{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-5_NA_1998-11-24_5_StR_253_98_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"1998-11-24","aktenzeichen":"5 StR 253/98","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nIM NAMEN DES VOLKES\n\nURTEIL\n\nvom 24. November 1998\n\n5 StR 253/98\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Rechtsbeugung u.a.\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sit-\n\nzung vom 24. November 1998, an der teilgenommen haben:\n\nVorsitzender Richter Laufhütte,\n\nRichterin Harms,\n\nRichter Häger,\n\nRichter Basdorf,\n\nRichter Nack\n\nals beisitzende Richter,\n\nBundesanwalt\n\nOberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof\n\nals Vertreter der Bundesanwaltschaft,\n\nRechtsanwältin\n\nals Verteidigerin,\n\nJustizangestellte\n\nals Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,\n\nfür Recht erkannt:\n\nDie Revision der Staatsanwaltschaft gegen das\nUrteil des Landgerichts Berlin vom 8. Dezem-\n\nber 1997 wird verworfen.\n\nDie der Angeklagten im Revisionsverfahren\n\nentstandenen notwendigen Auslagen fallen der\n\nStaatskasse zur Last.\n\n- Von Rechts wegen -\n\nGründe:\n\nDas Landgericht hat die Angeklagte vom Vorwurf der\nRechtsbeugung in zwei Fällen, jeweils in Tateinheit mit\nFreiheitsberaubung, aus tatsächlichen und rechtlichen\nGründen freigesprochen. Die mit der Sachrüge begründete\nRevision der Staatsanwaltschaft, die vom Generalbundesan-\n\nwalt nicht vertreten wird, hat keinen Erfolg.\n\nDie Angeklagte war Strafrichterin in Berlin(Ost) am\nStadtbezirksgericht Berlin-Lichtenberg. Der Strafvorwurf\nbetrifft zwei in den Jahren 1981 und 1982 unter ihrem\nVorsitz und mit ihrer Billigung ergangene Strafurteile in\npolitischen Strafverfahren. Der Freispruch der Angeklag-\n\nten hält sachlichrechtlicher Prüfung stand.\n\nZwar sind in beiden Fällen - aus rechtsstaatlicher Sicht\nunerträglich hohe - Freiheitsstrafen gegen dem DDR-Staat\npolitisch mißliebige Personen verhängt worden. Gleichwohl\n\nführen der nach dem Rechtsstaatsgebot zu beachtende Ver-\n\ntrauensschutz und letztlich der Grundsatz, daß sich Zweifel zugunsten der Angeklagten auswirken, dazu, daß die\nAnnahme des Landgerichts, die Rechtsanwendung noch nicht\nals wissentlich gesetzwidrige Entscheidung, also als direkt vorsätzliche Rechtsbeugung im Sinne von § 244 StGB-DDR, zu bewerten, in beiden Fällen hinzunehmen und im Ergebnis nicht zu beanstanden ist (vgl. BGHR StGB $S 336\nRechtsbeugung 12; zu Maßstäben und Einzelfallentscheidungen des Bundesgerichtshofs in Fällen der hier vorliegen-\n\nden Art Willnow JR 1997, 265 £ff£f. m.N.).\n\nLaufhütte Harms Häger\n\nBasdorf Nack","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-11-24/5-str-253-98","cited_norms":[],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-11-24/5-str-253-98","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:49.623071+00:00"}}