{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1999-03-25_1_StR_493_98_NA_NA_a","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1999-03-25","aktenzeichen":"1 StR 493/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n1 StR 493/98\n\nvom\n25. März 1999\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen unerlaubter Ausfuhr von Waffen u.a.\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. März 1999 gemäß\n8 349 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Mannheim vom 7. Mai 1993 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu\n\ntragen.\n\nGründe:\n\nErgänzend zu den zutreffenden Ausführungen des Generalbundesan-\n\nwalts in seiner Stellungsnahme vom 25. September 1998 bemerkt der Senat:\n\n1. Soweit die Revision die Auffassung vertritt, der Angeklagte habe sich\nnicht strafbar gemacht, weil die Verordnung (EG) Nr. 3381/94 des Rates vom\n19. Dezember 1994 über eine Gemeinschaftsregelung der Ausfuhrkontrolle von\nGütern mit doppeltem Verwendungszweck den Begriff der Ausfuhr abweichend\nvom deutschen Recht geregelt habe, trifft dies nicht zu. Das Landgericht hat\nder Verurteilung lediglich die Ausfuhr ausschließlich militärischer Waren im\nSinne des § 34 Abs. 1 AWG i.V.m. Teil I Abschnitt A Position 0006 der Ausfuhrliste (Anlage AL zur Außenwirtschaftsverordnung) zugrundegelegt. Auf die\nStrafbarkeit dieses Verhaltens konnte sich die genannte Richtlinie schon deshalb nicht auswirken, weil sie - in Übereinstimmung mit der Regelungskompetenz der Europäischen Union (s. Krakowka in Bieneck, Handbuch des Außen-\n\nwirtschaftsrechts § 2 Rdn. 26) - nur Güter mit doppeltem Verwendungszweck\n\nbetrifft (vgl. Reuter NJW 1995, 2190, 2192; s. auch Hucko DB 1995, 513, 515;\nnicht eindeutig Bieneck in Bieneck aaO § 26 Rdn. 22, 8 32 Rdn. 2 und 13).\n\n2. Bezüglich der zweiten Ausfuhr hat das Landgericht den für das Maß\nder Schuld des Angeklagten maßgeblichen Umfang der ausschließlich militärischen Waren noch hinreichend präzise bestimmt. Das Urteil bezeichnet deren\nAnteil an den insgesamt ausgeführten Gütern zwar nur als \"weit überwiegend\".\nDer anschließend mitgeteilten Warenliste läßt sich aber entnehmen, daß es\nsich dabei vor allem um Torsionsstäbe, Pleuelstangen und Laufrollen für Panzerketten gehandelt hat, die - bezogen auf den Warenwert - gut vier Fünftel der\n\nausgeführten Waren ausmachten.\n\nSchäfer Granderath Wahl\n\nBoetticher Landau","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1999-03-25/1-str-493-98","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1999-03-25/1-str-493-98","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:55.705919+00:00"}}