{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2015:151215BIXZA27.15.0","court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2015-12-15","aktenzeichen":"IX ZA 27/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZA 27/15\nvom\n\n15. Dezember 2015\n\nin dem Verbraucherinsolvenzverfahren\n\nECLI:DE:BGH:2015:151215BIXZA27.15.0\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nProf. Dr. Kayser, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, Grupp und\nDr. Schoppmeyer\n\nam 15. Dezember 2015\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Antragstellers vom 22. November 2015 auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren über das Ablehnungsgesuch, die Gehörsrüge, die Berichtigung des Tatbestandes\nund die Ergänzung des Urteils wird abgelehnt.\n\nDas Ablehnungsgesuch des Antragstellers vom 22. November\n2015 wird als unzulässig verworfen.\n\nDie Gehörsrüge des Antragstellers vom 22. November 2015 gegen den Beschluss des Senats vom 10. November 2015 wird zurückgewiesen.\n\nDie Anträge vom 22. November 2015 auf Berichtigung des Tatbestandes und Ergänzung des Urteils hinsichtlich des Beschlusses\ndes Senats vom 10. November 2015 werden zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Das Ablehnungsgesuch ist unzulässig, weil es sich unterschiedslos\ngegen sämtliche in dieser Sache erkennenden Richter wendet und die Besorgnis der Befangenheit nicht aus konkreten in der angegriffenen Senatsentschei-\n\ndung enthaltenen Anhaltspunkten herleitet (vgl. BGH, Beschluss vom\n12. Oktober 2011 - V ZR 8/10, NJW-RR 2012, 61 Rn. 8 mwN; vom 5. März\n2015 - III ZR 394/14, nv; vom 11. Mai 2015 - IX ZA 6/15, nv). Bei der Ablehnung\neines Richters müssen ernsthafte Umstände angeführt werden, die die Befangenheit des einzelnen Richters aus Gründen rechtfertigen, die in persönlichen\nBeziehungen dieses Richters zu den Parteien oder zu der Streitsache stehen\n(vgl. BGH, Beschluss vom 12. September 2012 - XII ZB 18/12, FamRZ 2013,\n1865 f). Solche konkreten Umstände, aus denen sich eine Voreingenommenheit aller erkennenden Senatsmitglieder in der vorliegenden Sache ergeben\nkönnte, benennt der Antragsteller nicht. Sein Vortrag erschöpft sich in der bloßen Behauptung, wonach der Senatsbeschluss vom 10. November 2015 gegen\nseine grundgesetzlich garantierten Rechte verstoße. Dieses Vorbringen genügt\njedoch nicht, um einen Befangenheitsgrund glaubhaft zu machen.\n\n2 Über das unzulässige Ablehnungsgesuch entscheidet der Senat unter\nMitwirkung der abgelehnten Richter (vgl. BGH, Beschluss vom 12. September\n2012, aaO).\n\n3 2. Die zulässige Gehörsrüge des Antragstellers gegen die Entscheidung\ndes Senats vom 10. November 2015 ist unbegründet. Entgegen der Auffassung\ndes Antragstellers bedarf die Ablehnung eines Prozesskostenhilfegesuchs für\nein bei dem Bundesgerichtshof anhängiges Verfahren keiner Begründung, da\ndie Entscheidung unanfechtbar ist (vgl. BGH, Beschluss vom 25. April 2006\n- IV ZA 22/05, FamRZ 2006, 1029; Zöller/Geimer, ZPO, 31. Aufl., § 127 Rn. 3).\nIm Übrigen hätte der Senat auch bei Zurückweisung der Rechtsbeschwerde im\nHauptsacheverfahren zu einer Begründung seiner Entscheidung keinen Anlass\ngehabt (§ 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO). Die Gehörsrüge verpflichtet dazu ebenfalls\nnicht, weil es eine Partei ansonsten in der Hand hätte, auf diesem Wege die\n\nvorgenannte Bestimmung auszuhebeln (vgl. BGH, Beschluss vom\n16. November 2005 - IV ZR 7/05, nv; vom 28. Juli 2005 - III ZR 443/04, FamRZ\n2005, 1831). Im Verfahren über die Gewährung von Prozesskostenhilfe und\neine daran anschließende Anhörungsrüge können sich weitergehende Pflichten\nnicht ergeben. Der Antragsteller ist hierdurch nicht in seinem Grundrecht auf\nrechtliches Gehör verletzt (Art. 103 Abs. 1 GG, § 321a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2\nZPO).\n\n4 3. Eine Berichtigung des Tatbestandes (§ 320 ZPO) oder eine Ergänzung des Urteils (§ 321 ZPO) kommen nicht in Betracht. Die Entscheidung enthält weder Unrichtigkeiten, die nicht unter die Vorschriften des § 319 ZPO fallen, Auslassungen, Dunkelheiten oder Widersprüche, noch hat der Senat einen\nvon einer Partei geltend gemachten Haupt- oder Nebenanspruch oder den Kostenpunkt bei der Endentscheidung ganz oder teilweise übergangen.\n\n5 4. Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe liegen nicht vor. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet aus den vorstehenden\nGründen keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO).\n\n6 5. Der Antragsteller kann mit der Bescheidung weiterer Eingaben in dieser Sache nicht rechnen.\n\nKayser Gehrlein Vill\n\nGrupp Schoppmeyer\n\nVorinstanzen:\nLG Karlsruhe, Entscheidung vom 30.03.2015 - 11 O 100/14 -\nOLG Karlsruhe, Entscheidung vom 10.09.2015 - 8 U 92/15 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-12-15/ix-za-27-15","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 319","ref_norm":"319","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 320","ref_norm":"320","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321","ref_norm":"321","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-12-15/ix-za-27-15","retrieved":"2026-10-24 08:00:58.014403+00:00"},"card":{"id":"bgh/2015-12-15/ix-za-27-15","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. 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