{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1998-11-03_1_StR_531_98_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1998-11-03","aktenzeichen":"1 StR 531/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n1 StR 531/98 vom\n\n3. November 1998\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen schwerer räuberischer Erpressung u. a.\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 3. November\n\n1998 gemäß $S 349 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil\ndes Landgerichts Regensburg vom 12. Mai 1998\n\nwird verworfen.\n\nEr trägt die Kosten des Rechtsmittels.\n\nGründe:\n\nDer Angeklagte wurde durch Urteil des Landgerichts\nRegensburg vom 1. Juli 1994 wegen schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung,\nbegangen am 18. Juni 1992, zu einer Freiheitsstrafe von\nvier Jahren verurteilt; zugleich wurde seine Unterbringung\nin einer Entziehungsanstalt nach § 64 StGB angeordnet (bei\nVorwegvollzug eines Teils der Strafe). Dieses Urteil hat\nder Senat mit Beschluß vom 1. Dezember 1994 - 1 StR\n726/94 - im Schuld- und Strafausspruh bestätigt, jedoch im\nMaßregelausspruch aufgehoben, da eine hinreichend konkrete\nAussicht eines Behandlungserfolges (vgl. BVerfG NStZ 1994,\n578) nicht dargetan sei. Mit dem nunmehr angefochtenen Urteil hat das Landgericht davon abgesehen, die Unterbringung\ndes Angeklagten in einer Entziehungsanstalt anzuordnen.\nHiergegen richtet sich die erneute Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung sachlichen Rechts und der\ngerichtlichen Pflicht zur Erholung eines (weiteren) Sach-\n\nverständigengutachtens rügt.\n\nDer Senat läßt offen, ob der bisherigen Rechtsprechung\n\ndes Bundesgerichtshofs zu folgen ist, der Verurteilte sei\n\ndadurch, daß - neben einer verhängten Freiheitsstrafe -\nseine Unterbringung gemäß § 64 StGB nicht angeordnet worden\nist, nicht beschwert (vgl. BGHSt 28, 327, 333; 37, 5,7; 38,\n4, 7; BGH, Beschl. vom 4. April 1985 - 5 StR 224/85; BGHR\nStGB § 64 Ablehnung 1), oder ob ein therapiewilliger Angeklagter ein Rechtsschutzinteresse an der Überprüfung einer\nsolchen Entscheidung hat, wie dies im Schrifttum angenommen\nwird (Tolksdorf in Festschrift für Stree und Wessels 1993\nSs. 753 ff. sowie Hanack in LR 25. Aufl. vor § 296 Rdn. 66).\nDas Rechtsmittel bleibt jedenfalls erfolglos, weil es - wie\nder Generalbundesanwalt in seinem vorsorglich nach § 349\nAbs. 2 StPO gestellten Antrag zutreffend ausgeführt hat -\n\noffensichtlich unbegründet ist.\nMaul Granderath Brüning\n\nwahl Landau","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-11-03/1-str-531-98","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 64","ref_norm":"64","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-11-03/1-str-531-98","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:48.906080+00:00"}}