, NJW\n2011, 1497 Rn. 13). Eine solche Ausnahme ist jedoch weder dargetan noch\nsonst ersichtlich.\n\nBüscher Schaffert Kirchhoff\n\nLöffler Schwonke\n\nVorinstanzen:\nLG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 24.09.2014 - 2-6 O 597/13 -\nOLG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 30.06.2015 - 11 U 127/14 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-09-21/i-zr-153-15","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-09-21/i-zr-153-15","retrieved":"2026-10-24 07:57:10.681279+00:00"},"card":{"id":"bgh/2016-09-21/i-zr-153-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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