{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-5_NA_1977-04-26_5_StR_230_77_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"1977-04-26","aktenzeichen":"5 StR 230/77","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"5 StR_230/77\n\nTb\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Arbeiter Uve BED aus riiD.\ndort geboren am EEE 19595,\n\nwegen gefährlicher Körperverletzung\n\n49\n\n- 2 - 43\nDer 5.Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des\nGeneralbundesanwalts am 26. April 1977 einstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das\nUrteil des Landgerichts in Hannover vom\n12.November 1976 im Strafausspruch mit den\nFeststellungen aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache an\ndas Amtsgericht Hannover - Jugendschöffengericht - zurückverwiesen, das auch über\ndie Kosten der Revision zu entscheiden hat.\n\nGründe\n\nDie auf die Anfechtung des Strafausspruches zulässig\nbeschränkte Revision führt zu dessen Aufhebung.\n\nDer Generalbundesanwalt hat dazu ausgeführt:\n\n\"Das Landgericht verhängt Jugendstrafe 'wegen der in\nder Tat hervorgetretenen schädlichen Neigungen und der\nSchwere der Schuld' (UA S.8). Schädliche Neigungen sind\njedoch nicht ausreichend dargetan. Zwar können sie sich\nschon dann kundtun, wenn es sich um eine erstmalige Verfehlung handelt (BGHSt 16,261,262). Schädliche Neigungen\ni.S. des § 17 JGG sind aber nur solche, die weitere Straftaten des Angeklagten besorgen lassen (BGH, Urt.v.26.3.1957\n- 5 StR 15/57 - bei Dallinger in MDR 1957,397; ebenso\nBGH,Urt.v.9.12.1969 - 5 StR 533/69 - ). Darüber verhalten\nsich die Urteilsgründe nicht. Der Wendung, der Jugendliche\nwerde 'lernen müssen, tatsächliche und vermeintliche\nNiederlagen in angemessener Form hinnehmen zu müssen’\n\n(UA S.9), kann das nicht entnommen werden. Zu einer solchen\nPrüfung hätte aber schon deshalb Anlaß bestanden, weil der\nJugendliche ein \"bislang tadelfreies Leben! geführt hat\n\n(VA S.9).\n\nDieser Mangel kann die Höhe der im übrigen wegen der\nSchwere der Schuld zu Recht verhängten Jugendstrafe\nbeeinflußt haben. Darüber wird der Tatrichter erneut zu\nbefinden haben, und zwar nunmehr das Jugendschöffengericht\n(88 40, 41 JGG). Dabei wird der Tatrichter auch Gelegenheit\nhaben, darzutun,’ weshalb er an Stelle des höchstmöglichen\nstündlichen (Blutalkohol-)Abbauwerts von 0,28 bis 0,29 o/oc\n(BGH in VRS 23,209, 210/211; BGH,Urt.v.16.9.1975\n- 1 StR 374/75 - bei Holtz in MDR 1976,633) nur einen\nsolchen von 0,12 o/oo (UA S.8) annimmt.\"\n\nDiesen Ausführungen tritt der Senat bei.\n\nSarstedt Fleischmann Schuster\n\nFuhrmann Horstkotte","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-04-26/5-str-230-77","cited_norms":[{"jurabk":"JGG","ref":"§ 17","ref_norm":"17","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-04-26/5-str-230-77","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:18:33.311507+00:00"}}