{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-2_NA_1980-09-10_2_StR_368_80_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1980-09-10","aktenzeichen":"2 StR 368/80","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n2 _StR 368/80 BESCHLUSS\n10,9.\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Gärtner Helmut T WEB aus KERNE, geboren\n\nam (GERD 1946 in Meii/Lahn, zur Zeit in Untersuchungshaft,\n\nwegen Totschlags\n\n2 35\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach\nAnhörung des Generalbundesanwalts gemäß § 349\nAbs. 4 StPO am 10. September 1980 einstimmig\nbeschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird\ndas Urteil des Landgerichts (Schwurgerichts) Kassel vom 24. April 1980 im\nStrafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache\n\nzu neuer Verhandlung und Entscheidung,\n\nauch über die Kosten des Rechtsmittels,\n\nan eine andere Strafkamner - Schwurgericht -\ndes Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDer Strafausspruch, gegen den sich der Angeklagte mit seiner zulässigerweise auf das Strafmaß beschränkten Revision wendet, kann nicht bestehen\nbleiben. Das angefochtene Urteil macht nicht erkennbar,\ndaß die Strafkammer geprüft hätte, ob ein minder\nschwerer Fall des Totschlags (§ 213 StGB) vorlag.\n\nSie ist zwar von einer erheblichen Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit des Angeklagten (§ 21 StGB)\n‚ausgegangen, hat den Strafrahmen nach Maßgabe des\n§ 49 StGB herabgesetzt und zum Ausdruck gebracht,\ndie \"verbleibende Schuld\" erfordere die Verhängung\neiner zehnjährigen Freiheitsstrafe. Daraus ergibt\n\n-3-\n\nsich indessen nicht, daß die - für den Angeklagten\nwesentlich günstigere - Anwendung des § 213 StGB\ngeprüft worden wäre, wofür die Urteilsgründe auch\nim übrigen keinerlei Anhaltspunkte bieten.\n\nZu solcher Prüfung bestand hier deshalb Anlaß,\nweil bereits eine erhebliche Verminderung der Schuldfähigkeit einen minder schweren Fall im Sinne des\n§ 213 StGB begründen kann (ständige Rechtsprechung,\nBCHSt 16, 360; BGH, Beschluß vom 9. Mai 1980 - 2 StR\n162/80). Bei dieser Sachlage stellt sich das Fehlen\nvon Ausführungen zur Anwendung des § 213 StGB als\nein sachlichrechtlicher Mangel dar, der zur Aufhebung des Urteils im Strafausspruch und zur Zurückverweisung der Sache führt.\n\nMösl Müller Maier\n\nTheune Niemöller","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1980-09-10/2-str-368-80","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 213","ref_norm":"213","n":4},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1980-09-10/2-str-368-80","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:19:17.725167+00:00"}}