{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-3_NA_1997-10-17_3_StR_516_97_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"1997-10-17","aktenzeichen":"3 StR 516/97","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n3 StR 516/97 vom\n\n17. Oktober 1997\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen versuchten Mordes u.a.\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des\nGeneralbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 17. Oktober 1997 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO ein-\n\nstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten F.\nwird das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 2. Mai 1997, auch soweit es\ndie Mitangeklagten E. und G. betrifft, im Schuldspruch dahin geändert,\ndaß die tateinheitliche Verurteilung\nwegen Beeinträchtigung von Nothilfemit-\n\nteln entfällt.\n\nIm übrigen wird die Revision verworfen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des\n\nRechtsmittels zu tragen.\n\nGründe:\nDas Landgericht hat die Angeklagten F. , E. und\nG. wegen versuchten Mordes in dreiundzwanzig tatein-\n\nheitlichen Fällen in Tateinheit mit versuchter besonders\nschwerer Brandstiftung nach § 306 Nr. 2, $S 307 Nr. 3 StGB,\nmit Beeinträchtigung von Nothilfemitteln nach S 145 Abs. 2\nNr. 2 StGB, mit Sachbeschädigung sowie wegen Herstellens\nverbotener Wurfkörper zu je vier Jahren und sechs Monaten\n\nJugendstrafe verurteilt.\n\nDie tateinheitliche Verurteilung nach § 145 Abs. 2\nNr. 2 StGB (die Angeklagten hatten vor dem Brandanschlag\naus dem Asylbewerberheim die Feuerlöscher entfernt) muß\nentfallen, da sie hinter den Tatbestand des § 306\nNr. 2, $S 307 Nr. 3 StGB im Wege der Gesetzeskonkurrenz\nals subsidiär zurücktritt. Die Brandstiftungsvorschriften der SS 306 ff. StGB sind im Abschnitt \"Gemeingefährliche Straftaten\" enthalten und dienen im wesentlichen dem Schutz der Allgemeinheit vor Brandgefahr und\nhaben damit eine entsprechende Schutzrichtung wie § 145\nAbs. 2 Nr. 2 StGB (vgl. Stree in Schönke/Schröder, StGB\n25. Aufl. § 145 Rdn. 22). Der Wegfall dieser Strafvorschrift läßt den Schuldumfang und damit den Strafausspruch\nunberührt. Da der gleiche Rechtsfehler auch die Mitangeklagten E. und G. betrifft, die keine Revision\neingelegt hatten, ist die Änderung des Schuldspruchs nach\n\n§ 357 StPO auf sie zu erstrecken.\nKutzer Blauth Miebach\n\nwinkler Pfister","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1997-10-17/3-str-516-97","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 145","ref_norm":"145","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 357","ref_norm":"357","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1997-10-17/3-str-516-97","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:30.816290+00:00"}}