{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:081216BIIIZR323.13.0","court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2016-12-08","aktenzeichen":"III ZR 323/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIII ZR 323/13\nvom\n\n8. Dezember 2016\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2016:081216BIIIZR323.13.0\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. Dezember 2016 durch den\nVorsitzenden Richter Dr. Herrmann, die Richter Seiters und Reiter sowie die\nRichterinnen Dr. Liebert und Dr. Arend\n\nbeschlossen:\n\nAuf das als Gegenvorstellung anzusehende Rechtsmittel der Kläger werden die Beschlüsse des Einzelrichters des Senats vom\n16. Februar und vom 18. August 2016 aufgehoben.\n\nDie Erinnerung der Kläger gegen den Ansatz der Gerichtskosten\nvom 2. Mai 2014 (Kostenrechnungen vom 19. Mai 2014, Kassenzeichen 780014122714 und 780014122722) sowie vom 28. Juli\n2014 (Kostenrechnungen vom 13. August 2014, Kassenzeichen\n780014136785 und 780014136777) wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Mit Beschluss vom 30. April 2014 hat der Senat die am 20. Juni 2013\nerhobene Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision in\ndem Beschluss des Oberlandesgerichts München - 18. Zivilsenat - vom 8. Mai\n2013 zurückgewiesen und ihnen je zur Hälfte die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt.\n\n2 Die hiergegen gerichtete Anhörungsrüge der Kläger hat der Senat mit\nBeschluss vom 24. Juli 2014 zurückgewiesen und sie dabei je zur Hälfte mit\nden Kosten des Rügeverfahrens belastet.\n\n3 Gegen die den Kostenrechnungen vom 19. Mai 2014 über je 956 € für\ndas Beschwerdeverfahren und vom 13. August 2014 über je 25 € für das Rügeverfahren zugrunde liegenden Kostenansätze vom 2. Mai und vom 28. Juli 2014\nhaben die Kläger Erinnerung eingelegt, der die Kostenbeamtin nicht abgeholfen\nhat. Mit Beschluss vom 16. Februar 2016 hat der Einzelrichter des Senats unter\nHinweis auf seine Zuständigkeit nach § 1 Abs. 5, § 66 Abs. 6 GKG die Erinnerung zurückgewiesen. Hiergegen haben die Kläger Anhörungsrüge erhoben, die\nder Einzelrichter mit Beschluss vom 18. August 2016 kostenpflichtig zurückgewiesen hat.\n\n4 Gegen die Beschlüsse vom 16. Februar und 18. August 2016 richtet sich\ndas \"analog § 579 Abs. 1 ZPO\" am 19. Oktober 2016 eingelegte Rechtsmittel\nder Kläger, mit dem sie unter anderem die funktionelle Unzuständigkeit des\nEinzelrichters mit der Begründung rügen, dass die Nichtzulassungsbeschwerde\nbereits vor der gesetzlichen Neuregelung des § 1 Abs. 5 GKG zum 1. August\n2013 beim Bundesgerichtshof anhängig war und deshalb der Senat in seiner\nvollen Besetzung über die Kostenerinnerung hätte entscheiden müssen.\n\n5 Dies hatten die Kläger, die im Verfahren eine Vielzahl von Eingaben an\nden Senat gerichtet hatten, unter anderem bereits mit Schriftsatz vom 2. Juli\n2016 beanstandet.\n\nII.\n\n6 1. Die Eingabe der Kläger vom 19. Oktober 2016 ist mangels Statthaftigkeit\neines anderen Rechtsmittels oder Rechtsbehelfs als Gegenvorstellung auszulegen. Insbesondere sind die angefochtenen, nur den Kostenpunkt betreffenden\nBeschlüsse keiner Wiederaufnahme des Erinnerungsverfahrens analog § 579\nAbs. 1 Nr. 1 ZPO wegen nicht vorschriftsmäßiger Besetzung des erkennenden\nGerichts zugänglich. Eine Wiederaufnahme analog §§ 578 ff. ZPO ist lediglich\ngegen nicht mehr anfechtbare Beschlüsse gegeben, die ein Streitverfahren\nurteilsvertretend beenden, wie etwa solche nach § 91a ZPO oder § 522 Abs. 2\nZPO. Nicht prozessbeendende oder nur den Kostenpunkt betreffende Beschlüsse sind dagegen nicht wiederaufnahmefähig (Zöller-Greger, ZPO,\n31. Aufl., vor § 578 Rn. 14 mwN; Schneider Anm. KoRspr. GKG § 8 Nr. 65).\n\n7 2. Die Gegenvorstellung der Kläger führt zwar zur Aufhebung der vom Einzelrichter erlassenen Beschlüsse vom 16. Februar und 18. August 2016 und zur\nNeubescheidung der Erinnerung durch den Senat in seiner vollen Besetzung. In\nder Sache hat sie aber aus den weiterhin zutreffenden Gründen der Entscheidung vom 16. Februar 2016 keinen Erfolg.\n\n8 Der Einzelrichter war für den Erlass der Beschlüsse vom 16. Februar und\n18. August 2016 funktionell unzuständig. Zwar ist nach der durch das 2. Gesetz\nzur Modernisierung des Kostenrechts vom 23. Juli 2013 (2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetz - 2. KostRMoG; BGBl. I S. 2586) in Kraft getretenen Neuregelung des § 1 Abs. 5 GKG in kostenrechtlichen Erinnerungs- und Beschwer-\n\ndeverfahren der Einzelrichter nach § 66 Abs. 6 Satz 1 Halbs. 2 GKG auch dann\nzuständig, wenn - wie beim Bundesgerichtshof - institutionell keine Einzelrichterentscheidung vorgesehen ist (vgl. BT-Drucks. 17/11471 [neu], S. 243; BGH,\nBeschluss vom 23. April 2015 - I ZB 73/14, NJW 2015, 2194, Rn. 6). Da das\n2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetz jedoch nach seinem Art. 50 ohne eine\nÜbergangsregelung zum 1. August 2013 in Kraft getreten ist, gehen der I. und\nder X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs davon aus, dass der Einzelrichter zur\nEntscheidung über Erinnerungen nur berufen ist, wenn diese sich gegen den\nKostenansatz in Rechtsmittelverfahren richten, die nach diesem Zeitpunkt beim\nBundesgerichtshof eingeleitet worden sind, § 71 Abs. 1 Satz 1 und 2 GKG\n(BGH, Beschlüsse vom 23. April 2015 aaO, Rn. 7 und vom 19. Oktober 2015\n- X ZR 54/11, juris Rn. 4). Ob diese Auslegung zwingend geboten ist, ist zweifelhaft, weil § 71 Abs. 1 GKG nur das anwendbare Recht für die Kostenerhebung, nicht aber ausdrücklich auch das Verfahrensrecht der Erinnerung und\nBeschwerde nach §§ 66 ff GKG regelt. Hierfür dürfte eher der Zeitpunkt der Einlegung des Rechtsbehelfs maßgeblich sein, der hier nach dem Inkrafttreten des\n2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes liegt. Zu einer Anfrage nach § 132\nAbs. 3 GVG an den I. und den X. Zivilsenat sieht der Senat jedoch keine Veranlassung, da die inmitten stehende Rechtsfrage infolge Zeitablaufs zunehmend\nan Bedeutung verliert und die Erinnerung der Kläger in der Sache keinen Erfolg\nhaben kann. Insoweit wird auf die Ausführungen zur Unbegründetheit des\n\nRechtsbehelfs im Beschluss vom 16. Februar 2016 verwiesen, denen sich der\nSenat inhaltlich anschließt.\n\nHerrmann Seiters Reiter\n\nLiebert Arend\n\nVorinstanzen:\nLG München I, Entscheidung vom 04.06.2012 - 35 O 25376/11 -\nOLG München, Entscheidung vom 08.05.2013 - 18 U 2953/12 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-12-08/iii-zr-323-13","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 579","ref_norm":"579","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 1","ref_norm":"1","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 71","ref_norm":"71","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 91a","ref_norm":"91a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 522","ref_norm":"522","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 578","ref_norm":"578","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-12-08/iii-zr-323-13","retrieved":"2026-10-24 07:58:12.135392+00:00"},"card":{"id":"bgh/2016-12-08/iii-zr-323-13","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. Zivilsenat","date":"2016-12-08","dockets":["III ZR 323/13"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:081216BIIIZR323.13.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:081216BIIIZR323.13.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 08.12.2016 – III ZR 323/13","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-12-08/iii-zr-323-13","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Auf das als Gegenvorstellung anzusehende Rechtsmittel der Kläger werden die Beschlüsse des Einzelrichters des Senats vom\n16. Februar und vom 18. August 2016 aufgehoben.\n\nDie Erinnerung der Kläger gegen den Ansatz der Gerichtskosten\nvom 2. Mai 2014 (Kostenrechnungen vom 19. Mai 2014, Kassenzeichen 780014122714 und 780014122722) sowie vom 28. Juli\n2014 (Kostenrechnungen vom 13. August 2014, Kassenzeichen\n780014136785 und 780014136777) wird zurückgewiesen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"ZPO/579","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"579","label":"§ 579 ZPO","mentions":2},{"id":"GKG 2004/1","law":"GKG 2004","abbreviation":"GKG 2004","ref":"1","label":"§ 1 GKG 2004","mentions":2},{"id":"GKG 2004/66","law":"GKG 2004","abbreviation":"GKG 2004","ref":"66","label":"§ 66 GKG 2004","mentions":2},{"id":"GKG 2004/71","law":"GKG 2004","abbreviation":"GKG 2004","ref":"71","label":"§ 71 GKG 2004","mentions":1},{"id":"GVG/132","law":"GVG","abbreviation":"GVG","ref":"132","label":"§ 132 GVG","mentions":1},{"id":"ZPO/91a","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"91a","label":"§ 91a ZPO","mentions":1},{"id":"ZPO/522","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"522","label":"§ 522 ZPO","mentions":1},{"id":"ZPO/578","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"578","label":"§ 578 ZPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:58:12.135392+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}