{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1998-10-27_1_StR_631_76_NA_NA_a","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1976-04-30","aktenzeichen":"1 StR 631/76","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n1 StR 631/76 vom\n\n27. Oktober 1998\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz u.a.;\n\nh ie r : Wiederaufnahme des Verfahrens\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Oktober\n1998 gemäß S 367 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\nDer Antrag des Verurteilten vom 12. Oktober 1998 auf Bestellung eines Verteidigers für die Wiederaufnahme des Revi-\n\nsionsverfahrens wird\n\nan das Landgericht Stuttgart\n\nweitergeleitet.\n\nGründe:\n\nAm 30. April 1976 verurteilte das Landgericht\nHeilbronn den Angeklagten, einen türkischen Staatsangehörigen, wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in\nTateinheit mit Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe\nvon zwei Jahren und drei Monaten. Ihm lag zur Last, im\nFrühjahr 1972 zusammen mit M. 16 kg\nHaschisch eingeschmuggelt zu haben. Mit seiner Revision\nrügte der Angeklagte die Verletzung materiellen Rechts und\nvon Verfahrensvorschriften. Mit Urteil vom 29. November\n1977 - 1 StR 631/76 - hat der Senat das Rechtsmittel als\nunbegründet verworfen. Hiergegen wendet sich der Verurteilte, der mit Schriftsatz der Verteidigung vom 12. Oktober\n1998 die Bestellung eines Verteidigers für die Wiederaufnahme des Revisionsverfahrens beantragt hat. Diesem Antrag\nliegt folgendes zugrunde: Der Vorsitzende des Senats hatte\nden Antrag des in die Türkei zurückgekehrten Angeklagten\n\nabgelehnt, ihm für die Hauptverhandlung vor dem Revisions-\n\ngericht einen Verteidiger beizuordnen. Am 25. April 1983\nentschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte\n(EuGMR), darin liege eine Verletzung von Art. 6 Abs. 3 c\nder Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte\nund Grundfreiheiten (MRK; vgl. NStZ 1983, 373 £. - \"Fall\nPakelli\"). Nunmehr bestimmt das Gesetz vom 9. Juli 1998 zur\nReform des strafrechtlichen Wiederaufnahmerechts (BGBl. I\nSs. 1802), daß die Wiederaufnahme des Verfahrens auch dann\nzulässig ist, wenn der EuGMR eine Verletzung der MRK oder\nihrer Protokolle \"festgestellt hat und das Urteil auf dieser Verletzung beruht\" (s 359 Nr. 6 StPO nF).\n\nÜber Wiederaufnahmeanträge gegen eine Revisionsentscheidung hat gemäß § 140 a Abs. 1 Satz 2 GVG i. V. m.\n§ 367 Abs. 1 Satz 1 StPO nicht der Bundesgerichtshof zu\nentscheiden, sondern ein anderes Landgericht. Das gilt nach\neinhelliger Meinung auch dann, wenn mit dem Wiederaufnahmeantrag - wie hier - ausschließlich ein Mangel des revisionsgerichtlichen Verfahrens geltend gemacht wird (BGH,\nBeschl. vom 8. Juni 1977 - 2 ARs 129/77 - bei Holtz MDR\n1977, 811; BGH GA 1985, 419; Katholnigg, Strafgerichtsverfassungsrecht § 140 a Rdn. 2; Schmidt in KK 3. Aufl.\n$s 140 a GVG Rdn. 6; Kleinknecht/Meyer-Goßner, StPO\n43. Aufl. § 140 a GVG Rdn. 7).\n\nDeshalb ist der Antrag des Verurteilten, der beim Senat eingereicht werden durfte, dem zuständigen Gericht zuzuleiten (§ 367 Abs. 1 Satz 2 StPO; vgl. BGH, Beschl. vom\n9. Januar 1996 - 1 StR 105/72 - sowie BGHR StPO § 367 Zuständigkeit 1).\n\nDas ist hier, wie sich aus dem gemäß S 140 a Abs. 2\n\nGVG ergangenen Beschluß des Präsidiums des Oberlandesge-\n\nrichts Stuttgart vom 16. Dezember 1997 ergibt, das Landgericht Stuttgart.\n\nMaul Ulsamer Granderath\n\nWahl Boetticher","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1976-04-30/1-str-631-76","cited_norms":[{"jurabk":"GVG","ref":"§ 140a","ref_norm":"140a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 367","ref_norm":"367","n":2}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1976-04-30/1-str-631-76","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:48.560154+00:00"}}