{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-2_NA_1953-01-30_2_StR_704_52_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"1953-01-30","aktenzeichen":"2 StR 704/52","doktyp":null,"leitsatz":null,"text_plain":"T-\n\naan Ia/a2 9301 015°”\n\nIn Namen des Volkes\n\nIn der Strafsache\ngegen\n\nden technischen Zeichner Manfred FT in au: gu\nMEERES, geboren an GREEEEEE 2930 in Lamm\n5\n\nwegen Staatsgefährdung '\n\nhat der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in der\nSitzung vom 30. Januar 1953, an der teilgenommen haben:\n\nSenatspräsident Dr. Moericke\nels Vorsitzender,\nBundesrichter Dr. Dotterweich\nBundesrichter Werner\nBundesrichter Dr. Ludwig\nBundesrichter Dr. Ortlieb\nals beisitzende Richter,\nOberstaatsanwalt Dr. WW in der Verhandlung.\nLandgerichterat EEE bei der Verkündung\nals Vertreter der Bundesanwaltschaft,\nJustizangestellter EEE\nals Urkunäsbeamter der Geschäftsstelle,\nfür Recht erkannt:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das\nUrteil des Landgerichts in Frankenthal\n\nvom 22. Juli 1952 wird verworfen.\n\nTer Angeklagte hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.\n\nVon Rechts wegen\n\n-r\n\n- > —-\n\nGründe:\n\nDie Strafkammer hat den Angeklagten \"wegen Förderung\neiner verfassungsfeindlichen Vereinigung\", nänlich der\n\"Preien Dautschen Jugend\", verurteilt. Wit der Revision\nmacht er geltend, dass die Feststellungen die Anwendung\ndes § 90 a StGB nicht rechtfertigten, diese Bestimmung\nauch gegen Art 18 G6 verstosse. Das Rechtsmittel ist unbegründet.\n\nNach Art 18 GG verwirkt die dort aufgeführten Grundrechte, wer sie zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbraucht. Diese Bestimmung zielt\nalso gerade in dieselbe Richtung wie § 90 a StGB, der die\nGründung oder die Betätigung in verfassungsfeindlichen Vereinigungen mit Strafe bedroht. 8 90 a StGB zieht im übrigen\nnur die strafrechtliche Folgerung aus Art 9 Abs 2 GG, der\nVereinigungen verbietet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit\nu... sich gegen die verfassungsmässige Oränung ».... richten Die Anwendung des § 90 a StGB setzi nicht, wie der\nVerteidiger in der Verhandlung ausgeführt hat, eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts voraus.\n\nDie Feststellungen tregen den Urteilsspruch. Wie der\nSenat bereits am 8. April 1952 in StE 3,52 ausgesprochen\nhat, bereiten die bolschewistischen Führer der SED ein\nhochverräterisches Unternehnen gegen die Bundesrepublik\nnach den §§ 80 Abs 1 Nr 1, 81 Abs 1 StGB vor. Von diesen\nNachthabern der Sowjetischen Besatzungszone erhält nech\nden Urteilsgründen die zwar verbotene, jedoch im Geheiman\nweiter wirkende FDJ ihre Anweisungen zum Kampfe in der\nBundesrepublik, den sie \"im Sinne der Herrschaft in der\nSowjetzone\" führt. Danach bestehen gegen die Annahme der\nStrafkammer, Zweck und Tätigkeit der FSJ richte sich gegen die verfassungsmässige Ordnung der Bundesrepublik, Kei-\n\n“un.\n\n= .\nll An waren En ie ae Te\n\nar mr\nni. —_\n\n-.\n\nu re un rt a 3 TS\n\nWeuloginGmen = oe Sie Saale ann amruue\nDe rad\nic)\n\nam.\n...\n\nne Bedenken. Das Urteil stellt weiter fest, dass der Angeklagie \"eine führende Rolle zur Verbreitung des weltanschaulichen Gedankenguts aus der Sowjetzone gespielt\",\n\ndie Bestrebungen der FDJ massgeblich gefördert und selbst\n\"im Sinne der Herrschaft in der Sowjetzone\" gewirkt habe,\nMit Recht nimmt deshalb die Strafkammer an, dass der Angeklagte die Bestrebungen der FDJ als Rädelsführer gefördert hat. Damit sind die Merkmale des § 90 a StGB nachgewiesen.\n\nDr. Moericke Dr. Dotterweich Werner\nDr. Ludwig Dr. Ortlieb\n\n.-. -","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1953-01-30/2-str-704-52","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 90a","ref_norm":"90a","n":4},{"jurabk":"GG","ref":"Art 9","ref_norm":"9","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 18","ref_norm":"18","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 81","ref_norm":"81","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. 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