{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-3_NA_1997-02-05_3_StR_524_96_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"1996-09-06","aktenzeichen":"3 StR 524/96","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n3 StR 524/96\n\nvom\n\n5. Februar 1997\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nElmokhtar CE ,» Teboren av\n1973 in DEE (Marokko),\n\nwegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in\n\nnicht geringer Menge\n\nof\n2 \"Z\n\n- 2 -\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des\nGeneralbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers\nam 5. Februar 1997 gemäß SS 346 Abs. 2, 349 Abs. 1 StPO be-\n\nschlossen:\n\n1. Der Beschluß des Landgerichts Wuppertal\nvom 9. August 1996, mit dem die Revision\ndes Angeklagten als unzulässig verworfen\n\nworden ist, wird aufgehoben.\n\n2. Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Wuppertal vom\n25. Juli 1996 wird als unzulässig verwor-\n\nfen.\n\n3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des\n\nRechtsmittels zu tragen.\n\nGründe:\n\nDer Generalbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift\n\nausgeführt:\n\n\"Das angefochtene Urteil ist am 25. Juli 1996 in Anwesenheit des Angeklagten verkündet worden (Bd. I Bl. 246\nd.A.). Obwohl dieser sofort anschließend erklärt hatte, er\nnehme das Urteil an und verzichte auf die Einlegung eines\nRechtsmittels, hat er mit seinem am 6. August 1996 beim\nLandgericht eingegangenen Schreiben vom 31. Juli 1996 Revi-\n\nsion eingelegt (Bd. I Bl. 238 d.A.), die das Landgericht\ndurch seinen nur von zwei Richtern unterzeichneten, am\n\n4. September 1996 wirksam zugestellten Beschluß vom\n\n9. August 1996 nach § 346 Abs. 1 StPO verworfen hat, weil\ndie Frist des § 341 Abs. 1 StPO nicht gewahrt war (Bd. I\nBl. 246, 255 d.A.). Daraufhin hat der Angeklagte mit seinem\nam 6. September 1996 beim Landgericht eingekommenen Schreiben vom 2. September 1996 auf die Entscheidung des Revisionsgerichts angetragen und gleichzeitig um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Revi-\n\nsionseinlegungsfrist nachgesucht (Bd. I Bl. 257 d.A.).\n\nDer Antrag auf Entscheidung des Revisionsgerichts ist\nzulässig und begründet. Der Beschluß vom 9. August 1996 kann\nschon deswegen keinen Bestand haben, weil ihm nicht zu entnehmen ist, daß die Entscheidung in der gesetzlich vorgeschriebenen Besetzung mit drei Richtern getroffen worden ist\n(Kleinknecht/Meyer-Goßner, StPO, 42. Aufl. 1995, vor § 33 RN\n\n6).\n\nDie Revision muß indessen nach § 349 Abs. 1 StPO als\nunzulässig verworfen werden, weil der Angeklagte auf die\nEinlegung eines Rechtsmittels verzichtet hat. Gegen die\nWirksamkeit der Verzichtserklärung bestehen angesichts der\nvon mir veranlaßten (Bd. II Bl. 276 d.A.)\n\n- dienstlichen Äußerungen der Mitglieder des erkennenden\nGerichts (Bd. II Bl. 280 und 281 d.A.),\n\n- Stellungnahme des Verteidigers (Bd. II Bl. 283 d.A.)\n\nkeine Bedenken.\n\nIn Anbetracht der Unzulässigkeit der Revision ist das Gesuch\num Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäu-\n\nmung der Revisionseinlegungsfrist gegenstandslos.\"\n\nDem tritt der Senat bei. Der Verwerfungsbeschluß des\nLandgerichts vom 9. August 1996 ist zudem auch deshalb aufzuheben, weil es wegen des Rechtsmittelverzichts insoweit an\nder Zuständigkeit des Landgerichts fehlte (vgl. BGHSt 16,\n115, 118).\n\nKutzer zschockelt Blauth\nWinkler pfister","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1996-09-06/3-str-524-96","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 341","ref_norm":"341","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 346","ref_norm":"346","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1996-09-06/3-str-524-96","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:18.266722+00:00"}}