{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-4_NA_1974-05-28_4_StR_82_74_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"1974-05-28","aktenzeichen":"4 StR 82/74","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n4 StR 82/74 BESCHLUSS\n\nnannte\n\nin der Bußgeldsache\ngegen\n\nden Kaufmann Siegfried Ferdinand Gustav S EEEEEEEEEEEED\naus BB, dort geboren am ES 1931,\n\nwegen Verkehrsordnungswidrigkeit\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts am 28. Mai 1974 durch\nden Vorsitzenden Richter Meyer und die Richter Börtzler,\nMayr, Hürxthal und Dr. Knoblich\n\nbeschlossen:\n\nDie Sache wird dem Kammergericht zur\neigenen Entscheidung zurückgegeben.\n\nGründe:\n\nI.\n\nDer Betroffene befuhr am 7. März 1973 gegen 14.00\nUhr mit seinem Personenkraftwagen die Bundesautobahn\nStadtring Süd in Berlin-Charlottenburg. Wegen ungenügenden Kraftstoffvorrats im Fahrzeugtank mußte er anhalten; mit Hilfe eines Reservekanisters tankte er sein\nFahrzeug in einer Haltestellenbucht für Omnisbusse wieder\nauf.\n\nDas Amtsgericht Tiergarten in Berlin hat durch\nUrteil vom 25. Mai 1973 gegen den Betroffenen wegen\n- wie die Urteilsgründe ergeben: fahrlässiger -\nZuwiderhandlung gegen § 23 Abs. 1, § 49 Abs. 1 Nr. 22\nStVO in Verb. mit § 24 StVG eine Geldbuße verhängt.\nSeine nach § 79 Abs. 1 S. 2, § 80 OWiG zugelassene\nRechtsbeschwerde möchte das Kammergericht verwerfen.\n\nEs sieht sich aber daran durch die Entscheidung des\nOLG Celle vom 25. April 1956 - 1 Ss 12/56 - (VRS 11,\n227, 228) gehindert, in der ausgeführt ist, der Unstand, daß der Kraftstoff ausgehe, bringe allein das\nFahrzeug noch nicht in einen unvorschriftsmäßigen Zustand. Das Kammergericht hat deshalb die Sache dem\nBundesgerichtshof zur Entscheidung folgender Rechtsfrage vorgelegt:\n\nErfüllt der Kraftfahrer, der fahrlässig mit\nungenügendem Treibstoffvorrat im Fahrzeugtank fährt und deshalb auf einer Bundesautobahn wegen Kraftstoffmangels liegenbleibt,\nden Tatbestand einer Zuwiderhandlung gegen\n§§ 23 Abs, 1 Satz 2, 49 Abs. 1 Nr. 22 StVo?\n\nII.\n\nDie Vorlegungsvoraussetzungen des § 121 Abs. 2\nGVG sind nicht erfüllt.\n\nDiese Vorschrift, die unmittelbar nur für Entscheidungen in Strafsachen gilt, ist zwar auf Rechtsbeschwerden nach § 79 Abs. 3 OWiG entsprechend anzuwenden (BGHSt 23, 365 f). Auch steht der Vorlegungspflicht nicht entgegen, daß die Entscheidung des OLG\nCelle zu einer Vorschrift ergangen ist (§ 7 Abs. 1\nS. 2 StVO i.d.F. der Bekanntmachung vom 29, März 1956\nBGBl I 327), die inzwischen mit nur unwesentlichen\nÄnderungen durch eine neue (§ 23 Abs. 1 5. 2 Stvo\ni.d.F. vom 16. November 1970 - BGBl I 1565 -) ersetzt\nworden ist (vgl. BGHSt 24, 222, 224).\n\n- Lk.\n\nDas Kammergericht ist jedoch durch die erwähnte\nEntscheidung des OLG Celle nicht gebunden, Eine Bindung im Sinne von § 121 Abs. 2 GVG durch die frühere\nEntscheidung eines Oberlandesgerichts besteht nämlich\nnur, soweit die darin geäußerte Rechtsansicht Grundlage (Aufhebungs- oder Verwerfungsgrund) der Entscheidung war (BGHSt 7, 314, 315; vgl. auch BGHSt 15, 78,\n\n81; 18, 324 f). Dies war bei der vom OLG Celle zu\n\n8 7 Abs. 1 S. 2 StVO a.F. vertretenen Auffassung nicht\nder Fall, Für die Aufhebung der amtsgerichtlichen Verurteilung nach §§ 3, 15 StVO a,F. war allein die zu\n\n8 15 StVO a.F. dargelegte Rechtsansicht entscheidungserheblich. Die weiteren Rechtsausführungen, insbesondere\ndie unter a) bis d) des Urteils des OLG Celle, enthalten\nnur Hinweise für die neue Verhandlung vor dem Amtsgericht, sie tragen aber, wie schon der Wortlaut eindeutig\nerkennen läßt, dieses Urteil nicht.\n\nDer Generalbundesanwalt hat beantragt, im Sinne\nder vom Kammergericht vertretenen Rechtsauffassung\nzu entscheiden.\n\nMeyer Börtzler Mayr\nHürxthal Knoblich","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1974-05-28/4-str-82-74","cited_norms":[{"jurabk":"GVG","ref":"§ 121","ref_norm":"121","n":2},{"jurabk":"OWiG 1968","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"StVO 2013","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"StVO 2013","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"StVO 2013","ref":"§ 15","ref_norm":"15","n":1},{"jurabk":"StVO 2013","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":1},{"jurabk":"OWiG 1968","ref":"§ 79","ref_norm":"79","n":1},{"jurabk":"StVG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1974-05-28/4-str-82-74","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:17:59.099908+00:00"}}