{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2016-09-13_5_StR_524_15_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:130916B5STR524.15.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2016-09-13","aktenzeichen":"5 StR 524/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 524/15\n\nvom\n13. September 2016\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Mordes u.a.\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2016:130916B5STR524.15.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 13. September 2016 beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Verurteilten vom 9. August 2016 gegen\ndas Senatsurteil vom 22. Juni 2016 wird kostenpflichtig als unzulässig zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht Cottbus hat mit Urteil vom 30. April 2015 den Angeklagten wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Einheitsjugendstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt und Adhäsionsentscheidungen getroffen. Seine Revision hat der Senat mit Urteil vom 22. Juni 2016 verworfen. Gegen das Urteil des Senats hat der Verurteilte am 9. August 2016 die\nGehörsrüge nach § 356a StPO erhoben und beantragt, das Verfahren in den\nStand vor Erlass des Urteils vom 22. Juni 2016 zurückzuversetzen.\n\n2 1. Die Anhörungsrüge ist bereits unzulässig, weil nicht mitgeteilt wird,\nwann der Verurteilte von der behaupteten Verletzung des rechtlichen Gehörs\nKenntnis erlangt hat. Eine Anhörungsrüge ist gemäß § 356a Satz 2 StPO innerhalb einer Woche nach Kenntnis von der Verletzung des Anspruchs auf\nrechtliches Gehör anzubringen, wobei es entscheidend auf die Kenntnis desjenigen Beteiligten ankommt, dessen Anspruch auf rechtliches Gehör durch die\nEntscheidung des Revisionsgerichts verletzt sein soll (vgl. BGH, Beschlüsse\nvom 9. März 2005 – 2 StR 444/04, BGHR StPO § 356a Frist 1, und vom\n10. Januar 2013 – 1 StR 382/10). Vorliegend verhält sich die Anhörungsrüge\nallein zur Kenntniserlangung durch den neuen Verteidiger des Verurteilten,\nRechtsanwalt Ma. , der geltend macht, ihm sei das Senatsurteil vom 22. Ju-\n\nni 2016 am 3. August 2016 zugestellt worden. Es wird indes weder behauptet\nnoch glaubhaft gemacht (§ 356a Satz 3 StPO), auch der Verurteilte habe erst\nzu diesem Zeitpunkt von der behaupteten Verletzung seines rechtlichen Gehörs\nKenntnis erlangt.\n\n3 2. Die Anhörungsrüge wäre aber auch unbegründet (§ 356a Satz 1\nStPO), da eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht vorliegt. Der Senat hat\ndas angefochtene Urteil des Landgerichts unter Berücksichtigung der in der\nRevisionsbegründung und im Rahmen der Revisionshauptverhandlung geltend\ngemachten Beanstandungen und der von den Verfahrensbeteiligten hierzu gemachten Ausführungen umfassend geprüft. In seinem Urteil vom 22. Juni 2016\nhat er zum Nachteil des Verurteilten weder Tatsachen oder Beweisergebnisse\nverwertet, zu denen dieser nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen des Verurteilten übergangen oder in sonstiger Weise dessen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.\nSoweit der Verurteilte die Anhörungsrüge darauf stützt, der Senat habe in der\nSache unzutreffend entschieden, kann er mit diesem Vorbringen im Rahmen\ndes § 356a StPO nicht durchdringen (vgl. BGH, Beschluss vom 2. September 2015 – 1 StR 207/15, NStZ-RR 2016, 151). Schließlich ist auch ein vermeintlicher Verstoß gegen das Recht auf den gesetzlichen Richter nicht geeignet, eine Anhörungsrüge nach § 356a StPO zu begründen.\n\n4 3. Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung\ndes § 465 Abs. 1 StPO (BGH, Beschluss vom 2. September 2015\n– 1 StR 433/14, dort nicht abgedruckt).\n\nSander Schneider Berger\n\nBellay Feilcke","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-09-13/5-str-524-15","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":6},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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