{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-4_NA_2016-03-02_4_StR_580_15_NA_NA_1","ecli":"ECLI:DE:BGH:2016:020316B4STR580.15.1","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2016-03-02","aktenzeichen":"4 StR 580/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 580/15\n\nvom\n2. März 2016\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schwerer räuberischer Erpressung\n\nECLI:DE:BGH:2016:020316B4STR580.15.1\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 2. März 2016 gemäß\n§ 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nArnsberg vom 26. August 2015 wird als unbegründet verworfen;\njedoch wird die Urteilsformel dahingehend ergänzt, dass im Übrigen von einer Entscheidung über die Adhäsionsanträge der Adhäsionsklägerinnen Bo. und S. abgesehen wird.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels, die\nden Nebenklägerinnen N. , B. und Sch. dadurch\nentstandenen notwendigen Auslagen sowie die dadurch den Neben- und Adhäsionsklägerinnen Bo. und S. entstandenen notwendigen Auslagen und die durch das Adhäsionsverfahren\nentstandenen besonderen Kosten zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schwerer räuberischer Erpressung in sechs Fällen zu einer Einheitsjugendstrafe von vier Jahren verurteilt. Zugleich hat es den Angeklagten im Adhäsionsverfahren u.a. dazu verurteilt, an die Neben- und Adhäsionsklägerinnen S. und\n\nBo. ein Schmerzensgeld in Höhe von jeweils 9.000 Euro zu bezahlen. Hiergegen wendet sich der Angeklagte mit seiner Revision.\n\n2 Das Rechtsmittel führt zu der aus der Beschlussformel ersichtlichen\nErgänzung des Adhäsionsausspruchs, denn die Nebenklägerinnen Bo.\nund S. hatten jeweils eine Schmerzensgeldforderung von nicht unter\n20.000 Euro erhoben. Aufgrund der Zuerkennung des Schmerzensgeldanspruchs von jeweils lediglich 9.000 Euro handelt es sich bei der Entscheidung\nim Adhäsionsverfahren insoweit um ein Teilendurteil, so dass im Hinblick auf\n§ 406 Abs. 3 Satz 2 StPO das teilweise Absehen von einer Entscheidung zur\nVerdeutlichung nach § 406 Abs. 1 Satz 3 StPO ausdrücklich zu tenorieren ist\n(vgl. BGH, Beschluss vom 8. Juli 2014 – 3 StR 276/14, Rn. 6; Urteil vom\n13. Mai 2002 – 1 StR 529/02, BGHR StPO § 406 Teilentscheidung 1). Der\nSenat ergänzt das Urteil entsprechend.\n\n3 Im Übrigen hat die Überprüfung des Urteils keinen den Angeklagten belastenden Rechtsfehler ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO). Soweit der Angeklagte\ngeltend macht, das Landgericht habe § 406 Abs. 2 StPO verletzt, weil es ihn zu\nSchmerzensgeldzahlungen in Höhe von jeweils 9.000 Euro an die Adhäsionsklägerinnen Bo. und S. verurteilt habe, obgleich deren Ansprüche\nvon ihm nur in Höhe von 500 Euro anerkannt worden seien, vermag er keinen\nRechtsfehler aufzuzeigen. Das Landgericht war durch die Teilanerkenntnisse\ndes Angeklagten nicht gehindert, den Adhäsionsklägerinnen durch ein (Teil-)\nEndurteil Schmerzensgeld über den anerkannten Betrag hinaus zuzusprechen.\nDer Umstand, dass das Landgericht vorab kein (isoliertes) Teilanerkenntnisurteil erlassen (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 21. Januar 2014 – 2 StR 434/13,\nRn. 11 ff.), sondern allein durch (Teil-)Endurteil entschieden hat, beschwert den\nAngeklagten nicht.\n\n4 Der geringfügige Erfolg der Revision lässt es nicht unbillig erscheinen,\nden Beschwerdeführer mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten (§ 473 Abs. 4 StPO; § 74 JGG). Die Kostenentscheidung im Adhäsionsverfahren beruht auf § 472a Abs. 2 StPO.\n\nSost-Scheible Cierniak Franke\n\nBender Quentin","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2016-03-02/4-str-580-15-2","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 406","ref_norm":"406","n":3},{"jurabk":"JGG","ref":"§ 74","ref_norm":"74","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 472a","ref_norm":"472a","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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