{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-5_NA_1980-07-08_5_StR_721_79_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"1980-07-08","aktenzeichen":"5 StR 721/79","doktyp":"Beschluss","leitsatz":"8 121 Abs. 2 GVG\n\nDer Vorlage nach § 121 Abs. 2 GVG muß eine Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht vorangehen,\nwenn dieses die beabsichtigte Entscheidung über\ndie Revision nur durch Urteil treffen kann.","text_plain":"Nachschlagewerk: ja SOG\n\nBGHSt: ja\n\n8 121 Abs. 2 GVG\n\nDer Vorlage nach § 121 Abs. 2 GVG muß eine Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht vorangehen,\nwenn dieses die beabsichtigte Entscheidung über\ndie Revision nur durch Urteil treffen kann.\n\nBGH, Beschl. vom 8. Juli 1980 - 5 StR 721/79 -\n\nI. AG Osnabrück\nII. LG Osnabrück\nIII. OLG Oldenburg\n\n5 StR 721/79 ALG\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Schaufenstergestalter Ke-P ug “ GEN\naus LOB Kreis DEE,\ngeboren am MR 1945 in Sm,\n\nden Studenten CHR-Heummum 3 GEREEEREEEEE\naus WEREEEREEEER ,\ngeboren am -UEMB 1953 in Sta.\n\nden Agraringenieur\n\nEOEER-. une N c GERD - > NENNE\naus ONE,\n\ngeboren am R.ESEEEB 1951 in Hamm,\n\ndie Auszubildende Me ME EM S GEREEEEED\n\naus Os,\ngeboren an RR EEE 1955 in NMiih,\n\nwegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeanmte u.a,\n\n.2- 0\n\nDer 5.Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des\nGeneralbundesanwalts am 8.Juli 1980 beschlossen:\n\nDie Sache wird an das Oberlandesgericht\nOldenburg zurückgegeben.\n\nGründe\n\nDas Oberlandesgericht Oldenburg möchte einer Revision\nder Staatsanwaltschaft zuungunsten der Angeklagten stattgeben, sieht sich aber durch die abweichende Rechtsauffassung\neines anderen Oberlandesgerichts daran gehindert und hat die\nSache deswegen nach § 121 Abs.2 GVG dem Bundesgerichtshof zur\nEntscheidung vorgelegt.\n\nDie Vorlegungsvoraussetzungen sind nicht gegeben, weil\nbisher keine Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht\nstattgefunden hat. Der Vorlage nach § 121 Abs.2 GVG muß eine\nHauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht vorangehen, wenn\ndieses die beabsichtigte Entscheidung über die Revision nur\ndurch Urteil treffen kann (Löwe-Rosenberg-Schäfer, StPO und\nGVG, 23.Aufl., 1979 § 121 GVG, Rn.74; Eberhard Schmidt,\nLehrkommentar III, 1960, § 121 GVG, Rn.38). Das vorlegende\nGericht könnte der zuungunsten der Angeklagten eingelegten\nRevision der Staatsanwaltschaft nur durch Urteil, also auf\nGrund einer Hauptverhandlung, stattgeben.\n\nEine Hauptverhandlung ist nicht deswegen entbehrlich,\nweil der Beschluß des Oberlandesgerichts im Vorlageverfahren\nkeine abschließende Entscheidung ist (a.A. Nüse JR 1956,437).\nDie Vorlage setzt voraus, daß sich das Oberlandesgericht eine\nabschließende Meinung über die Erheblichkeit der Vorlagefrage\ngebildet hat. Dazu ist hier eine Hauptverhandlung (§ 351 StPO)\nerforderlich. Das Oberlandesgericht hat in seinem Vorlagebeschluß mitgeteilt, daß \"Gründe aus dem Bereich der äußeren\noder inneren Tatbestandsmäßigkeit, die eine Verwerfung dieser\nRevision gebieten könnten\", nicht ersichtlich seien (Bd.II\nBl.123 d.A.). Eine solche Würdigung durfte es, da ein Beschluß\n\n- 3 -\n\n- 3 - ALL\n\nnach § 349 StPO nicht in Betracht kam, nur auf Grund der\nHauptverhandlung vornehmen; es hatte dabei die in § 351\nAbs.2 StPO bezeichneten Ausführungen und Anträge zu\nberücksichtigen. Die Hauptverhandlung soll den Anspruch\nder Verfahrensbeteiligten auf rechtliches Gehör (Art.103\nAbs.1 GG) verwirklichen und zudem überflüssige Vorlagen\nvermeiden. In dem vergleichbaren Fall des § 136 Abs.1 GVG\nbringt auch die Gesetzesfassung des § 138 Abs.4 GVG\n(\"erneute mündliche Verhandlung\") zum Ausdruck, daß der\nEntscheidung über die Anrufung des Großen Senats regelmäßig\neine mündliche Verhandlung vorangeht (vgl. Sarstedt, Die\nRevision in Strafsachen, 4.Aufl., 1962, S.LO).\n\nHerrmann Schuster Fuhrmann\nHorstkotte Rebitzki","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1980-07-08/5-str-721-79","cited_norms":[{"jurabk":"GVG","ref":"§ 121","ref_norm":"121","n":5},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 351","ref_norm":"351","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 136","ref_norm":"136","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 138","ref_norm":"138","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1980-07-08/5-str-721-79","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:19:16.385074+00:00"}}