{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-01_NA_2015-12-17_I_ZR_256_14_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2015:171215BIZR256.14.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2015-12-17","aktenzeichen":"I ZR 256/14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 256/14\nvom\n\n17. Dezember 2015\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2015:171215BIZR256.14.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 17. Dezember 2015\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Büscher, die Richter Prof. Dr. Koch,\nDr. Löffler, die Richterin Dr. Schwonke und den Richter Feddersen\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen den Beschluss des Senats vom\n8. Oktober 2015 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 I. Die Anhörungsrüge ist unzulässig. Die Ausführungen des Klägers genügen nicht den Anforderungen an die Darlegung eines Gehörsverstoßes durch\nden Senat.\n\n2 1. Eine Anhörungsrüge muss Ausführungen dazu enthalten, aus welchen\nUmständen sich die entscheidungserhebliche Verletzung des Anspruchs auf\nrechtliches Gehör durch das Gericht ergeben soll. Wendet sich die Anhörungsrüge gegen die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde, bedarf es\ndazu Ausführungen in Bezug auf die Entscheidung über die Nichtzulassung der\nRevision (BGH, Beschluss vom 19. März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609\nRn. 4). Die Anhörungsrüge ist insoweit nur zulässig, wenn durch die Entscheidung der Nichtzulassung der Revision das Verfahrensgrundrecht auf rechtliches\nGehör neu und eigenständig durch den Bundesgerichtshof verletzt worden ist\n(BVerfGE 107, 395, 410; BVerfG, NJW 2008, 2126, 2127; NJW 2008, 2635,\n2636; NJW 2011, 1497; BGH, Beschluss vom 15. August 2013 - I ZR 119/12,\njuris Rn. 2). Eine Anhörungsrüge muss sich damit auseinandersetzen und in\ndiesem Zusammenhang die Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG darlegen. Hier-\n\nfür ist eine schlichte Behauptung einer Gehörsverletzung nicht ausreichend,\nsondern vielmehr erforderlich, dass die Umstände vorgetragen werden, aus denen sich ergibt, dass der Bundesgerichtshof bei seiner Entscheidung das Vorbringen des Beschwerdeführers übergangen haben muss (vgl. BGH, NJW\n2009, 1609 Rn. 6 ff. mwN; BGH, Beschluss vom 15. August 2013 - I ZR 119/12,\njuris Rn. 2).\n\n3 2. Diesen Anforderungen wird die Anhörungsrüge des Klägers nicht gerecht.\n\n4 a) Soweit der Kläger mit der Anhörungsrüge seinen Vortrag aus der\nNichtzulassungsbeschwerde wiederholt, kann die Anhörungsrüge damit nicht\nbegründet werden, weil damit keine neue und eigenständige Verletzung des\nArt. 103 Abs. 1 GG durch das Rechtsmittelgericht gerügt wird. Gleiches gilt,\nsoweit die Anhörungsrüge geltend gemacht hat, es müsse deshalb von einer\neigenständigen Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG ausgegangen werden, weil\ndie mit der Beschwerdeerwiderung geltend gemachten Umstände nicht geeignet seien, die vom Kläger vorgebrachten Zulassungsgründe zu entkräften. Die\nPartei hat keinen Anspruch darauf, dass das Gericht sich in dem von ihr für\nrichtig erachteten Sinn mit ihrem Vorbringen befasst (vgl. BGH, Beschluss vom\n7. Juli 2011 - I ZB 68/10, GRUR 2012, 314 Rn. 12 - Medicus.log).\n\n5 b) Eine neue und eigenständige Gehörsverletzung kann auch nicht damit\nbegründet werden, dass der Bundesgerichtshof von der vom Gesetzgeber in\nverfassungsrechtlich unbedenklicher Weise vorgesehenen Begründungserleichterung gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO Gebrauch gemacht hat (vgl.\nim Einzelnen BGH, NJW 2009, 1609 Rn. 6; BGH, Beschluss vom 15. August\n2013 - I ZR 119/12, juris Rn. 6 ff.).\n\n6 II. Im Übrigen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet. Der Senat hat\nbei seiner Entscheidung über die Nichtzulassungsbeschwerde den Vortrag des\nKlägers vollständig berücksichtigt. Das Vorbringen rechtfertigt die Zulassung\nder Revision - auch unabhängig von den in der Beschwerdeerwiderung geltend\ngemachten Umständen - nicht.\n\nBüscher Koch Löffler\n\nSchwonke Feddersen\n\nVorinstanzen:\nLG Hamburg, Entscheidung vom 09.06.2010 - 416 HKO 173/08 -\nOLG Hamburg, Entscheidung vom 16.10.2014 - 5 U 178/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-12-17/i-zr-256-14","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-12-17/i-zr-256-14","retrieved":"2026-10-24 07:57:09.266124+00:00"},"card":{"id":"bgh/2015-12-17/i-zr-256-14","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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