{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-3_NA_1982-05-05_3_StR_153_82_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"1982-05-05","aktenzeichen":"3 StR 153/82","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nStR 153/82 BESCHLUSS\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Waldarbeiter Manfred Sch ED | zus\n\nvu, Sort geboren am @B. EEE 1959,\n\nwegen versuchten Totschlags\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag\ndes Generalbundesanwalts am 5. Mai 1982 gemäß § 349 Abs. 4\nStPO einstimmig beschlossen;\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das\nUrteil des Landgerichts Mönchengladbach vom\n16. Dezember 1981 mit den Feststellungen\naufgehoben.\n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an das Landgericht Düsseldorf - Jugendkammer - zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDer Generalbundesanwalt hat ausgeführt:\n\n\"Die Jugendkammer hat bei der Bemessung der Strafe\nauch berücksichtigt, 'daß durch eine empfindliche Strafe\nandere abgeschreckt und gewarnt werden müssen' (UA S. 7).\nDas verstößt gegen den in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofsseit langem anerkannten Grundsatz, bei Verhängung und Bemessung der Jugendstrafe dürfe - über die\nmit jeder gerichtlichen Ahndung verbundene generalpräventive\nWirkung hinaus - der Gesichtspunkt der Abschreckung anderer\nkeine Rolle spielen (BGHSt 15, 224, 226; 16, 261, 263; BCH\nMDR 1982, 339). Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß\nsich dieser Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten auf\ndie Höhe seiner Strafe ausgewirkt hat. Die Strafe muß deshalb neu zugemessen werden.\"\n\nDem stimmt der Senat zu. Er weist ergänzend darauf\nhin,daß die Prüfung, ob sich die Tat nach allgemeinem\nStrafrecht als minder schwerer Fall im Sinne des § 213\nStGB darstellt, nicht - wie geschehen (UA S. 5) - darauf\nbeschränkt werden darf, ob dies \"schon\" wegen der beim\nAngeklagten zur Tatzeit vorliegenden verminderten Schuldfähigkeit zu bejahen ist. Denn wenn andere Gründe die\nVoraussetzungen des § 213 StGB erfüllen, könnte die Strafe\nnach Erwachsenenstrafrecht nochmals nach den §§ 21, 49\nStGB gemindert werden (vgl. den in dieser Sache ergangenen\nBeschluß des Senats vom 2. September 1981 - 3 StR 317/81).\n\nDr. Schauenburg Laufhütte Dr. Gribbohm\nZschockelt Kutzer","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-05-05/3-str-153-82","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 213","ref_norm":"213","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-05-05/3-str-153-82","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:19:43.241684+00:00"}}