{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-4_NA_1965-02-25_4_StR_95_65_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"1965-02-25","aktenzeichen":"4 StR 95/65","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"4\n\n—\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\nS4R_95/63 BESCHLUSS\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Gastwirt Dietneln 5 Ep zu: : ED:\ngeboren ar EEE 1923 in :uEEEEED:\n\nwegen Übertretung des Gaststättengesetzes.\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach\nAnhörung des Generalbundesanvwalts in der Sitzung vom\n25. Februar 1965 beschlossen:\n\nDie Sache wird dem Oberlandesgericht Düsseldorf\nzur üntscheidung zurückgegeben.\n\nLer Angeklagte ist durch das Amtsgericht in Dinslaken wegen Nichtbeachtung der vom Innenminister des\nLandes Hordrhein-iestfalen an 16. Februar 1957 erlassenen Sperretundenverordrung (GVBl $S. 38) nach § 29\nir. 7 GaststG. zu einer Geldstrafe verurteilt worden.\nDas Oberlandesgericht Düsseldorf möchte die Revision\ndes Angeklagten verwerfen. Hieran sieht es eich jedoch\nsenindert, weil die Vorfrage, ob der Innenrinister zum\n„rlaß der Sperrsturdenverordnung ermächtigt war, im\nGegensatz zur Auffassung des Oberlendesgerichts Düsseldorf\nvon den Oberlandesgerichten Oldenburg (Urt.vom 28.April 1953\n- Ss 44/553) und Heustadt (Urt. vom 11. Juni 1964 - 55 45/64)\ndahin entschieden worden ist, daß eine Ermächtigung zum\n\nErlaß von Rechtsverordnungen, die in einer als Bundesrecht fortgeltenden Rechtsnorm der Obersten Landesbehörde\nerteilt ist, nach Art. 129 Abs. 1 Satz lin Verbindung\nwit Art, 80 Abs. 1 Satz 1 GG auf die Landesregierung,\nnicht aber auf einen Landesminister, übergegangen ist»\n\nDas Oberlandesgericht Düsseldorf hat deshalb die\nSache dem Bundesgerichtshof mit Beschluß vom ?.Dezember 1964\nrach § 121 Abs. 2 CVG zur Sntscheidung folgender RKechtsirage vorgelegt:\n\nGilt für Gie Überleitung von Ermächtigungen zun Erlaß von Rechtsverordnungen, die in als Bundesrecht\nfortgeltendem Reichsrecht enthalten sind, ausschlieslich Art. 129 Abs. 1 GG oder ist in seinem Rahmen auch\nArt. 80 Abs. 1 Satz 1 GG mit der Folge zu beachten,\ndaß eine Rechteveroränung (hier: SperrstundenVo NK\nvon 16, Februar 1957 _ GVBl 5. 38), die ein Landesinister auf Grund einer in alten Recht der übersten\nLandesbenörde erteilten Ermächtigung (hier: 8 14\n\nAbs. 1 GastsiG) erlassen hat, nichtig ist ?\n\n3\nfe)\n\n&\n\nDie Vorlegung ist nicht zulässig.\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofg hat in seinen\nUrteil vom 30. September 1964 - Y ZR 196/63 - scuz 42,\n235, 239 = Nik 1365, 155, 154, Wr. 6 entschieden, daß Rechtsverordrungen, die ein Landeseminister auf Grund einer im\nfrineren Recht der Obersten Landesbehörde erteilten Errächtigung erlassen hat, mit Ausnahme der in Art. 129\nAbs. 3 GG bezeichneten Ernächtigungen rechtswirksan\nrn\n\n3\n\nin)\nrs\n\nd, weil eine derartige Errächtigung nach Art. 129\n\nk}\n\ndu\n\n[&\n\nSs. 1 Satz 1 GG auch auf einen Landesminister übergegarngen sein kann und Art, § 0 Abs. 1 Satz 1 GG insoweit\nricnt entgegensteht.\n\nDiescos Urteil sticat nit der Kechtsaulfassung des\nvorlegenden Oberlandesgerichts, „jedenfalls soweit hier\ndie Ermächtigung zum Erlaß der Sperrstundenverordnung\nnach 5 14 Abs. 1 GaststG in Frage steht, überein.\n\nLiese Verordnung, gegen deren Inhalt verfassungsrechtliche 3edenken nicht bestehen (vel. EVerwG\n\n »eschl. vom 17. Juli 1963 - VII B 79/65 in Verwäspr. 16,\n1109), ist als eine ergünzende einfache und nicht als\neine das Caststättengesetz selbst inhaltlich ändernde.\noder erweiternde, sog. gesetzesvertretende Rechtsver-\n\nordnung im Sirne der intscheidung des Burdesverfassungsgerichtes vom 1Ö. duni 1953 - 1 BvE 1/55 — 5VerfGE 2,\n307, 330, anzusehen. Auf eine solche Verordnung be-\n„ijeht sich auch die zitierte intscheidung des Lundesgerichtshofs. Damit kupen die Urteile der üÜberlandesgerichte Olderburg und Neustadt ihre Bedeutung im\nRahmen des § 121 Abs. 2 GVG verloren [(EGH Lil Ir. 4\n\nzu § 24 IwVG und Li! StS Nr. 11 zu § 121 Abs. 2 GV6).\nDabei ist es ohne Bedeutung, daß die Rechtsfrage von\ncinem Zivilserat des Bundesgerichtshofis entschieden\nworden ist (BGHSt 13, 373). Die Sache war deshalb an\ndas vorlegerde Oberlandesgericnt zur Entscheidung in\neigerer Zustüundigkeit zurückzugeben.\n\nDie Entscheidung entspricht dem Antrage des\nGeneralbundesanwalts.\n\nKrunne Flitner Mayr\nSanders Spiegel","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1965-02-25/4-str-95-65","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 129","ref_norm":"129","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 121","ref_norm":"121","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. 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