{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1999-08-17_1_StR_293_99_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1999-08-17","aktenzeichen":"1 StR 293/99","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n1 StR 293/99\n\nvom\n\n17. August 1999\n\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 17. August 1999 beschlos-\n\nsen:\n\nDer Nebenklägerin B. F. wird für die Revisionsinstanz\n\nRechtsanwältin M. Z. ausHh. als Beistand bestellt.\n\nGründe:\n\nDie Nebenklägerin hat beantragt, ihr auch für das Revisionsverfahren\n\nProzeßkostenhilfe zu bewilligen und ihr Rechtsanwältin Z. beizuordnen.\n\nDieser Antrag ist dem in § 300 StPO zum Ausdruck gebrachten allgemeinen Rechtsgedanken zufolge als Antrag auf Bestellung eines Beistandes\nnach § 397a Abs. 1 StPO auszulegen. Die Bewilligung von Prozeßkostenhilfe\ngemäß § 397a Abs. 2 StPO, die u.a. eine zusätzliche Bedürftigkeitsprüfung\nvoraussetzt und auch daher für den Nebenkläger ungünstiger ist, kommt nämlich nur in Betracht, wenn die Voraussetzungen für die Bestellung eines Beistands nicht vorliegen (BGH, Beschl. vom 12. Mai 1999 - 1 ARs 4/99 = NJW\n1999, 2380).\n\nDie Voraussetzungen der §§ 397a Abs. 1 Satz 1, 395 Abs. 1 Nr. 1\nBuchst. a StPO; wonach u.a. die zum Anschluß berechtigende Tat ein Verbrechen sein muß, sind erfüllt, obwohl der Angeklagte ausschließlich gemäß § 176\nAbs. 1 und 3 StGB a.F. - wegen zweier Vergehen also - verurteilt worden ist.\nFür die Beiordnung eines die Nebenklage bewußt privilegierenden Beistandes\n(vgl. Rieß, StraFO 1999, 1, 8) ist es nämlich ausreichend, daß die Tat (hier\ngemäß § 176a Abs. 1 Nr. 1 StGB n.F.) zur Zeit des Revisionsverfahrens ein\n\nVerbrechen ist (BGH, Beschl. vom 10. März 1999 - 3StR 2/99 = NStZ 1999,\n365).\n\nSchäfer Brüning Wahl\n\nHerr RiBGH Dr. Boetticher\nist in Urlaub und deshalb an\nder Unterschrift verhindert.\n\nSchäfer Schomburg","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1999-08-17/1-str-293-99-2","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 397a","ref_norm":"397a","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 300","ref_norm":"300","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 176a","ref_norm":"176a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 395","ref_norm":"395","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1999-08-17/1-str-293-99-2","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:24:03.649828+00:00"}}