{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-3_NA_1998-10-21_3_StR_473_98_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"1998-10-21","aktenzeichen":"3 StR 473/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n3 StR 473/98\n\nvom\n21. Oktober 1998\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Totschlags u.a.\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag\ndes Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 21. Oktober 1998 gemäß S 349 Abs. 4 StPO ein-\n\nstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revisionen der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Flensburg vom 20. März\n\n1998 mit den Feststellungen aufgehoben.\n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an eine andere Strafkammer des Landgerichts\n\nzurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDie Revisionsführer haben mit der übereinstimmend erhoben Beanstandung, die Urteilsabsetzungsfrist des § 275\nAbs. 1 Satz 2 StPO sei nicht gewahrt, Erfolg. Der General-\n\nbundesanwalt hat dazu in seiner Antragsschrift ausgeführt:\n\n\"Die Verfahrensrügen sind zulässig erhoben. Die Beschwerdeführer teilen die Zahl der Hauptverhandlungstage,\nden Tag der Urteilsverkündung und den Eingang der schriftlichen Urteilsurkunde bei der Geschäftsstelle mit. Dieser\nVortrag reicht aus, um die Voraussetzungen des § 344 Abs. 2\nSatz 2 StPO zu erfüllen. Der Mitteilung, wann das schriftliche Urteil auf den Weg zur Geschäftsstelle gebracht wurde, bedurfte es nicht (vgl. BGHSt 29, 43 [44]).\n\nDie Rügen sind begründet. Hat die Hauptverhandlung\n20 Tage gedauert, so beträgt die Frist zur Absetzung des\nschriftlichen Urteils neun Wochen (§ 275 Abs. 1 Satz 1\nStPO; vgl. BGHSt 35, 259; Kleinknecht/Meyer-Goßner, StPO,\n\n43. Aufl. § 275 Rn. 8). Diese Frist begann mit der Urteilsverkündung am 20. März 1998 und endete, weil Umstände i.S.\ndes § 275 Abs. 1 Satz 4 StPO nicht vorlagen (vgl. Sachakten\nBd. I c Bl. 1222), am 22. Mai 1998. Sie war verstrichen,\n\nals das Urteil am 4. Juni 1998 bei der Geschäftsstelle ein-\n\nging.\n\nDas Überschreiten der in § 275 Abs. 1 Satz 2 und 4\nStPO bezeichneten Fristen begründet einen absoluten Revisionsgrund (8 338 Nr. 7 StPO). Daß das Urteil auf diesem\nRechtsfehler nicht beruhen kann, ist demgegenüber ohne Be-\n\ndeutung.\"\n\nDem tritt der Senat bei.\n\nKutzer Rissing-van Saan Blauth\n\nwinkler Pfister","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-10-21/3-str-473-98","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 275","ref_norm":"275","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-10-21/3-str-473-98","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:48.437628+00:00"}}