{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-4_NA_1986-09-16_4_StR_447_86_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"1986-09-16","aktenzeichen":"4 StR 447/86","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n4 StR 447/86\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nHelmut Wilhelm Friedrich Michael Sch ui\naus ME, geboren am. EB 1935 in Y 7\n\nwegen Untreue\n\nWII\n\n33\n\n2- 3\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag\ndes Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 16. September 1986 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO\nbeschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das\nUrteil des Landgerichts Münster vom\n\n10. April 1986 mit den Feststellungen\naufgehoben, soweit ein Berufsverbot\n\nverhängt worden ist.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu\nneuer Verhandlung und Ehtscheidung, auch\nüber die Kosten des Rechtsmittels, an eine\nandere Strafkammer des Landgerichts\n\nzurückverwiesen.\n\nDie weiter gehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\nDas Landgericht hat den Angeklagten wegen Untreue in\ndrei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren\nverurteilt und ihm für die Dauer von drei Jahren verboten,\nden Beruf eines Notars oder Rechtsanwalts auszuüben. Mit\nseiner Revision rügt der Angeklagte die Verletzung\n\nsachlichen Rechts. Das Rechtsmittel hat teilweise Erfolg.\n\nDie Überprüfung des Schuldspruchs und des Strafausspruchs hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten\nergeben, Insoweit ist seine Revision unbegründet im Sinne\ndes § 349 Abs. 2 StPO.\n\nDas vom Landgericht nach § 70 StGB angeordnete Berufsverbot kann jedoch nicht bestehenbleiben. Diese Vorschrift\ngilt nicht für das Amt des Notars, weil insoweit § 45 StGB,\n§ 49 BNotO als Spezialgesetze vorgehen (BGH, Urteil vom\n22. Oktober 1985 - 5 StR 382/85; Hanack in LK, 10. Aufl.\n$S 70 StGB Rdn. 32 m. w. Nachw.). Die deshalb notwendige\nAufhebung muß auch auf das - grundsätzlich zulässige (vgl.\nBGHSt 28, 84, 85; BGH NJW 1975, 1712) - Verbot, den Beruf\neines Rechtsanwalts auszuüben, erstreckt werden. Das\nLandgericht hat bei seinen Erwägungen zur erforderlichen\nDauer des Verbots (UA 24) nämlich nicht berücksichtigt, daß\ndie Zeit der Strafverbüßung nicht in die Verbotsfrist\n\neingerechnet wird (§ 70 Abs. 4 Satz 3 StGB).\n\nSalger Hürxthal Goydke\n\nJähnke Meyer-Goßner","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1986-09-16/4-str-447-86","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 70","ref_norm":"70","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1986-09-16/4-str-447-86","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:20:56.022419+00:00"}}