{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:120416BXIZR479.15.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2016-04-12","aktenzeichen":"XI ZR 479/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 479/15\n\nvom\n\n12. April 2016\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2016:120416BXIZR479.15.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. April 2016 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Ellenberger, die Richter Maihold und Dr. Matthias sowie\ndie Richterinnen Dr. Derstadt und Dr. Dauber\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag der Klägerin auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe\nwird abgelehnt.\n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin gegen den Beschluss des 13. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom\n21. September 2015 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.\n\nDer Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren beträgt\n192.616 €.\n\nGründe:\n\n1 1. Der Antrag der Klägerin auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für\ndas Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren ist abzulehnen, da die beabsichtigte\nRechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg bietet (§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO).\n\n2 a) Die form- und fristgerecht eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde ist\nunzulässig, weil sie nicht ordnungsgemäß begründet worden ist. Die Frist zur\nBegründung der Nichtzulassungsbeschwerde (§ 544 Abs. 2 Satz 1 ZPO) ist\ngemäß § 544 Abs. 2 Satz 2, § 551 Abs. 2 Satz 6 ZPO bis zum 1. Februar 2016\nverlängert worden. Innerhalb dieser Frist ist keine ordnungsgemäße Beschwer-\n\ndebegründung eingegangen. Die in dem Prozesskostenhilfeantrag der Klägerin\nvom 1. Februar 2016 enthaltene Begründung entspricht nicht den gesetzlichen\nAnforderungen, da die Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde gemäß\n§ 544 Abs. 2, § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO nur durch einen beim Bundesgerichtshof\nzugelassenen Rechtsanwalt erfolgen kann.\n\n3 b) Ein Gesuch der Klägerin auf Wiedereinsetzung in die versäumte Frist\nzur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde (§ 233 ZPO) verspricht keinen\nErfolg.\n\n4 Zwar ist einer Partei, die nicht über die finanziellen Mittel zur Einlegung\noder Begründung eines Rechtsmittels verfügt, auf Antrag Wiedereinsetzung in\neine versäumte Frist zu gewähren. Dies setzt jedoch voraus, dass die Partei\ninnerhalb der zu wahrenden Frist einen Prozesskostenhilfeantrag bei Gericht\ngestellt und alles in ihren Kräften Stehende getan hat, damit über diesen Antrag\nohne Verzögerung entschieden werden kann. Diesem Erfordernis ist nur genügt, wenn innerhalb der laufenden Frist neben dem Antrag auf Gewährung von\nProzesskostenhilfe auch eine Erklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Partei nebst den erforderlichen Nachweisen (vgl. § 117\nAbs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4 ZPO) vorgelegt wird (vgl. BGH, Beschlüsse vom\n18. Januar 2012 - IX ZB 285/11, juris Rn. 5, vom 5. Februar 2013 - XI ZA 13/12,\nWuM 2013, 377 Rn. 4, vom 27. August 2014 - XII ZB 394/13, juris Rn. 16, vom\n14. Juli 2015 - II ZA 29/14, juris Rn. 2 und vom 18. August 2015 - VI ZA 13/15,\njuris Rn. 2, jeweils mwN).\n\n5 Diesen Anforderungen genügt der Prozesskostenhilfeantrag der Klägerin\nnicht. Am letzten Tag der verlängerten Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde ist zwar ein Telefax des zweitinstanzlichen Prozessvertreters\nder Klägerin eingegangen. Dieses enthielt aber lediglich den Antrag auf Gewäh-\n\nrung von Prozesskostenhilfe. Die Erklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen sowie die Anlagen dazu sind erst am 11. März 2016 und\ndamit verspätet eingereicht worden.\n\n6 2. Da die verlängerte Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde verstrichen ist, ohne dass eine Wiedereinsetzung in den vorigen\nStand in Betracht kommt, ist die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin auf\nderen Kosten als unzulässig zu verwerfen.\n\nEllenberger Maihold Matthias\n\nDerstadt Dauber\n\nVorinstanzen:\nLG Köln, Entscheidung vom 05.06.2014 - 15 O 83/10 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 21.09.2015 - 13 U 97/14 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-04-12/xi-zr-479-15","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 233","ref_norm":"233","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 551","ref_norm":"551","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-04-12/xi-zr-479-15","retrieved":"2026-10-24 08:01:55.611454+00:00"},"card":{"id":"bgh/2016-04-12/xi-zr-479-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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