{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-3_NA_1991-11-06_3_StR_370_91_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"1991-11-06","aktenzeichen":"3 StR 370/91","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n3 StR _ 370/91\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nDomenico N EEE aus TER (Italien), geboren am\n\nGUHHEEEEEEEE, |7 DEE» (Ttalien),\n\nwegen unerlaubten Beförderns einer Kriegswaffe u.a.\n\nwıIIl\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des\nGeneralbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers\nam 6. November 1991 gemäß S§ 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das Urteil\ndes Landgerichts Frankfurt am Main vom 8. März\n1991\n\na) im Schuldspruch teils geändert und wie folgt\n\nneu gefaßt:\n\nDer Angeklagte wird wegen unerlaubten Beförderns einer Kriegswaffe in Tateinheit mit unerlaubter Gewaltausübung über eine vollautomatische Selbstladewaffe sowie mit unerlaubtem\nFühren und mit unerlaubter Gewaltausübung über\nhalbautomatische Selbstladewaffen mit einer\nLänge von nicht mehr als 60 cm verurteilt;\n\nb) dahin ergänzt, daß die in Italien und in der\nSchweiz erlittene Untersuchunshaft im Verhält-\n\nnis 1:1 angerechnet wird.\n\nDie weitergehende Revision wird als unbegründet\n\n. verworfen.\n\nIn der Liste der angewendeten Vorschriften wird\n§ 16 Abs. 1 Nr. 6 b (nicht Nr. 3) KWKG durch\nSs 52 a Abs. 1 Nr. 1 WaffG ersetzt.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechts-\n\nmittels zu tragen.\n\nGründe:\n\nMit Recht hat der Generalbundesanwalt in seiner\nAntragsschrift ausgeführt, daß der Angeklagte bezüglich der\nMaschinenpistole nicht nach § 16 Abs. 1 Nr. 6 b KWKG,\nsondern nach § 52 a Abs. 1 Nr. 1 WaffG zu verurteilen ist.\nDenn gemäß § 6 Abs. 3 WaffG ist auf Kriegswaffen, die\ntragbare Schußwaffen sind, nebst dazugehöriger Munition der\nIX. Abschnitt des Waffengesetzes anzuwenden. Die ohne\nHinweis nach § 265 StPO mögliche Schuldspruchänderung durch\nden Senat berührt den Strafausspruch nicht. Das gilt auch,\nsoweit hinsichtlich der Handgranate der vom Landgericht\ntateinheitlich angenommene Auffangtatbestand des § 16 Abs. 1\nNr. 6b=S 22 aAbs. 1 Nr. 6 b KWKG nF (unerlaubte Gewaltausübung) entfällt, weil diese Vorschrift von § 16 Abs. 1\nNr. 3= S 22 a Abs. 1 Nr. 3 KWKG nF (unerlaubtes Befördern)\nverdrängt wird (vgl. Steindorf in Erbs-Kohlhaas 96. Erg.\nLfg. § 22 a KWKG Anm. 8). Anders verhält es sich insoweit\nnach $S 53 Abs. 1 Nr. 3 a WaffG, weil unerlaubtes Führen und\nunerlaubte Gewaltausübung bei halbautomatischen Selbstladewaffen waffenrechtlich nach $S§ 28 und 35 WaffG\ngesonderte Erlaubnisse erfordern (vgl. BGH NStZ 1984, 171;\n1985, 221). Ferner ist der in den Urteilsgründen nach S$S 51\nAbs. 4 Satz 2 StGB mitgeteilte Maßstab der Anrechnung der\nausländischen Freiheitsentziehungen (UA S. 12) in der\nUrteilsformel zum Ausdruck zu bringen (vgl. BGH NStzZ 1983,\n455 a.E.).\n\nDie Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung hat im übrigen keinen Rechtsfehler zum\nNachteil des Angeklagten ergeben. Der offensichtliche\n\n- 4 -\n\nSchreibfehler am Schluß der Urteilsformel (\"sichergestellt\"\nstatt \"eingezogen\") kann durch das Landgericht berichtigt\n\nwerden.\n\nzschockelt Rissing-van Saan Blauth\nMiebach : Terno","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1991-11-06/3-str-370-91","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 265","ref_norm":"265","n":1},{"jurabk":"WaffG 2002","ref":"§ 35","ref_norm":"35","n":1},{"jurabk":"WaffG 2002","ref":"§ 52a","ref_norm":"52a","n":1},{"jurabk":"WaffG 2002","ref":"§ 28","ref_norm":"28","n":1},{"jurabk":"WaffG 2002","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1991-11-06/3-str-370-91","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:22:14.101050+00:00"}}